Luftfahrt
„Silly Taxes!“ – Ryanair will Flieger von Charleroi abziehen, 15 Verbindungen betroffen
Ryanair will Verbindungen in Belgien streichen – weil die belgische Regierung die Flugticketsteuer von fünf auf zehn Euro erhöhen will. 150 Arbeitsplätze wären betroffen.
Ryanair-Jet am Flughafen Charleroi: „Die Zeiten, als man für zehn oder 20 Euro irgendwo hinfliegen konnte, sind wirklich vorbei.“ Archivfoto: Virginie Lefour/Belga/dpa
Ryanair legt sich – erneut – mit Belgien an. Laut der belgischen Tageszeitung Grenzecho hat Airline-Chef Michael O’Leary verkündet, fünf der am belgischen Flughafen Charleroi stationierten Flugzeuge abzuziehen. Als Konsequenz würden insgesamt 20 Flugverbindungen von Belgien gestrichen, 15 ab Charleroi und fünf ab Brüssel-Zaventem. Laut Ryanair würde das bedeuten, dass zwei Millionen Passagiere pro Jahr weniger befördert würden.
Belgische Regierung will Ticketsteuer erhöhen
Hintergrund ist die geplante Erhöhung der Ticketsteuer ab 2027. Die belgische Regierung will diese laut dem Fernsehsender VRTfür Flüge über 500 Kilometer verdoppeln – von fünf Euro auf zehn Euro. „Die Zeiten, als man für zehn oder 20 Euro irgendwo hinfliegen konnte, sind wirklich vorbei“, zitiert der flämische Sender einen Experten. Laut Grenzecho hat Finanzminister Jan Jambon vergangene Woche bekräftigt, an dem Vorhaben festhalten zu wollen.
Das Newsportal Sudinfo.be berichtet, dass der Flughafen Charleroi nicht von einem „Bluff“ ausgehe. Die Vergangenheit habe bereits gezeigt, dass die Fluggesellschaft die von ihr angekündigten Maßnahmen auch umsetze, wird die Flughafengesellschaft zitiert. Umgekehrt hätten positive „Anpassungen im Steuerbereich“, wie der Wegfall der „taxe communale“ in Charleroi, positive Reaktionen hervorgerufen. Das habe bereits in der folgenden Sommersaison ein „deutliches Wachstum“ verursacht.
150 Arbeitsplätze möglicherweise betroffen
Wie das Grenzecho berichtet, betreffen die geplanten Kürzungen laut O’Leary 150 Arbeitsplätze. Piloten und Kabinenpersonal würden allerdings die Möglichkeit bekommen, an andere Standorte zu wechseln. Der Ryanair-Chef erklärte auch, dass seine Airline grundsätzlich in Belgien wachsen wolle. Voraussetzung sei jedoch die Abschaffung der Ticketsteuer – und eine Senkung der Flughafengebühren.
Bereits im Januar hatte Ryanair Stimmung gegen geplante Abgaben in Belgien gemacht. „Während Ungarn, Italien, die Slowakei und Schweden die Abgaben abschaffen, erhöht das törichte Belgien die Abgaben (um das Fünffache!!) und verliert Flugverkehr und Jobs“, lautete die Überschrift einer Pressemitteilung.
Bereits damals drohte die Airline, 2,2 Millionen Passagierplätze in 2026 und 2027 in Charleroi zu streichen. Der Grund: die Pläne des Stadtrats, eine Passagiersteuer von drei Euro für den Abflug vom Flughafen der Stadt – und die Erhöhung der Ticketsteuer. Laut Ryanair seien das „idiotic“ und „silly Taxes“.