Tour de France

Pogacars rechte Hand: Del Toro trumpft auf

Der Mexikaner Isaac del Toro begeistert bei der Tour de France. Der 22-Jährige wird immer mehr zum Erfolgsfaktor von Superstar Tadej Pogacar. Sogar die Konkurrenz hilft ihm aus.

Isaac Del Toro vom Team XRG gewinnt die 2. Etappe vor Tadej Pogacar beim Radrennen, Ziellinie Überquerung in Führung

Isaac Del Toro vom Team XRG radelt als Erster über die Ziellinie und gewinnt die 2. Etappe vor dem slowenischen Fahrer Tadej Pogacar Foto: Loic Venance/AFP

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land sind die Mexikaner ausgeschieden, aber dafür fährt bei der Tour de France ein junger Radprofi aus dem nordamerikanischen Land ins Rampenlicht.

Isaac del Toro, 22 Jahre jung und Tour-Debütant, feierte bei der 113. Frankreich-Rundfahrt auf der zweiten Etappe in Barcelona erst den Tagessieg unter dem gönnerhaften Kapitän Tadej Pogacar. Am Tag danach verhalf er Pogacar dank seines Antritts am Schlussanstieg zum Tagessieg und der Eroberung des Gelben Trikots von Jonas Vingegaard.

„Man kann sich nicht vorstellen, wie ich mich gerade fühle“, sagte er am Montag nach seinem Etappensieg: „Was da gerade alles abgeht, ist wirklich einfach nur verrückt.“

Pogacar: „Mehr als hundert Prozent gegeben.“

Von Kollege Pogacar gab es einen Tag später großes Lob: „Wegen Isaac hatte ich heute etwas extra Power. Er hat heute mehr als hundert Prozent gegeben“, sagte Pogacar, bevor er und del Toro vertraut miteinander beim Ausrollen plauschten.

Er ist auf dem Weg, ein großer Rundfahrer zu werden. Aktuell trägt del Toro das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers. Im vergangenen Jahr scheiterte er als Zweiter knapp am Gesamtsieg beim Giro d’Italia. Bei der letzten Bergherausforderung durchkreuzte Simon Yates den Triumph del Toros.

Mittlerweile kann er sich wie in Barcelona auch einer treuen Anhängerschaft sicher sein. „Wir haben einen neuen Fanclub aus Mexiko. Sehr schön, dass so viele Fans aus Mexiko hier sind“, sagte sein deutscher Teamkollege Nils Politt.

Defekt in Barcelona

Dabei verlief die Sonntagsetappe zunächst nicht optimal für del Toro, der auf kuriose Weise unter anderem vom Konkurrenzteam Visma, bei dem der dänische Pogacar-Konkurrent Vingegaard fährt, Hilfe erhielt. Der junge Profi hatte einen Defekt – und stand auf Hilfe wartend am Seitenrand. Das Auto des eigenen Teams war zu weit weg – und die Konkurrenten sahen den bedröppelten Fahrer und unterstützten ihn.

Am Ende gelang ihm trotz des Dämpfers der Etappensieg. Geschenkt von Pogacar, der gemeinsam mit ihm über die Ziellinie fuhr. Pogacar hob den Jungstar bei dessen erstem Etappensieg später triumphal in die Höhe. Er ist allerdings nicht der einzige mexikanische Tagessieger in Frankreich. Raúl Alcalá gewann einst zwei Etappen, das war allerdings vor 37 Jahren.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Basketball

Jo Oly wechselt zu den Saarlouis Royals