Olympia
Trotz Trainer-„Klau“: Gremaud bezwingt Gu
Eileen Gu „stiehlt“ Rivalin Mathilde Gremaud den Coach – und verliert das Gold-Duell erneut.
Gewann Gold im Freestyle: Mathilde Gremaud aus der Schweiz Foto: AFP/Kirill Kudryavtsev
Eileen Gu quälte sich zu einem Silber-Lächeln, Olympiasiegerin Mathilde Gremaud würdigte Chinas Freestyle-Superstar keines Blickes. Winzige 0,38 Punkte fehlten der zweimaligen Siegerin der Peking-Spiele, um endlich auch im Slopestyle ganz oben zu stehen – doch wie vor vier Jahren machte ihr Gremaud auch in Livigno einen Strich durch die Goldrechnung. Dabei hatte sie alles versucht, auf und neben dem Snow Park.
Wie vor ihrem Doppel-Schlag 2022 in Big Air und Halfpipe hatte sich Gu auch vor diesen Spielen die Dienste von Trainer Misra Noto gesichert – der dafür wie damals Gremaud verließ. Die Schweizer Boulevardzeitung Blick schrieb von „Verrat“.
Die Mission von Gu und Coach Noto: Dem Doppelsieg von vor vier Jahren das Triple 2026 folgen lassen. Und tatsächlich legte Gu, die Sport-, Mode- und Social-Media-Ikone, im Finale von Livigno bärenstark los: 86,58 Punkte für ihren ersten Lauf über Rails und Kicker war eine Ansage. Doch Weltmeisterin Gremaud konterte im zweiten Run mit nie zuvor gesehenen Tricks und 86,96 Zählern, danach küsste sie selig ihre Ski.
Sturz im dritten Run
Als Gu dann im dritten Run am ersten Hindernis stürzte, schnappte sich Gremaud eine Schweizer Flagge und war nicht mehr zu bremsen. Ihr dritter Run geriet zum Lustlauf, am Fuße des Parks wartete die geschockte Gu.
„Es ist schon ein bisschen witzig“, sagte die gebürtige US-Amerikanerin später über das ungewollte Déjà-vu, aber sie habe seit Peking „vier harte Jahre mit Verletzungen und mentalem Zeug“ erlebt, da sei dieses Silber schon in Ordnung.
Die Herzen fliegen der vielfach begabten Multimillionärin ohnehin zu, Fans tragen ihr im Netz und vor Ort auf Plakaten zu Tausenden die Ehe an. „Wir“, hielt der Schweizer Chefcoach Dominik Furrer dem Wirbel spitz entgegen, „sind ja nicht wegen eines Heiratsantrags hier – sondern wegen des Skifahrens. Und da gibt’s nur eine Königin.“
Sie hieß und heißt: Mathilde Gremaud.