UNA Strassen

Präsident Luc Hilger: „Wir haben nie wahnsinnige Transfers getätigt“

Im Interview auf dem Weg nach Schottland sprach UNA-Präsident Luc Hilger über das neue Stadion in Strassen, den Nachwuchs und die langfristigen Ziele seines Vereins. In seinen Augen wäre es schade, wenn Luxemburg aufgrund seiner gezeigten Leistungen den vierten Platz in einem europäischen Wettbewerb verlieren würde.

Der neue Kunstrasenplatz sowie das große Stadion grenzen an das Schwimmbad in Strassen

Der neue Kunstrasenplatz sowie das große Stadion grenzen an das Schwimmbad in Strassen Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Tageblatt: Diese Woche wird Strassen noch auswärts spielen – doch wie sieht es mit dem neuen Zuhause der UNA aus?

Luc Hilger: Das neue Stadion sieht zum jetzigen Zeitpunkt gut aus, dennoch gibt es eine Verspätung aus unterschiedlichen Gründen. Wir hoffen, dass wir Ende September unser erstes Heimspiel in unserem neuen Stadion austragen können (das Conference-League-Heimspiel findet in Differdingen statt, d.Red.). Wir werden versuchen, das erste Heimspiel zu drehen. Bei der Fertigstellung werden auf der Gegentribüne noch Sitzplätze fehlen. Diese werden in einer zweiten Phase fertiggestellt. Das wird aber noch mindestens zwei Jahre dauern. Die Mannschaft hat auch schon dort trainiert.

Der FC UNA Strassen hat demnach zwei neue Spielfelder. Wie viele Jugendspieler sind lizenziert und wie läuft die Koordination ab, damit jede Mannschaft trainieren kann?

Zurzeit sind 420 Jugendspieler bei der UNA Strassen lizenziert. Wir werden eines der alten Felder (mit Kunstrasen) behalten, es kommen dann die zwei neuen hinzu. Bei den neuen Feldern besteht eines aus synthetischem Rasen. Dieses Feld hat dieselben Maße wie das alte synthetische Feld, das andere besteht aus einem Hybridrasen. Wir benötigen mindestens drei Spielfelder, da wir eine dritte Herrenmannschaft gründen. Ebenfalls stocken wir bei den Damen auf.

Wie sieht es mit dem Strassener Nachwuchs aus? Welche Resultate konnten in der vergangenen Saison gefeiert werden?

Die Resultate unserer Nachwuchsmannschaften können sich zeigen lassen. In der letzten Saison hat die Juniorenmannschaft die Coupe de Prince (gegen Differdingen) gewonnen. Ziel ist es, mit der Jugend voranzukommen und in jeder Alterskategorie eine Mannschaft in der ersten Klasse zu haben. Bei den Junioren wird versucht, einige Spieler in den Kader der ersten Mannschaft zu integrieren. Vier bis fünf stehen schon im erweiterten Kader der ersten Mannschaft, einer von ihnen schnuppert sogar an der Startelf. Daran wollen wir als Verein weiterarbeiten, und investieren auch in gut geschulte und diplomierte Jugendtrainer.

UNA Strassen geht jetzt in seine 11. Saison in der BGL Ligue nach dem Aufstieg in der Saison 2014/15. Wie sehen die Ziele mittelfristig und langfristig aus?

Wir spielen jetzt zum zweiten Mal hintereinander in einem europäischen Wettbewerb. Das soll auch in den nächsten Jahren der Fall sein. Ich hoffe natürlich, dass die Luxemburger Vereine einige gute Resultate machen, um bei vier Mannschaften zu bleiben, die sich für das europäische Geschäft qualifizieren können. Es wäre nicht positiv, wenn wir einen Startplatz verlieren würden. Wenn sowohl Differdingen und wir die beiden Spiele jeweils verlieren, dann ist es mehr als sicher, dass wir einen Startplatz verlieren.

Was bedeutet die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb?

Es ist die Bestätigung für eine Top-Saison. Wir hatten großes Glück mit unseren Transfers, unser Stürmer Mateus Souza hat letzte Saison 23 Tore geschossen, so einen Stürmer findet man nicht alle Tage. Er hat sich dafür entschieden, bei uns zu bleiben. Unser Kader hat sich nicht so viel verändert, was auch eine Bestätigung für die kontinuierliche Arbeit über die letzten 10 bis 15 Jahre darstellt. Wir haben immer auf längerfristige Sicht gearbeitet und keine wahnsinnigen Transfers getätigt, wie es andere Vereine tun. Die Teilnahme am europäischen Wettbewerb ist selbstverständlich auch gut für die Vereinskasse, und mit diesen Einnahmen kann man besser für die Zukunft planen.

Welchen Erwartungen hat der Präsident an seine Mannschaft?

Wenn es möglich ist, wollen wir natürlich eine Runde weiterkommen. Wir wissen aber, dass es nicht leicht wird gegen die Schotten. Unsere Nationalmannschaft hatte bereits Schwierigkeiten gegen Schottland. Wir müssen versuchen, die ersten 20 Minuten zu überstehen, sie werden hoch pressen und versuchen, uns aus der Reserve zu locken.

Der frühe Vogel …

Um 5.15 Uhr startete der Strassener Tross seine dreistündige Busfahrt in Richtung Frankfurter Flughafen. Um 11.20 Uhr hob der Flieger mit Ziel Edinburgh in Frankfurt ab. Kurz nach Mittag Ortszeit (eine Stunde Zeitverschiebung) landete die Maschine sicher in der schottischen Hauptstadt. Anders als bei so manchem Luxemburger Team ging kein Gepäck verloren. Per Bus ging es dann weiter Richtung Dundee, wo die Mannschaft gegen 14.30 Uhr im Apex City Quay Hotel eincheckte.

Bekannter Gast

Der frühere UNA-Trainer Manuel Correia befand sich unter den Mitreisenden nach Dundee. Correia stand zwischen 2018 und 2021 während drei Spielzeiten als Trainer in der Verantwortung in Strassen. In der letzten Saison hatte UN Käerjeng unter seiner Leitung den direkten Wiederaufstieg in die BGL Ligue gefeiert. Nach der Saison war Correia dann aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Die Einladung des Präsidenten zum Auswärtsspiel nach Dundee nahm Correia dankend an.

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