Autofestival 2026

Luxemburger kaufen wieder mehr Autos – Klimaplan-Ziele bleiben allerdings unerreichbar

Letztes Jahr wurden wieder mehr Autos verkauft – die Zahlen vom Rekordjahr 2019 bleiben aber weit entfernt. Der Anteil der Elektroautos an den Verkäufen von Neuwagen war leicht rückläufig. Die von der Regierung gesetzten Ziele sind unerreichbar. Weiter stark gewachsen sind derweil die Verkäufe von Gebrauchtwagen. Das geht aus einer Bestandsaufnahme hervor, die der Branchenverband Fedamo zum Anlass des bald beginnenden Autofestivals vorgestellt hat.

Porträt von Philippe Mersch und Manuel Riggiu, zwei Experten in ihrem Fachgebiet, gemeinsam im Gespräch

Philippe Mersch und Manuel Riggiu Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Anlässlich der 62. Ausgabe des Autofestivals werden vom 24. Januar bis zum 2. Februar 2026, darunter zwei Sonntage, mehr als 90 Auto- und Motorradhändler im Land insgesamt 190 Showrooms öffnen.

Es sei eine überaus wichtige Veranstaltung in einer immer wettbewersbsintensiver werdenden Branche, so Philippe Mersch, Präsident der Fedamo („Fédération des distributeurs automobiles et de la mobilité“), am Montag vor Journalisten. Für die Branche sei das Autofestival ein Indikator, der zeige, wie es um die nationale Wirtschaft bestellt sei, und wie es mit der Energiewende weitergehe. „In diesen Tagen zeigt sich, wohin der Weg im Laufe des Jahres führen wird.“ Es gehe hierzulande um nicht weniger als 6.000 Arbeitsplätze.

„In der Zeit des Autofestivals rückt das Auto verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit“, hebt er weiter hervor. Für die Kunden sei es die wichtigste Veranstaltung, um die besten Angebote aus einer großen und wachsenden Auswahl für sich zu finden, um sich über Trends, Steuern und Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren, um sich neue Modelle anzuschauen und Probefahrten zu machen.

Gebrauchtfahrzeuge immer beliebter

Was Neuwagen betrifft, so ist die Zahl der Zulassungen 2025 leicht, um 1,1 Prozent, auf 47.161 gestiegen, erklärt Manuel Ruggiu, Direktor der SNCA („Société nationale de circulation automobile“). Doch auch wenn dies mehr sei als im Vorjahr, so bleibe der Markt weiterhin weit entfernt vom Rekordjahr 2019, als für mehr als 55.000 Neuwagen Zulassungen ausgestellt wurden. Bis der Rekord von 2019 gebrochen werde, würde es „noch viele Jahre dauern“, sagt er voraus.

Beim Markt für Gebrauchtwagen sieht die Lage anders aus. Hier ist die Zahl der Zulassungen letztes Jahr um 4,5 Prozent auf 62.017 gestiegen. Von der bisherigen Rekordzahl von 65.787 im Jahr 2021 ist der Markt damit nicht so weit entfernt wie bei den Neuwagen.

Das durchschnittliche Alter der in Luxemburg zugelassenen Autos ist damit weiter, wie auch in den Jahren zuvor, gestiegen. Es beträgt mittlerweile 8,3 Jahre. Im Jahr 2019 war das durchschnittliche Luxemburger Auto noch deutlich jünger: 7,4 Jahre. „Die Luxemburger Autos werden älter“, so der SNCA-Direktor. Das durchschnittliche Luxemburger Auto bleibe aber weiterhin jünger als die Autos in Ausland.

„Diesel wird zur Nische“

Was nun die Antriebsarten anbelangt, so „verschwindet Diesel mehr und mehr“, sagt er weiter. „Diesel wird zur Nische.“ Habe sein Anteil vor einigen Jahren noch bei über 70 Prozent gelegen, so waren es 2025 nur noch weniger als 10 Prozent. Weiter leicht gefallen, auf 26 Prozent, sind die Benziner. Am beliebtesten waren Hybrid-Fahrzeuge, mit einem Anteil von 29,3 Prozent an den Neuzulassungen. E-Autos lagen bei den Zulassungen von Neuwagen bei 26,9 Prozent, weniger als im Vorjahr (27,4 Prozent).

Doch auch wenn der Anteil der Elektroautos gefallen sei, so sei der Verschmutzungsgrad der neu verkauften Autos in Luxemburg jedoch weiter rückläufig, so Manuel Ruggiu. Insgesamt würden die 2025 neu verkauften Autos 38,5 Prozent weniger CO2 ausstoßen als noch vor sechs Jahren. Bei den neuen Autos würde das Land somit das Ziel erfüllen, das sich die EU für die komplette Automobilflotte wünschen würde, hebt er hervor.

Dass der Anteil der Elektroautos als Anteil an den Verkäufen erstmals seit Jahren rückläufig ist, führt die Fedamo auf die Senkung der Kaufprämie, wie auch auf eine Veränderung bei der Steuerpolitik für Firmenautos zurück. Die Vereinigung fordert die Regierung zu einem Überdenken der Politik der Beihilfen auf, wenn sie diesen Abwärtstrend stoppen will.

Was nun die momentane Luxemburger Automobilflotte von 461.762 Pkw angeht, so sind es nach wie vor die Benziner, die seit etwa zwei Jahren für den größten Anteil (42,8 Prozent) stehen. Dahinter folgen (immer noch) die Diesel-Fahrzeuge, deren Anteil jedoch deutlich, auf 33,1 Prozent, geschrumpft ist. Hybrid-Autos stehen für 11,5 Prozent. Der Anteil der Elektroautos ist im Laufe des Jahres 2025 von 7,1 auf 8,7 Prozent gestiegen. Hinzu kommen die Plug-in-Hybrids mit 4 Prozent.

Es lasse sich demnach feststellen, dass Ende 2025 nur 12,7 Prozent des Fahrzeugbestands an einer Steckdose aufgeladen werden können, so die Fedamo. Das ist „unerreichbar weit entfernt“ vom Ziel von 49 Prozent, das im nationalen Klimaplan PNEC für das Jahr 2030 vorgesehen ist.

1 Kommentare
Guy Mathey 12.01.202621:02 Uhr

Ich hab den Eindruck, dass heute viele junge Menschen wesentlich weniger Autobegeistert sind, als meine Generation es mal war. Viele bevorzugen den mittlerweile wesentlich verbesserten ÖPNV, andere betrachten das Auto eher als ein notwendiges Transportmittel um von A nach B zu gelangen. Eine interessante, absolut positive Entwicklung, welche die Hoffnung nährt, dass langfristig die Anzahl von Autos proportional zur Bevölkerung doch vielleicht rückläufig sein wird.

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