Radsport

Tour-Doppelspitze: „Frontmann“ Evenepoel, „Wingman“ Lipowitz

Der Red-Bull-Rennstall will mit einer Doppelspitze Superstar Tadej Pogacar bei der Frankreich-Rundfahrt unter Druck setzen. Kann die Rollenverteilung funktionieren?

Remco Evenepoel und Florian Lipowitz fahren gleichberechtigt nebeneinander bei der Tour de France Radrennen

Remco Evenepoel (r.) und Florian Lipowitz sind bei der Tour de France gleichberechtigt Foto: dpa/Clara Margais

In der Doppelspitze mit dem deutschen Radstar Florian Lipowitz und dem belgischen Olympiasieger Remco Evenepoel bei der Tour de France sieht Red-Bull-Teamchef Ralph Denk kein Konfliktpotenzial. „Ich bin überzeugt, dass das sehr gut funktioniert“, sagte Denk in einer Medienrunde vor der am 4. Juli beginnenden Frankreich-Rundfahrt und ergänzte: „Nach wie vor ist Remco schon der Frontmann und Florian so ein bisschen der Wingman.“

Das liege aber mehr daran, dass Evenepoel als amtierender Zeitfahr-Weltmeister und Doppel-Olympiasieger von Paris medial mehr im Rampenlicht stehe. Beide seien im Rennen gleichberechtigt, betonte der deutsche Teamchef: „Schlussendlich wird auch der Tag irgendwann mal kommen, wo sich der eine oder andere besser fühlt. Das müssen dann die beiden untereinander ausmachen auf der Straße.“

Das Red-Bull-Team hatte den belgischen Radstar im Winter für eine Millionensumme verpflichtet. Ob sich Evenepoel mit einer Helferrolle in den Bergen anfreunden kann, wenn der Vorjahresdritte Lipowitz besser sein sollte, bleibt spannend. Man habe mit beiden gesprochen, Trainingslager und Rennen gemeinsam absolviert.

Schwer, Pogacar überhaupt herauszufordern

Bei der Katalonien-Rundfahrt im Frühjahr habe das gut funktioniert. „Man hat ganz neue Seiten gesehen von Remco in dem Fall als Edelhelfer für Florian und es ist auch kein Geheimnis, dass Florian wahrscheinlich da nicht Dritter geworden wäre ohne Remco“, sagte Denk.

Die Saison sei für Lipowitz wie für das ganze Team bislang „phänomenal“ verlaufen, so Denk. Erst am Wochenende hatte Lipowitz die Slowenien-Rundfahrt gewonnen. „Siege bringen immer Selbstvertrauen“, sagte der 52-Jährige, der auf eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr hofft: „Ich habe noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass es mein persönlicher Wunsch ist, irgendwann die Tour de France zu gewinnen.“

Gegen den viermaligen Champion Tadej Pogacar sei dies aber sehr schwierig. „Wenn alles normal läuft aus seiner Sicht, wird es verdammt schwer, ihn überhaupt da herauszufordern“, meint Denk. Die Leistungen des Slowenen seien „outstanding“. (dpa)

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