Automarkt 2025
Der Elektroauto-Boom in Luxemburg verliert an Schwung
Nach Jahren des kontinuierlichen starken Wachstums bei Elektrofahrzeugen haben sich 2025 Ermüdungserscheinungen gezeigt. Obwohl in den letzten zwölf Monaten insgesamt mehr Autos verkauft wurden als im Vorjahr, ist die Zahl der neu zugelassenen E-Autos leicht geschrumpft. Autos mit Hybridantrieb setzen ihren Siegeszug derweil fort und stehen klar an der Spitze bei den Neuzulassungen.
Den größten Anteil des Luxemburger Autofuhrparks bilden weiterhin unangefochten die Benziner Foto: Editpress/Didier Sylvestre
Nach mehreren Jahren mit Rekord-Zuwachsraten ist der Anteil der Elektroautos an den Neuzulassungen im nun abgelaufenen Jahr 2025 leicht gefallen. Mit 12.664 verkauften E-Fahrzeugen lag dieser nur bei 26,9 Prozent. Im Vorjahr waren die Zahlen leicht höher: 12.777 Elektroautos wurden 2024 verkauft, was einem Anteil von 27,4 Prozent bei den Neuzulassungen entspricht.
Verglichen mit mehreren Jahren bleibt die Steigerungsrate jedoch enorm: 2023 waren insgesamt 11.048 Verkäufe von E-Autos gezählt worden, fast doppelt so viele wie die 6.391 von 2022. Im Jahr 2021 waren es noch 4.649 und 2020 nur 2.473. Im Gesamtjahr 2019 waren lediglich 986 Elektroautos neu hinzugekommen.
Trotzdem wurden auch 2025 wieder einige neue Rekorde beim Verkauf von Elektroautos verbucht: Im März wurden 1.432 E-Autos neu zugelassen – so viele wie niemals zuvor in einem Monat. Zudem wurden erstmals in einem Jahr mehr E-Autos neu angemeldet als Benziner (12.248). Bereits seit Februar 2023 werden durchgehend jeden Monat mehr Elektro- als Dieselautos verkauft.
Immer weniger Dieselfahrzeuge
Noch deutlich rasanter gefallen ist derweil der Anteil der Dieselfahrzeuge unter den Neuzulassungen. Mit 4.676 Verkäufen lagen sie bei nur noch 9,9 Prozent aller Neuzulassungen. Vor drei Jahren waren es noch 21,2 Prozent – und 2020 deutlich höhere 36,8 Prozent.
Auch weiter spürbar rückläufig ist die Zahl der neu zugelassenen Benziner. Ihr Anteil lag letztes Jahr mit 26 Prozent deutlich unter den 29,6 Prozent vom Vorjahr. Mitte 2020 war er mit 45 Prozent noch deutlich höher.
Spürbar zugelegt hat damit die Kategorie der Fahrzeuge mit hybriden Antriebsarten. Mit 17.536 Neuzulassungen standen sie letztes Jahr für mehr als 37 Prozent aller Verkäufe. Im Jahr davor vorher lag ihr Anteil erst bei knapp über 30 Prozent.

Was nun die Verkäufe von Autos insgesamt angeht, war 2025 ein Jahr der Erleichterung für die Branche, die einige Tausend Beschäftigte zählt: 2025 konnten Luxemburgs Autohändler einen leichten Anstieg der Verkäufe verzeichnen. Das war in den letzten Jahren nicht unbedingt immer der Fall. Seit einem Höchststand von über 55.000 Neuzulassungen im Jahr 2019 stocken die Zahlen der Neuanmeldungen.
Insgesamt sind die Neuanmeldungen 2025 um 1,1 Prozent auf 47.161 Stück gestiegen, wie Zahlen von Statec zeigen. Das sind 526 Autos mehr als im Vorjahr, aber fast 2.000 weniger als vor zwei Jahren. Seit 1999 wurden hierzulande jährlich mehr als 40.000 Pkws verkauft, seit 2004 mehr als 45.000 pro Jahr und seit 2016 über 50.000.
Doch nach dem Höchststand von 2019 waren die Verkaufszahlen im Zuge der Corona-Krise im Jahr 2020 heftig eingebrochen. Verkauft wurden fast 10.000 Autos (45.189 Neuzulassungen) weniger als im Vorjahr. Nach einem guten Jahresbeginn hatten die Autoverkäufer im März, April und Mai mit dem Corona-Lockdown einen historischen Einbruch der Verkaufszahlen zu verzeichnen.

Wer damals erwartet hatte, dass sich die Zahlen 2021 wieder erholen würden, hatte sich getäuscht. Ein weiterer Rückgang von 1,8 Prozent (oder 817 Stück) auf 44.372 Autos wurde verbucht. Das letzte Jahr, in dem hierzulande weniger Autos verkauft wurden, war 2003. Hintergrund war in dem Jahr derweil nicht die Kauflust der potenziellen Kunden. Es waren Lieferkettenprobleme und Engpässe bei wichtigen Bauteilen wie Computerchips, die sich dramatisch auf die Produktion von Neuwagen auswirkten. Infolgedessen konnten viele Liefertermine nicht eingehalten werden.
Trotz Hoffnung auf Besserung hatte sich die Lage für die Autohändler dann auch 2022 nicht verbessert. Im Gegenteil: Das letzte Mal, dass hierzulande in einem Jahr weniger Autos verkauft wurden als 2022, war 1999. Erst 2023 ging es mit der Zahl der Neuanmeldungen wieder nach oben. Allerdings sollte es keine Trendwende sein, wie der erneute Rückgang der Zahlen von 2024 gezeigt hat. Das nun im Jahr 2025 erzielte Plus war auch zu klein, um an die Verkaufszahlen von 2023 anzuknüpfen.
Grau ist die Lieblingsfarbe
Zu den wichtigen Details über die Automobilflotte der Luxemburger zählt auch die Farbe der Fahrzeuge. Und was das Thema angeht, scheinen viele Käufer auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, wie Statec-Zahlen zeigen. Stolze 34,2 Prozent der Anfang des Jahres im Land angemeldeten 461.794 Autos sind grau. Die zweitbeliebteste Farbe (22,4 Prozent aller Autos) ist Schwarz. Dahinter folgen Weiß (16,8 Prozent) und Blau (12,5 Prozent). Nur 7,1 Prozent der Pkws sind rot. An diesem Ranking dürfte sich auch so schnell nichts ändern: Von den 3.384 im Dezember 2025 neu zugelassenen Autos waren 1.152 grau und 831 schwarz.
Eine Flotte von 461.794 Autos
Trotz der insgesamt beachtlichen Wachstumszahlen stehen die Elektroautos nach wie vor nur für einen kleinen Anteil an der Automobilflotte der Luxemburger. Von den insgesamt 461.794 Autos, die zu Beginn dieses Jahres in Luxemburg angemeldet wurden, lag der Anteil der E-Autos bei nur 8,66 Prozent (Vorjahr: 7,13 Prozent). Das sind insgesamt 39.986 Fahrzeuge. Im Dezember 2019 waren es lediglich 2.195. Die Zahl der hybriden Fahrzeuge stand im Januar 2026 für 15,4 Prozent der Automobilflotte der Luxemburger.
Das Ziel von 49 Prozent Autos, die an der Steckdose aufgeladen werden können, das im nationalen Klimaplan PNEC für das Jahr 2030 vorgesehen ist, bleibe „unerreichbar weit entfernt“, hatte der Branchenverband Fedamo vor Kurzem in einer Pressekonferenz zum Anlass des Autofestivals 2026 erklärt.
670 Autos auf 1.000 Einwohner
Luxemburg zählt zu den Ländern Europas, in denen es pro 1.000 Einwohner die meisten Autos gibt: In der EU wurden 2024 im Schnitt 576 Autos auf 1.000 Einwohner gezählt. Mit 670 steht Luxemburg europaweit an zweiter Stelle, knapp hinter Italien mit 701, wie Zahlen von Eurostat zeigen. Dahinter folgen Finnland und Zypern. Am anderen Ende der Skala, in Lettland und Rumänien, sind es nur 424 und 444 auf 1.000 Einwohner. In Belgien wurden 513 Autos auf 1.000 Einwohner gezählt, in Deutschland 590.
In den Jahren vor 2021 stand Luxemburg lange an der Spitze der Tabelle. 2012 zählte das Großherzogtum 663 Autos pro 1.000 Einwohner. Im EU-Durchschnitt waren es damals nur 490. Die europäischen Zuwachsraten sind seitdem im Schnitt also deutlich höher als in Luxemburg. Hier gab 2020 einen Höchststand von 682 Autos pro 1.000 Einwohner.
Den größten Anteil des Luxemburger Autofuhrparks bilden mit 42,7 Prozent (oder 197.266 Fahrzeugen) weiterhin unangefochten die Benziner. Dies jedoch erst seit Mai 2023: In den Monaten und Jahren zuvor standen Dieselfahrzeuge für den größten Anteil. Letztere stehen heute nur noch für einen Anteil von 33 Prozent (Vorjahr: 36,8 Prozent) an der Automobilflotte.
Der Trend weg vom Diesel ist beachtlich: Ende 2014 stand Diesel noch für eine deutliche Mehrheit von 65,6 Prozent des gesamten Fuhrparks. Das waren mehr als 244.000 Fahrzeuge. 125.000 Benziner und rund 500 E-Autos wurden damals gezählt.
Die in der gesamten Automobilflotte von 461.794 Fahrzeugen am häufigsten vertretene Marke ist Volkswagen (64.861), gefolgt von BMW (50.736), Mercedes (40.568), Audi (39.284), Renault (22.154) und Skoda (21.142). Zu den mehr als 300 vertretenen Marken zählen unter anderem noch Porsche (10.723), Mini (10.109), Tesla (5.545), Ferrari (914), Bentley (366), Lamborghini (286), Lada (128), Rolls-Royce (86), Bugatti (32) und Trabant (7).
Statistiken aus Deutschland
Ein Elektroauto kann sich nicht jeder leisten, zeigen rezente Statistiken aus Deutschland. Nur 1,3 Prozent der Haushalte in Deutschland mit einem Monatseinkommen unter 2.600 Euro netto besaßen im Jahr 2023 ein E-Auto oder einen Plug-in-Hybrid, so das Statistische Bundesamt. In Haushalten mit einem monatlichen Einkommen von 5.000 Euro netto oder mehr betrug der Anteil hingegen 13,4 Prozent. Insgesamt haben laut Statistik 80 Prozent der Haushalte in Deutschland mindestens ein Auto – die meisten einen Verbrenner. Laut Statistikamt hatten im vergangenen Jahr 30 Prozent aller neu zugelassenen Pkw einen Elektroantrieb – eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr mit 20,3 Prozent. (AFP)