WM 2026

Trump als Partycrasher in New York: „Störungen und Chaos“

Die Fans der New York Knicks bereiten sich auf den größten Tag seit mehr als 50 Jahren vor, doch Donald Trump kommt als Spielverderber. Der Präsidentenbesuch verhindert die Watchparty, ein Vorgeschmack auf die Fußball-WM.

Trump-Fans bei Veranstaltung, teils gestört, politische Stimmung und Meinungsvielfalt sichtbar

Werden die Fans von Trump gestört? Foto: Getty Images via AFP

Auf der Plaza33 in Midtown Manhattan, direkt neben dem Madison Square Garden, bleiben die Bildschirme schwarz. Ausgerechnet jetzt. Die übliche Watchparty unter freiem Himmel fällt für die Fans der New York Knicks wegen des Besuchs von US-Präsident Donald Trump bei Spiel drei der NBA-Finals flach. Ein Aufreger für arg gequälte Seelen – und natürlich auch ein Vorgeschmack auf das, was bei der Fußball-WM zu erwarten ist.

Seit 1973, also mehr als 50 Jahre, warten die Knickerbockers in der Basketball-Profiliga schon auf ihren dritten Titel. In dieser Woche könnte es so weit sein, es steht 2:0 in der Best-of-seven-Serie gegen die San Antonio Spurs, und nun kommen zwei Heimspiele. Die Stadt ist natürlich in heller Aufregung, und inmitten dieser platzte die Nachricht vom Sonntag. Das Public Viewing wurde abgesagt.

„Diese Maßnahme ist in enger Abstimmung mit dem Secret Service aufgrund des Besuchs des Präsidenten erfolgt“, hieß es in einer Mitteilung des New York Police Department gut 24 Stunden vor dem dritten Finale. Man gehe aber „davon aus, dass die Watchparty am Madison Square Garden bei Spiel 4 wieder stattfinden wird“. Erst mal positiv, denn im besten Fall könnten sich die Knicks am Mittwoch (Ortszeit) zum Champion krönen.

Doch wer weiß, ob der gebürtige New Yorker Trump nicht noch einmal kommt. Es wäre schlimm für die Fans, denn die günstigsten Tickets im MSG liegen bei 8.000 Dollar. Da bleibt für die meisten nur eine der Watchparties als Alternative. Es gibt weitere am Wollmann Rink im Central Park und im Brooklyn Bowl, aber natürlich ist die vor der Arena besonders beliebt.

Dass sie ausfällt, sorgt für Ärger. Nicht nur bei ESPN-Reporter Stephen A. Smith. „Ich will ihn dort nicht haben“, sagte der Journalist zum Trump-Besuch: „Es hat nichts mit Politik zu tun. Es hat alles mit ihm zu tun, der Störungen verursacht und gleichzeitig zum Chaos beiträgt, das im Madison Square Garden herrschen wird.“ Denn er erwarte eine Atmosphäre, „wie ich sie in meiner gesamten Karriere als Sportreporter noch nie gesehen habe“.

Am Freitag waren auf dem Platz zwischen der 33. und 34. Straße beim Public Viewing rund um Spiel 2 allerdings auch mehr als zwei Dutzend Fans festgenommen worden. Das dürfte in die Entscheidung zur Absage zumindest mit eingeflossen sein.

Trump hatte zuletzt die Einladung des Knicks-Eigentümers James Dolan zu einem Spiel angenommen. Auch Bürgermeister Zohran Mamdani, ein Demokrat, wird erwartet. Der Frage, ob Fans den Republikaner Trump ausbuhen sollten, wich er aus. „Eine der Lektionen, die ich gelernt habe, lautet: Gib anderen Knicks-Fans keine Ratschläge. Sie werden ihre eigenen Entscheidungen treffen.“

Bei der Fußball-WM dürfte es in den kommenden Wochen sicher häufiger Einschnitte wegen Sicherheitsfragen um Trump geben. Der Präsident wird das Heimturnier zur Selbstinszenierung nutzen, es sei an die Auslosung und an sein kumpelhaftes Verhältnis zu FIFA-Boss Gianni Infantino erinnert. Stichwort Friedenspreis. Den gebeutelten Fans der Knicks hilft aber nicht, dass auch andere leiden müssen. (SID)

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