Australian Open

Taumelnder Djokovic übersteht Drama – und fordert Sinner

Novak Djokovic hat im Viertelfinale der Australian Open viel Glück. Nun wartet der Titelverteidiger auf den Grand-Slam-Rekordsieger.

Novak Djokovic zeigt enttäussten Gesichtsausdruck nach Halbfinaleinzug bei Tennisturnier

Große Freude kam bei Novak Djokovic nach seinem Halbfinaleinzug nicht auf Foto: AFP/William West

Novak Djokovic lächelte gequält. Freude wollte beim Grand-Slam-Rekordsieger in der Rod Laver Arena in Melbourne kaum aufkommen. Doch nicht etwa das drohende Halbfinalduell mit Angstgegner Jannik Sinner bereitete dem Serben Kummer – nein, es war die Tatsache, dass er seinen Einzug in die Vorschlussrunde der Australian Open wohl nur der Verletzung seines Gegners zu verdanken hatte.

„Ich weiß nicht, was ich sagen soll, außer, dass er mir sehr leidtut. Er war der deutlich bessere Spieler, ich war schon auf dem Heimweg heute Nacht“, sagte Djokovic, nachdem der zuvor überragende Lorenzo Musetti beim Stand von 6:4, 6:3, 1:3 aus seiner Sicht verletzungsbedingt aufgegeben hatte.

Der 38 Jahre alte Djokovic präsentierte sich auf seiner zunehmend verzweifelten Jagd nach dem 25. Major-Titel in mäßiger Form. Er steht dennoch vor einem Halbfinale gegen Sinner, der Ben Shelton (USA) beim 6:3, 6:4, 6:4 keine Chance ließ.

„Er spielt gerade auf einem so hohen Niveau. Er und Carlos (Alcaraz, d. Red.) sind die beiden besten Spieler der Welt“, sagte Djokovic, der die vergangenen fünf Matches gegen Sinner verloren hat – darunter die Halbfinals der French Open und in Wimbledon 2025. Sinner sei natürlich „der absolute Favorit“, gestand Djokovic, „aber man weiß ja nie“.

Top vier der Weltrangliste machen Titel unter sich aus

Sinner legte in der Tat auch gegen Shelton seine fast ermüdende Dominanz an den Tag. Er hat nun die letzten neun Spiele gegen den US-Amerikaner gewonnen und dabei nicht einen einzigen Satz abgegeben. „Wir wissen alle, welche Herausforderung mich erwartet. Das sind die Momente, für die man trainiert und morgens aufsteht. Wir haben Glück, dass Novak in diesem Alter immer noch unglaubliches Tennis spielt“, sagte Sinner nach dem lockeren Erfolg.

Nach dem Halbfinaleinzug von Alcaraz und Alexander Zverev, die ebenfalls am Freitag aufeinander treffen, steht damit fest: Die vier derzeit größten Namen im Männertennis – und gleichzeitig die Top vier der Weltrangliste – machen den Titel unter sich aus.

Vermutlich aber nur, weil Musetti in der Day Session mit einer hochverdienten 2:0-Satzführung wegen einer Oberschenkelverletzung aufgab. Der Italiener verpasste damit auf ganz bittere Weise sein drittes Halbfinalticket bei einem Major – und ein italienisches Duell mit Sinner.

Mitte des dritten Satzes musste er plötzlich behandelt werden. Musetti hatte Probleme mit den Adduktoren im rechten Oberschenkel. Danach versuchte der Italiener, die Ballwechsel kurz zu halten – er spielte aber sichtlich gehemmt. Es ging nicht lange gut, nach 2:08 Stunden war die Partie beendet. (SID)

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