Fussball
Wenn Luxemburger sich begegnen
Zwei Luxemburger im selben Profiverein – ein seltenes, aber immer wiederkehrendes Phänomen. Mit Aiman Dardari und Mathias Olesen in Fürth sowie Luc Holtz und Vincent Thill in Mannheim reihen sich zwei neue Duos in diese lange Liste von Spielern und Trainern ein. Ein kleiner Überblick.
Die Brüder Olivier (l.) und Vincent Thill spielten einmal kurz zusammen, bevor sie ruckartig aus der Ukraine flüchten mussten Foto: Editpress/Gerry Schmit
Aiman Dardari und Mathias Olesen (Greuther Fürth/D): Seit Donnerstag stehen sie gemeinsam auf dem Trainingsplatz. Dardari wurde vom Bundesligisten FC Augsburg an den Zweitligisten Greuther Fürth verliehen und soll die Offensive der Kleeblätter in der Rückrunde beleben. Im Sommer wird er jedoch zum FCA zurückkehren. Olesen muss sich unter dem neuen Trainer Heiko Vogel wieder seinen Stammplatz erobern.
Luc Holtz und Vincent Thill (Waldhof Mannheim/D): Der Ausraster von Rotterdam ist vergessen. Damals trat Thill nach seiner Auswechslung den Medizinkoffer um und brüskierte seinen Trainer Luc Holtz. Der ehemalige Nationaltrainer Luxemburgs war schon immer ein Förderer von Thill und so überrascht es nicht, dass er dem kleinen Techniker bei Waldhof Mannheim eine Chance geben will.
Laurent Jans und Mica Pinto (Sparta Rotterdam/NL): Der niederländische Erstligist lief in der Saison 2021/22 mit einer luxemburgischen Flügelzange auf. Laurent Jans beackerte die rechte Abwehrseite, während Mica Pinto auf links zum Einsatz kam. Während Pinto Stammspieler war, kam Jans nur selten über die Reservistenrolle hinaus. Nach einem Jahr ging es für den FLF-Kapitän weiter zu Waldhof Mannheim. Pinto blieb noch ein Jahr Spartaner
Fernand Jeitz, Johny Leonard und Nico Braun (FC Metz/F): In den 60er- und 70er-Jahren überschnitten sich drei Luxemburger beim FC Metz. Johny Leonard lief gemeinsam mit Fernand Jeitz für die „Grenats“ auf, während Braun später noch kurz mit Jeitz zusammenspielte. Braun wurde zum erfolgreichsten Angreifer der Vereinsgeschichte. Er und sein argentinischer Sturmpartner Hugo Curioni waren als „les artilleurs de Metz“ bekannt. Johny Leonard kam in zwei Saisons immerhin auf 29 Treffer und Fernand Jeitz blieb dem Verein zehn Jahre lang treu.
Jeff Saibene und Guy Hellers (Standard Liège/B): Während sich Guy Hellers bei Standard Liège zu einer Vereinsikone entwickelte, schaffte Jeff Saibene den Durchbruch bei „les Rouches“ nicht. 1989, mit 21 Jahren und nach nur sieben Einsätzen in der ersten belgischen Liga, verließ er den Verein und wurde in der Schweiz glücklich.
Yvandro Borges und Tiago Pereira (Borussia Mönchengladbach/D): Obwohl beide seit 2023 beim gleichen Verein unter Vertrag standen, bestritten Borges und Pereira weder ein Spiel zusammen, noch standen sie zusammen in einem Spieltagskader. Borges kam in dieser Zeit – auch wegen Verletzungen – nur auf acht Bundesligaspiele für die Fohlen. Pereira kam vergangenes Saison zu seinem Debüt.
Vahid Selimovic und Chris Philipps (FC Metz/F): In der Saison 2017/18 standen beide gemeinsam im Ligue-1-Aufgebot des FC Metz – des Vereins, in dem beide zum Profi ausgebildet wurden. Gemeinsam auf dem Platz standen die Luxemburger jedoch nie. Philipps kam in dieser Saison nur in der Hinrunde zum Einsatz. Selimovic wurde ausschließlich in der Rückrunde eingesetzt. Nach dieser Saison verließen die beiden Abwehrspieler den Verein. Philipps wurde an Preußen Münster ausgeliehen und Selimovic unterschrieb bei Apollon Limassol.
Stéphane Gillet und Guy Hellers (Standard Liège/B): Am 10. Dezember 1997 durfte Guy Hellers wieder einen Luxemburger bei seinem Klub begrüßen. Torwart Stéphane Gillet – der damals 20 Jahre alt war – bekam im belgischen Pokalspiel gegen KV Oostende seine Chance, sich zu beweisen. Es sollte sein erster und letzter Einsatz für Standard Liège sein. Hellers stand in diesem Tag übrigens nicht auf dem Platz.
Jeff Saibene und Mario Mutsch (FC St. Gallen/CH): Eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit hatten Jeff Saibene und Mario Mutsch beim FC St. Gallen. Der Trainer und sein Rechtsverteidiger schafften in der Saison 2013/14 den Sprung in die Gruppenphase der Europa League. Mutsch kam 109-mal unter Saibene zum Einsatz – so oft wie bei keinem anderen Trainer in seiner Profikarriere.
Olivier und Vincent Thill (Worskla Poltawa/UKR): Vor allem die menschliche Tragödie wird den Brüdern aus dieser Zeit in Erinnerung bleiben. Nach dem Kriegsausbruch flüchteten sie gemeinsam aus der Ukraine. Bei Worskla Poltawa hatte Olivier seine beste Zeit als Profi. Vincent kam nach seinem Wechsel nur zweimal zum Einsatz, weil er sich frühzeitig verletzte.
Nico Braun und Chico Rohmann (Sporting Charleroi/B): Nach Schalke 04 und dem FC Metz war der Sporting Charleroi die nächste Station in der Vita von Nico Braun. Für den Verein aus belgischen Arbeiterstadt erzielte der Angreifer neun Treffer in zwei Jahren. Sein Teamkollege war damals Abwehrspieler Nico „Chico“ Rohmann. Im zweiten gemeinsameen Jahr stieg Charleroi ab. Später bekam Braun ein Angebot aus den USA, das er ablehnte. Rohmann unterschrieb bei San Diego Sockers und traf in den Staaten so einige damalige Weltstars.
Gerson Rodrigues und Olivier Thill (Eyüpspor/TUR): Nach dem Ausbruch des Ukraine-Krieges wurde Olivier Thill im Frühjahr 2022 von Worskla Poltawa an den türkischen Zweitligisten Eyüpspor ausgeliehen. Zusammen mit dem ebenfalls neu verpflichteten Gerson Rodrigues (kam damals von ES Troyes/F) sollte das Duo dabei helfen, den Aufstieg in die Süper Lig zu schaffen. Trotz dreier Tore von Rodrigues und eines Treffers von Thill wurde dieses Ziel jedoch verfehlt. Es blieb bei der kurzen Zusammenarbeit. Rodrigues zog weiter nach Saudi-Arabien, während sein Teamkollege sich zunächst das Kreuzband riss und danach fest von Eyüpspor verpflichtet wurde.
Othon Hemmen und Gusty Kemp (FC Metz/F): Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg verpflichtete der FC Metz zwei Luxemburger. Abwehrspieler Othon Hemmen kam von der Union Luxemburg und Gustave Kemp vom Progrès Niederkorn. In dieser Zeit wurde Kemp mit 55 Toren in der Ligue 1 einer der besten Torschützen der Metzer Vereinsgeschichte.
Eric Veiga und Gerson Rodrigues (AVS Futebol/F): Beide gingen mit unterschiedlichen Zielen in die Saison. Für Veiga war es bereits ein Erfolg, zwölfmal in der ersten portugiesischen Liga eingesetzt zu werden, nachdem er in der Saison zuvor bei AVS Futebol wegen Verletzungen keine Rolle gespielt hatte. Rodrigues kam als Hoffnungsträger für den Sturm. Beide konnten den Klub nicht vor dem Abstieg bewahren.
* Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigeit.