Tour de France

Waerenskjold überrascht die Sprinter auf der Express-Etappe

Sören Waerenskjold beendete die schnellste Tour-Etappe der Geschichte mit einem Jubelschrei am Ufer der Loire, die düpierte Sprint-Konkurrenz rollte völlig ausgepumpt und enttäuscht über die Ziellinie. Der Norweger bewies auf dieser Express-Etappe das richtige Gespür für den Moment.

Sören Waerenskjold überraschte die reinen Sprinter am Mittwoch in Nevers

Sören Waerenskjold überraschte die reinen Sprinter am Mittwoch in Nevers Foto: AFP/Loïc Venance

Im chaotischen Massensprint der 11. Etappe lancierte der 26-jährige Waerenskjold frühzeitig den Zielsprint und rettete den knappen Vorsprung für seinen ersten Tour-Etappensieg ins Ziel. Waerenskjold verwies den Niederländer Olav Kooij (Decathlon CMA CGM) und den Belgier Japser Philipsen (Alpecin-Premier Tech) auf die Plätze. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50,91 km/h war es die schnellste Straßenetappe in der Geschichte der Tour de France – über alle 113 Austragungen hinweg.

Das Gelbe Trikot von Spitzenreiter Tadej Pogacar geriet auf dem weitgehend flachen Teilabschnitt an das Ufer der Loire nicht in Gefahr. Der viermalige Gesamtsieger aus Slowenien (UAE Emirates-XRG) hat weiter 3:36 Minuten Vorsprung auf Verfolger Jonas Vingegaard (Dänemark/Visma-Lease a Bike).

Verregneter Auftakt

Nach den Hitzetagen der ersten Tour-Hälfte sorgte der verregnete Auftakt zur 11. Etappe für eine willkommene Abwechslung. Das Risiko scheuten die Fahrer auf rutschigem Asphalt nicht, der Kampf um den Sprung in die Fluchtgruppe des Tages wurde mit Vollgas ausgefahren. Ein Quartett um den zweimaligen französischen Weltmeister Julian Alaphilippe setzte sich ab. Mit nur zwei Bergwertungen der 4. Kategorie waren Erfolgsaussichten jedoch praktisch nicht vorhanden.

Denn das Tempo auf der Express-Etappe blieb auch bei aufklarendem Himmel hoch. Zur Halbzeit lag der Temposchnitt bei über 52 km/h. Pogacar rollte im Gelben Trikot locker mit, einzig ein Defekt seines Funkgeräts störte den für ihn ansonsten ereignisarmen Tag.

Hektisch wurde es im Kollektiv erst im Finale. Eine Engstelle sechs Kilometer vor dem Ziel nahm das Peloton ohne Zwischenfälle, dann begann die Vorbereitung auf den „Sprint royal“. Die großen Namen wie Tim Merlier wurden von Waerenskjolds Vorstoß düpiert. Der Belgier, der bislang zwei Etappen im Sprint gewonnen hat, kam nicht über den 15. Platz hinaus.

Am Donnerstag bietet sich den Sprintern schon die vermutlich letzte Chance auf einen Tageserfolg.

Im Überblick

113. Tour de France, 11. Etappe: Vichy - Nevers (161,3 km):
1. Sören Waerenskjold (Norwegen/Uno-X) in 3:10:06 Stunden, 2. Olav Kooij (Niederlande/Decathlon), 3. Jasper Philipsen (Belgien/Alpecin), 4. Milan Fretin (Belgien/Cofidis), 5. Huub Artz (Niederlande/Lotto Intermarché), 6. Biniam Girmay (Eritrea/NSN), 7. Anthony Turgis (Frankreich/TotalEnergies), 8. Clément Russo (Frankreich/Groupama), 9. Fernando Gaviria (Kolumbien/Caja Rural), 10. Pascal Ackermann (Deutschland/Jayco AlUla) alle gleiche Zeit, ... 129. Alex Kirsch (Cofidis/Luxemburg) 0:36
Gesamtwertung nach 11 von 21 Etappen: 1. Tadej Pogacar (Slowenien/UAE) in 39:15:02 Stunden, 2. Jonas Vingegaard (Dänemark/Visma) 3:36, 3. Remco Evenepoel (Belgien/Red Bull) 4:06, 4. Juan Ayuso (Spanien/Lidl-Trek) 4:22, 5. Paul Seixas (Frankreich/Decathlon) 4:35, 6. Florian Lipowitz (Deutschland/Red Bull) 4:44, 7. Isaac Del Toro (Mexiko/UAE) 5:08, 8. Matthias Skjelmose (Dänemark/Lidl-Trek) 5:45, 9. Lenny Martinez (Frankreich/Bahrain) 6:34, 10. Tom Pidcock (Großbritannien/Q36.5) 11:49

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