Basketball

Steve Kuhlmann und die Jagd nach Mini-Rekorden

Er gehört zu den Routiniers in der Enovos League und fühlt sich inzwischen bei kleinen Vereinen pudelwohl. Mit den Kordall Steelers möchte Steve Kuhlmann in den kommenden Monaten ein Stück Vereinsgeschichte schreiben und den langersehnten Klassenerhalt schaffen.

Für Steve Kuhlmann war der Wechsel zu den Kordall Steelers der logische Schritt

Für Steve Kuhlmann war der Wechsel zu den Kordall Steelers der logische Schritt Foto:Editpress/ Jeff Lahr

Beim Blick auf die Tabelle dürfte einem im Kordall zurzeit ganz schön warm ums Herz werden. Nach dem Ende der Hinrunde steht der Aufsteiger mit einer Bilanz von vier Siegen und sieben Niederlagen auf dem achten Rang. Eine Position, die der Underdog nur zu gerne auch Anfang April belegen würde, dann wären auf einen Schlag nämlich nicht nur alle Abstiegssorgen beendet, sondern der Fusionsverein dürfte auch erstmals in der noch jungen Vereinsgeschichte im Play-off mitmischen.

„Ich muss zugeben, ich bin schon sehr glücklich mit dem Platz, auf dem wir derzeit stehen“, gibt Steve Kuhlmann mit einem Lachen zu. „Man muss sich nur anschauen, dass wir ja schon im Vorfeld der Saison quasi abgeschrieben wurden und wir nun durchaus Chancen haben, einen Rang zu belegen, mit dem man gar nichts mehr mit dem Abstieg zu tun hätte.“

Ein Big Point

Dabei hat der Aufsteiger auch durchaus komplizierte Wochen hinter sich und musste aufgrund von Verletzungssorgen bereits Änderungen auf den Profipositionen vornehmen. Auch ein kompliziertes Auftaktprogramm – an den ersten sechs Spieltagen standen u.a. Duelle gegen Steinsel, Düdelingen, Fels, Ettelbrück und Bartringen auf dem Programm – sorgte dafür, dass die Steelers in den ersten Wochen der Saison im Tabellenkeller festhingen. Dennoch kann Kuhlmann dem Kalender auch durchaus Positives abgewinnen. „Ich glaube, es war gar nicht so schlecht, die schweren Spiele direkt zu Beginn zu bestreiten. So konnten wir auch Erfahrung für die für uns wichtigeren Spiele gewinnen.“ Mit dem Racing, Contern und den Musel Pikes konnte der Aufsteiger in der Hinrunde dann auch gleich drei direkte Konkurrenten schlagen. Einen sogennanten „Big Point“ gab es zudem noch gegen Esch. „Es ist das Spiel, das wir klauen konnten und wodurch wir jetzt diesen einen Punkt Vorsprung auf unsere direkten Konkurrenten haben.“

Mit diesem Vorteil würden Kuhlmann und Co. am liebsten auch in die kleine Weihnachtspause gehen. Bereits am Dienstag steht für die Steelers das letzte Duell des laufenden Kalenderjahres auf dem Programm. Zum Auftakt der Rückrunde wartet mit Steinsel nicht der einfachste Gegner, auch wenn der 34-Jährige sein Team nicht chancenlos sieht. „Ich sehe es als ein 50/50-Spiel“, betont Kuhlmann. „Auch Steinsel hatte nicht den Wunderstart in die Saison, wie sie ihn wohl gerne gehabt hätten. Für uns gilt es, noch ein letztes Mal 2025 Vollgas zu geben.“ Für den erfahrenen Spieler steht fest, dass sein Team einen großen Schritt Richtung Play-offs machen könnte, wenn es ein weiteres Spiel „klauen“ könnte. „Es wäre jedenfalls ein perfekter Jahresabschluss, auch wenn es für uns natürlich nicht die wichtigste Partie ist.“

Der Routinier

Mit seinen 34 Jahren ist Steve Kuhlmann einer der erfahrensten Spieler der Enovos League. Im Sommer ist er aus Mondorf zu den Steelers gewechselt und auf Anhieb fühlte er sich so, als wäre er nach Hause gekommen. Ein Gefühl, das einerseits auch daran liegt, dass er gerade einmal sieben Fußminuten von der Halle in Niederkorn entfernt wohnt. „Das spart Zeit und macht vieles natürlich ein ganzes Stück einfacher.“ Andererseits fühlt er sich in einem solch kleineren Verein inzwischen pudelwohl, was vor allem auch am Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft liegt. „Ich bin manchmal schon erstaunt, dass wir einen solch breiten Kader haben und im Training auf bis zu 14 Leute zählen können. Vor allem für einen Aufsteiger ist das schon extrem viel.“ Dass dann auch immer mal ein anderer luxemburgischer Spieler in den Partien der X-Faktor sein kann, freut Kuhlmann ganz besonders.

Dabei hat der Routinier, der für seine Wurfhand von der Dreier-Linie bekannt ist, bereits so manch große Station hinter sich. 2010 wechselte er etwa von Bettemburg nach Contern. Ein Team, das 2009 die Meisterschaft gewonnen hatte. Hier blieb er bis 2016, durfte einen Aufstieg feiern, stand im Pokalfinale und holte einen dritten Platz in der Meisterschaft. Eine Zeit, in der Steve Kuhlmann einer der Leistungsträger im Team war.

Aufstieg und Klassenerhalte

Inzwischen fühlt er sich auch als Rotationsspieler wohl, der mit seiner Erfahrung punkten kann und mal mehr in der Offensive und mal mehr in der Defensive gebraucht wird. „Es ist schon ein 'Mindchange', den ich durchlebt habe. Ich habe gemerkt, dass ich am Besten in die Teams passe, die mich auch fragen und unbedingt haben wollen“, erklärt Kuhlmann die Tatsache, dass er selbst nicht aktiv nach Klubs sucht und somit in den letzten Jahren in Bascharage, Mondorf und nun bei den Steelers bei Vereinen untergekommen ist, die nicht zu den Großen der Liga zählen.

Es sind eher die „Mini-Rekorde“, die ihn inzwischen reizen. So schaffte Steve Kuhlmann 2024 mit Mondorf den ersten Aufstieg der Vereinsgeschichte, bestritt mit dem Klub auch die allererste Saison im Oberhaus, auch wenn auf Anhieb der Abstieg folgte. Mit dem Kordall nun den ersten Klassenerhalt der Vereinsgeschichte feiern zu können und vielleicht sogar den ersten Einzug in ein Play-off, wäre für den 34-Jährigen ebenfalls Gold wert.

Für den Routinier würden auch diese kleinen Erfolge zu den großen Höhepunkten seiner Karriere zählen. Dabei könnte ein Sieg am Dienstagabend ein weiterer wichtiger Schritt sein. Doch vor allem das erste Duell 2026 gegen den Racing haben Kuhlmann und Co. fest im Blick.

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