Formel 1

Von „absolut nutzlos“ zu Titel Nummer acht: Hamilton träumt wieder

Ein Jahr nach seinem sportlichen Tiefpunkt in Ungarn kehrt Lewis Hamilton nach Budapest zurück – und alles hat sich verändert.

Lewis Hamilton hat eine Menge Selbstvertrauen getankt und zeigt sich dabei angriffslustig

Lewis Hamilton hat eine Menge Selbstvertrauen getankt und zeigt sich dabei angriffslustig Foto: dpa/David Davies

Lewis Hamilton rechnete knallhart mit sich ab. „Nutzlos, absolut nutzlos“ sei er, motzte der Rekordweltmeister in Budapest, die eigene Leistung so „schrecklich“, dass Ferrari „wahrscheinlich den Fahrer wechseln“ sollte. Zwölf Monate nach Hamiltons bemerkenswerter Selbstgeißelung kehrt die Formel 1 nun an den Hungaroring zurück – und die Scuderia ist heilfroh, dass sie den Worten ihres zutiefst enttäuschten Superstars keine Taten hat folgen lassen.

„Eines Tages, wenn ich meine Dokumentation drehe, werde ich euch alles über dieses Wochenende erzählen und darüber, was dazu geführt hat“, sagte Hamilton vor dem Großen Preis von Ungarn am Sonntag (15.00 Uhr MESZ/Sky). Zu sehr ins Detail wollte der Engländer aber nicht gehen, schließlich sei er „meilenweit entfernt von dem Punkt, an dem ich letztes Jahr war“. Statt am Boden zu liegen, strotzt Hamilton wieder vor Motivation und Selbstvertrauen – und befindet sich mitten im Titelkampf der Königsklasse.

„Stolz auf alle im Team und auf mich selbst“

Nicht wenige hatten Hamilton während seiner verkorksten ersten Saison im legendären Rot den Rücktritt aus seinem geliebten Sport nahegelegt. Nach großen Anlaufschwierigkeiten lässt er im Alter von 41 Jahren nun aber doch die Herzen der Tifosi höher schlagen, vor der Sommerpause liegt Hamilton als erster Verfolger von Mercedes-Shootingstar Kimi Antonelli nur 45 Punkte zurück.

Der Traum vom historischen achten Triumph, der spätestens im vergangenen Jahr in Budapest endgültig geplatzt schien, und dem ersten Ferrari-Titel seit Kimi Räikkönen 2007 lebt. „Ich bin stolz auf alle im Team und ich bin stolz auf mich selbst“, sagte der nimmermüde Hamilton rückblickend: „Dafür, dass ich mich aus dieser Situation, in der ich war, wieder herausgekämpft habe.“

Als Lohn fährt er nun wieder am vorderen Ende des Feldes, und auch in Ungarn zählt der „King of Hungaroring“ zu den heißesten Sieganwärtern. Auf dem technischen Kurs hält Hamilton mit acht Triumphen den Rekord für die meisten Erfolge, neunmal ging er von der Pole-Position ins Rennen. Zudem sind seine 487 Führungsrunden in Ungarn eine Bestmarke, kein anderer Fahrer hat auf irgendeiner Strecke mehr.

Angriffslustig

Hamilton liebt sein „Monaco ohne Seitenplanken“, auch dem Ferrari sollten die vielen verwinkelten Kurven sehr gut liegen. Mercedes und vor allem Antonelli seien zwar „nach wie vor der Maßstab, und es wird dieses Wochenende nicht leicht sein, sie zu schlagen“, sagte Hamilton, „aber ich denke, wir haben kleine Fortschritte gemacht. Hoffentlich können wir uns mit ihnen messen.“

Es sind angriffslustige Sätze, an die Hamilton vor einem Jahr wohl selbst nicht mehr geglaubt hätte. „Ich bin dankbar dafür, wie wir uns als Team weiterentwickelt haben, dass die Puzzleteile, die ich zusammenfüge, nun zusammenpassen“, sagte der siebenmalige Champion: „Und jetzt sind wir hier mit einem großartigen Auto und einem großartigen Gesamtpaket, mit dem wir kämpfen können.“ Und von Titel Nummer acht träumen dürfen.

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