T71 Düdelingen

Tom Schumacher und die Leidenschaft für den Trainerjob

Tom Schumacher ist zurück: Nachdem er vor vier Jahren bereits die Herren des T71 kurzzeitig übernommen und etwas unerwartet noch ins Finale geführt hatte, soll er mit den Damen nun den Meistertitel holen. Die Leidenschaft für den Trainerjob ist dabei nicht zu übersehen.

Tom Schumacher auf der Trainerbank des T71 Düdelingen während eines Basketballspiels

Tom Schumacher wird nicht zum ersten Mal beim T71 Düdelingen auf der Trainerbank sitzen Foto: Editpress/Gerry Schmit

Als der T71 Düdelingen am Montagabend bekannt gab, dass die Damenmannschaft einen neuen Trainer erhält, dürfte es kaum jemanden überrascht haben, dass die Wahl auf Tom Schumacher fiel. Die Vereinsikone, die mit dem Team aus der „Forge du Sud“ während ihrer aktiven Karriere sechs Meistertitel und fünf Pokalsiege feierte, ist dem Klub auch nach dem Ende ihrer Spielerlaufbahn als Jugendtrainer treu geblieben.

Bereits in der Saison 2021/22 sprang Schumacher bei der Herrenmannschaft ein und führte das Team nicht nur in letzter Sekunde noch in die Play-offs, sondern schaffte mit dem T71 sogar den Einzug ins Finale, wo sich Düdelingen erst im entscheidenden fünften Spiel der Amicale Steinsel geschlagen geben musste. Ein Husarenritt, der bis heute in Erinnerung geblieben ist. Als sich der Verein im Oktober von Herrentrainer Christophe Ney trennte, war es ebenfalls Schumacher, der kurzfristig als Interimslösung einsprang.

Nicht damit gerechnet

„In dieser Saison habe ich gar nicht mit so etwas gerechnet. Es gab ja auch keinen direkten Anlass“, erklärt Schumacher mit Blick auf seine neue Aufgabe als Damentrainer. „Ich war zwar immer offen, falls einmal ein neuer Coach gesucht werden sollte. Normalerweise starte ich aber lieber vor einer Saison – auch wenn es diesmal anders gekommen ist“, sagt er mit einem Lachen.

Dass ihn diese Aufgabe reizt, daraus macht Schumacher kein Geheimnis – zumal er seit Kurzem auch im Besitz des B-Trainerdiploms ist. „Mein Plan war es schon immer, irgendwann einmal etwas im Seniorenbereich zu machen. Meine Kinder sind aber noch klein, deshalb habe ich das bisher nicht umgesetzt. Jetzt sind es noch drei Monate, das kriegen wir hin.“

In dieser Saison habe ich gar nicht mit so etwas gerechnet. Es gab ja auch keinen direkten Anlass.

Tom Schumacher

Dass viele erwarten, er könne künftig längerfristig bei der Damenmannschaft das Ruder übernehmen, ist Schumacher bewusst. Zuerst will er aber einmal die kommenden Monate auf sich zukommen lassen. „Man weiß ja nie, wie sich etwas entwickelt. Es kann ja auch sein, dass es am Ende nicht passt. Wir haben jetzt erst einmal eine klare Mission: den Meistertitel. Das haben wir beim ersten Training am Dienstag auch angesprochen. Danach schauen wir weiter.“

Erfolgsdruck steigt

Die Entscheidung, bei der Damenmannschaft zu übernehmen, ist ihm dann doch nicht ganz so leicht gefallen, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. „Ich war grundsätzlich überzeugt, musste aber erst einmal nachdenken. Es kam einfach sehr schnell. Wir spielen bereits am Freitag, außerdem musste ich schauen, wie die Spieltermine überhaupt fallen – zumal bei mir auch schon ein Urlaub gebucht ist und ich weiterhin die Cadets coache.“

Gerade dieses Jugendteam wollte Schumacher keinesfalls im Stich lassen. „Das wäre ihnen gegenüber nicht fair gewesen. Es ist eine tolle Mannschaft, mit der die Arbeit Spaß macht. Mir war wichtig, dass sich alles unter einen Hut bringen lässt.“

Die Leidenschaft, mit der Tom Schumacher seine Traineraufgabe angeht, ist direkt spürbar. So war es bereits während seiner Spielerkarriere. „Ich finde es einfach schön, ein Teil der Entwicklung der Spieler sein zu können, das gefällt mir am Trainerjob. Im Jugendbereich ist das noch einmal anders, dort ist alles etwas entspannter.“

Es ist jetzt, wie es ist, und wir müssen nach vorne schauen und direkt wieder angreifen

Tom Schumacher

Nach seinem erfolgreichen Intermezzo bei den Herren dürften viele auch diesmal einen ähnlich erfolgreichen Parcours von Trainer Schumacher erwarten. Dass dadurch mehr Druck auf ihm lastet, weiß der 38-Jährige – doch negativ sieht er das nicht. „Druck ist immer da. Ich bin der letzte, der behauptet, dass er alles weiß und kann. Ich mache mir eher Druck, ob ich das alles schaffe.“ Wer Tom Schumacher kennt, weiß jedoch: Verlieren mag er nicht, wie er lachend bestätigt.

Bereits am Freitag kommt es für die T71-Damen in der Meisterschaft zum Wiedersehen mit der Sparta Bartringen – ein Duell, auf das sich Tom Schumacher sichtlich freut. „Sie haben das Pokalfinale verdient gewonnen. Ich freue mich, wenn wir gefordert werden. Titel zu gewinnen ist doch viel schöner, wenn der Konkurrenzkampf da ist, Spiele spannender und intensiver sind. Das sehe ich positiv – auch für den Damenbasketball.“

Mreches fällt aus

Auch wenn die letzten Wochen bei seinem Team sicherlich Spuren hinterlassen haben, ist laut Schumacher die Moral im Team intakt. „Wir haben viele erfahrene Spielerinnen im Kader, die schon viel gewonnen aber auch verloren haben und wissen, wie sie mit so etwas umgehen. Und für die Jüngeren war es eine größere Erfahrung, die sie weiterbringen wird.“ Dennoch dürfte vor allem der Ausfall von Catherine Mreches nicht leicht zu verkraften sein, die sich in der Arena der Coque am Samstag die Hand hielt und tatsächliche einen Bruch erlitten hat. Ausgerechnet Mreches, die sich erst nach langer Verletzungspause zurückgekämpft hat.

„Es ist jetzt, wie es ist, und wir müssen nach vorne schauen und direkt wieder angreifen“, hat Schumacher dem Team am Dienstag mit auf den Weg gegeben. „Natürlich ging alles sehr schnell. Mathieu (Ex-Trainer Fivet) war ein guter Mensch und hat vieles richtig gemacht – immerhin haben sie bis zur vorletzten Woche alles gewonnen. Ich kann und will das alles nicht beurteilen, da ich auch nicht genug Spiele gesehen habe. Aber man darf nicht nur auf die beiden letzten Wochen schauen, so einfach war es sicherlich auch nicht.“

Mit Mreches und Svenia Nürenberg sind übrigens noch zwei Spielerinnen im Team, die Tom Schumacher damals bei den Filles Scolaires gecoacht hat. „Wir hatten immer mal darüber gesprochen, dass es cool wäre, wenn das noch einmal der Fall sein könnte. Das macht einem das Leben natürlich einfacher. Ob die jungen Spielerinnen mich noch als Spieler kennen, weiß ich aber nicht“, meint er scherzhaft. Dass er ein Team hat, das Freude macht zu coachen, ist für Schumacher, der sich auf die neue Herausforderung freut, allerdings klar.

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