Strassen

Miwwel Roller schließt Standorte in Luxemburg nach 32 Jahren

Das Möbelhaus in Strassen muss Platz machen wegen des Tram-Ausbaus und schließt den Standort in Wemperhardt gleich mit. Aber ist das der einzige Grund? Ein Blick in die Bilanzen liefert zumindest weitere Erklärungsansätze.

Ehemalige Filiale in Mersch bei Eröffnung 2014, heute geschlossen, Geschäftsentwicklung und Standortgeschichte sichtbar

Die einstige Filiale in Mersch bei ihrer Eröffnung 2014 – längst wieder geschlossen Foto: Fabrizio Pizzolante/Editpress-Archiv

Das deutsche Möbelhaus Roller zieht sich zum Jahresende 2026 vollständig aus Luxemburg zurück. Das teilte das Unternehmen Ende März in einer auf Facebook veröffentlichten Pressemitteilung mit. Nach 32 Jahren beendet der Möbelhändler damit seine Tätigkeit im Großherzogtum. Betroffen sind die verbliebenen Standorte in Strassen und Wemperhardt. Die Filiale in Foetz war bereits im Februar geschlossen worden.

Ausschlaggebend für das Ende in Strassen ist laut Unternehmen der geplante Ausbau der Tram: Das Areal rund um das Boomerang-Center, wo sich auch Adler, Action, Pronti und Batiself befinden, soll neu entwickelt werden. Der Abriss des dortigen Roller-Gebäudes ist für Frühjahr 2027 vorgesehen. Da der Standort Wemperhardt allein nicht rentabel betrieben werden könne, werde auch dieser geschlossen, so das Unternehmen in seinem Pressesschreiben.

Die Tram dürfte allerdings nicht der einzige ausschlaggebende Grund für die Schließung der Roller-Geschäfte sein. Die Zahlen aus dem geprüften Jahresabschluss im Luxembourg Business Register (LBR) zeichnen das Bild einer wirtschaftlichen Schieflage: Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschaftete die Roller Luxembourg S.A. einen Verlust von rund 1,03 Millionen Euro, der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr um rund acht Prozent auf 7,94 Millionen Euro. Das Eigenkapital der Gesellschaft ist mittlerweile auf minus 4,6 Millionen Euro abgesackt – ein Befund, den der Wirtschaftsprüfer Deloitte im Prüfungsbericht eigens hervorhob: Das Nettovermögen liege unter der Hälfte des gezeichneten Kapitals, was nach luxemburgischem Gesellschaftsrecht eigentlich eine außerordentliche Hauptversammlung erfordert.

Für die rund 35 Beschäftigten bedeutet die Schließung den Verlust ihrer Arbeitsplätze. Geschäftsführer Vitali Laichner betont in dem Schreiben, man wolle ihnen bestmögliche Anschlusslösungen bieten. Laut dem OGBL-Pressesprecher sind die Gewerkschaften im Betrieb bei den Personaldelegierten nicht vertreten. Beide Filialen bleiben bis Jahresende regulär geöffnet.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Strassen

Miwwel Roller schließt Standorte in Luxemburg nach 32 Jahren

Das Ende des Jobwunders

Luxemburgs Privatsektor schafft 2025 nur noch wenig neue Stellen