Statec
Bauen wird in Luxemburg wieder deutlich teurer
Wer in Luxemburg ein Haus baut, muss wieder tiefer in die Tasche greifen. Besonders Arbeiten am Dachstuhl und sogar Garagentore treiben die Kosten derzeit merklich nach oben.
Die Preise für Bauen im Großherzogtum ziehen wieder ran Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Nachdem sich die Baupreise in Luxemburg in den vergangenen Jahren kaum verändert haben, hat sich die Lage im ersten Halbjahr 2026 wieder verschärft. Der Index ist zwischen Oktober 2025 und April 2026 um 2,0 Prozent gestiegen, wie Statec am Donnerstag mitteilte. Im vorherigen Halbjahr lag die Teuerung noch bei 0,8 Prozent. Im Jahresvergleich sind die Baupreise sogar um 2,6 Prozent teurer geworden.
Was ist der Baupreisindex?
Der Baupreisindex misst die Preisänderungen im Wohnungsbau, ohne Grundstücke. Er berücksichtigt die Entwicklung der Material- und Arbeitspreise, aber auch Veränderungen in der Produktivität und der Gewinnspanne der Bauunternehmer. Der Index wird zweimal jährlich veröffentlicht: im Januar und im Juli.
Vor allem die Preise für den Dachbau und die Bauwerksschließung sind gestiegen. Die Bereiche haben laut der Statistikbehörde im ersten Halbjahr einen Sprung von 3,3 Prozent und 3,0 Prozent gemacht. Arbeiten am Dachstuhl haben mit 4,3 Prozent am meisten zugelegt. Bei den Bauwerksschließungsarbeiten stechen primär Garagentore mit einem Plus von 3,9 Prozent hervor.
Auch die Preise für den Innenausbau zeigen „eine stärkere Dynamik als im vorangegangenen Halbjahr“, schreibt Statec in seinem Bericht. Sie steigen in diesem Halbjahr um 2,0 Prozent. Bodenbeläge aus Linoleum und Kunststoff haben mit einem Plus von 4,7 Prozent den größten Sprung gemacht.
Es gibt auch neue Daten: Solaranlagen, Wechselrichter und Speicherbatterien wurden zum ersten Mal in die Berechnungen für technische Anlagen aufgenommen. Ihre Preise sind um 1,7 Prozent gestiegen. Der Sektor verzeichnet insgesamt zwischen Oktober 2025 und April 2026 einen Anstieg von 1,3 Prozent. Das ist laut Statec der geringste Anstieg aller Gewerke. (dr)
Turbulente Zeiten sind vorbei
Der Wohnungsmarkt und die Entwicklung der Baupreise haben eine turbulente Zeit hinter sich: Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine und seinen Folgen für die Verbraucherpreise in Europa war auch die Entwicklung der Baupreise sprichwörtlich durch die Decke gegangen. Innerhalb von zwölf Monaten waren im Oktober 2023 die Preise im Wohnungsbau um satte 15,9 Prozent (verglichen mit dem Vorjahr) in die Höhe geschnellt.
Es war die höchste Preissteigerungsrate im Bau seit 1975. Hintergrund waren die höheren Kosten für Energie, für viele Baumaterialien und die Weitergabe dieser Kosten an die Bauträger.
Die Steigerungsrate bei den Baukosten hat sich ab 2024 wieder auf ihr normales Niveau eingependelt: In den Jahren vor 2020 lag die jährliche Preissteigerungsrate im Schnitt bei etwa 2,3 Prozent. (cm)