Olympia
Skistar Lindsey Vonn muss nach schwerem Sturz zum zweiten Mal operiert werden
Lindsey Vonn liegt abgeschirmt in einem Krankenhaus in Treviso. Zum Gesundheitszustand gibt es nur spärliche Information.
Lindsey Vonn wurde nach ihrem schweren Sturz mit dem Helikopter ins Krankenhaus geflogen Foto: AFP/Marco Bertorello
Am Tag nach ihrem Crash und einer ersten Operation griff Lindsey Vonn schon wieder zum Handy. Am Vormittag kommentierte sie auf X den Beitrag eines Reporters. „Thank you, Dan!“, schrieb sie an einen Mann namens Dan Walker, der nach der Olympia-Abfahrt der Frauen ein Loblied auf die schwer gestürzte Amerikanerin gesungen hatte.
Nach ihrem schweren Sturz wird Vonn möglicherweise noch einige Tage im Ospedale Ca’ Foncello in Treviso bleiben müssen. Vonn wurde dort bereits ein zweites Mal operiert, wie die Klinik am Montag der italienischen Nachrichtenagentur ANSA bestätigte. Vonn selbst wird von Mitarbeitern des US-Teams abgeschirmt.
Zu ihrem Gesundheitszustand gibt es deshalb nur spärliche Informationen. Laut ANSA erlitt Vonn einen Bruch am linken Oberschenkelknochen, die Stelle wurde mit einer Außenschiene fixiert.
Vonn war am Sonntag zunächst im Krankenhaus von Cortina d’Ampezzo erstversorgt worden, anschließend wurde sie ins rund 100 Kilometer entfernte Treviso verlegt. Dort operierten Ärzte den Bruch, den sie bei ihrem kapitalen Sturz nach nur rund 13 Fahrsekunden erlitten hatte.
Diskussion in den sozialen Medien
In den sozialen Medien konnte Vonn am Montag auch lesen, was ihren Trainer Aksel Lund Svindal bewegte. „Lindsey“, schrieb der norwegische Abfahrts-Olympiasieger von 2018 bei Instagram, „du bist unglaublich mutig. Du inspirierst die Menschen, die deinen Weg verfolgen – und uns, die jeden Tag eng mit dir zusammenarbeiten.“
Svindal betonte in seiner Nachricht auch die Reaktion von Vonn auf den Olympiasieg von Teamkollegin Breezy Johnson. „Sagt Breezy Glückwunsch und gute Arbeit“, habe sie trotz ihres eigenen Schicksals vor ihrem Abtransport ins Krankenhaus als die wichtigste Botschaft ausrichten lassen, gab Svindal zu verstehen. Er leitete daraus ab: „Wahrer Charakter zeigt sich in den schweren Momenten.“
Am Montag äußerte sich erneut auch Johan Eliasch, Präsident des Ski- und Snowboard-Weltverbandes. „Es war tragisch, besonders wenn man all die harte Arbeit bedenkt, die sie über Jahre hinweg in die Vorbereitung auf dieses Rennen gesteckt hat – bis hin zu gestern“, sagte er in Bormio. Er betonte aber auch: „Auch das ist etwas, das zum Skirennsport gehört. Es ist ein gefährlicher Sport.“
Das weiß auch Markus Wasmeier. Der Doppel-Olympiasieger traut Vonn „alles zu“, wie er bei ran.de sagte, auch ein abermaliges Comeback. „In der nächsten Saison steht eine Weltmeisterschaft an“, betonte Wasmeier: „Deswegen ist das nicht abwegig. Die gute Frau ist für Überraschungen immer gut.“