Neue Staatsanleihe
Die Regierung sucht 150 Millionen für die Verteidigung – zwei Drittel noch am gleichen Tag verkauft
Seit der Finanzkrise von 2008 macht der Luxemburger Staat regelmäßig jedes Jahr neue Schulden. Insgesamt 343 Millionen Euro hat er dafür allein letztes Jahr an Zinsen an professionelle Investoren bezahlt. Mit einer neuen Anleihe sollen sich nun auch die Bürger beteiligen können. Die greifen kräftig zu.
Finanzminister Gilles Roth und Verteidigungsministerin Yuriko Backes bei der Vorstellung von Europas ersten Verteidigungsanleihe für Bürger seit dem Zweiten Weltkrieg Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Verteidigungsministerin Yuriko Backes (DP) und Finanzminister Gilles Roth (CSV) am Donnerstag den neuen „Luxembourg Defence Bond“ vorgestellt. Hierbei handelt es sich um 150 Millionen Euro, die sich die Luxemburger Regierung während drei Jahren von seinen Bürgern für Investitionen im Verteidigungsbereich leihen wollte. Und die Luxemburger investierten zügig: Bereits am Donnerstagabend war es auf den Websites von „Spuerkeess“ und „Raiffeisen“ nicht mehr möglich, die Anleihe zu zeichnen. Wie ein Beamter aus dem Finanzministerium dem Tageblatt bestätigte, waren um 18.00 Uhr bereits rund zwei Drittel, also Anleihen im Wert von 100 Millionen, verkauft worden.
„Es sind unsichere Zeiten, in denen wir leben“, unterstreicht Yuriko Backes. Als Teil Europas müsse Luxemburg mehr in die Verteidigung investieren.“ Das wolle man nun als „kollektive Anstrengung“ machen und gleichzeitig dafür sorgen, dass sowohl die Gesellschaft als auch die Wirtschaft etwas von diesen Investitionen haben.