2,5 Prozent mehr Lohn
Nächste Indextranche fällt am 1. Juni
Die nächste Indextranche wird am 1. Juni 2026 fallen. Damit bekommen alle Arbeitnehmer 2,5 Prozent mehr Lohn.
Der monatliche Mindestlohn steigt in Luxemburg von 2.703,74 Euro auf 2.771,30 Euro Foto: dpa/Monika Skolimowska
Es ist so weit: Die nächste Indextranche steht kurz bevor, wie Statec am Freitag bestätigt. Ab dem 1. Juni bekommen alle Arbeitnehmer in Luxemburg 2,5 Prozent mehr Lohn ausgezahlt. Auch Renten, Familienleistungen, Arbeitslosengeld und Elterngeld steigen entsprechend an.
Der Sechsmonatsschnitt des Verbraucherpreisindex hatte zuletzt 1.038,35 Punkte erreicht – nahe am Auslöseschwellenwert von 2,5 Prozent kumulierter Inflation seit der letzten Tranche. Im April lag der Wert noch bei 2,46 Prozent – knapp unter der Schwelle. Der Sprung über die Marke erfolgte den Statec-Berechnungen zufolge im Mai.
Der monatliche Mindestlohn steigt damit von 2.703,74 Euro auf 2.771,30 Euro (+67,56 Euro). Der qualifizierte Mindestlohn liegt künftig bei 3.325,60 Euro statt bisher 3.244,48 Euro (+81,12 Euro).
Krieg in Nahost als Preistreiber
Die aktuelle Inflationsdynamik wird vor allem von wieder steigenden Energiepreisen getragen. Hintergrund ist der anhaltende Konflikt im Nahen Osten: Der Krieg, den die USA gegen den Iran begonnen haben, hat den Ölpreis in die Höhe getrieben und die Preise an der Zapfsäule explodieren lassen. Die Haushalte spüren die Auswirkungen mit einem Anstieg von 35 Prozent zwischen Ende März und Ende April.
Erste Tripartite-Sitzung
Statec hält drei Indextranchen bis zum dritten Quartal 2027 für möglich
Das Statec bewertet die weitere Entwicklung mit Vorsicht. Die Unsicherheit sei „außergewöhnlich hoch“, heißt es, insbesondere angesichts der Frage, ob der Konflikt im Nahen Osten sich rasch deeskaliert oder ob die Straße von Hormus dauerhaft blockiert bleibt. Die Inflation für das Gesamtjahr 2026 könnte sich demnach zwischen 2,5 Prozent im günstigsten und deutlich höheren Werten im pessimistischsten Szenario einpendeln.
Die Rückkopplungseffekte auf die Transportkosten lassen auch die Preise im Supermarkt in die Höhe klettern. Doch hier lauert mittelfristig noch eine weitere Gefahr: Höhere Gaspreise und die Blockade der Meeresstraße wirken sich auf die Düngemittelversorgung aus, was die Produktionskosten in der Landwirtschaft treiben und die Nahrungsmittelinflation 2027 weiter anheizen könnte.
Im zentralen Szenario des Statec wird nach der Juni-Tranche eine weitere Indexierung im zweiten Quartal 2027 erwartet – einen Monat früher als noch in den Februarprognosen angenommen. Bei einer weiteren Verschärfung der Lage könnte bereits im dritten Quartal 2026 eine zusätzliche Tranche fällig werden.