Radsport
Paul Seixas macht im Baskenland die Show
Frankreichs Wunderkind Paul Seixas beeindruckt bei der Baskenland-Rundfahrt. Der 19-Jährige gewann nach seinem Sieg im Zeitfahren am Montag auch die 2. Etappe am Dienstag.
Zweites Rennen, zweiter Sieg für Paul Seixas Foto: AFP/Ander Gillenea
Es war eine erneute Gala-Vorstellung von Frankreichs Radsport-„Wunderkind“ Paul Seixas. Der erst 19 Jahre alte Seixas (Decathlon CMA CGM), der am Montag bereits das Auftakt-Zeitfahren gewonnen hatte, triumphierte nach einer beeindruckenden Show als Solist mit 1:25 Minuten Vorsprung auf eine siebenköpfige Verfolgergruppe, in der sich die weiteren Favoriten befanden. Platz zwei sicherte sich auf dem Teilstück, dessen Hauptschwierigkeit der Anstieg nach San Miguel de Aralar (1. Kategorie) rund 20 km vor dem Ziel war, der Däne Mattias Skjelmose vom Team Lidl-Trek vor Primoz Roglic.
In der Gesamtwertung führt Seixas mit beeindruckenden 1:59 Minuten Vorsprung auf Roglic, der Deutsche Florian Lipowitz (+2:08) ist Dritter. Die für das sehr anspruchsvolle Etappenrennen eher moderate dritte Etappe führt am Mittwoch über 152,8 km, zwischen dem Start und der Zieleinfahrt in Basauri sind knapp 2900 Höhenmeter zu bewältigen.
Überschattet wurde die Etappe von einem schweren Sturz des Basken Mikel Landa. Der 36 Jahre alte Kapitän des Teams Soudal-Quick Step kam rund zehn Kilometer vor dem Ziel zu Fall und blieb unter sichtlichen Schmerzen auf dem Asphalt liegen. Im Vorjahr war der frühere Dritte des Giro d’Italia auf der ersten Etappe der Italien-Rundfahrt schwer gestürzt und war drei Monate lang ausgefallen. Nun ist sein Start beim Giro (ab dem 8. Mai) erneut fraglich.
Bei einem weiteren Zwischenfall am Dienstag wurde kurz vor dem Ziel, nur wenige Sekunden vor Seixas’ Vorbeifahrt, ein Zuschauer auf der Straße von einem Begleitmotorrad angefahren.
Das luxemburgische Trio ist derweil dezimiert: Nachdem Mathieu Kockelmann (Lotto-Intermarché) bereits erkrankt an den Start der 1. Etappe ging, ging er Dienstag gar nicht mehr erst ins Rennen. Luc Wirtgen (Tudor) ging zwar an den Start, beendete das Rennen aber vorzeitig. Einziger verbleibender Luxemburger ist Kevin Geniets (Groupama-FDJ), der am Dienstag mit 15:04 Minuten Rückstand 115. wurde.
Lorang verlässt Red-Bull-Bora-hansgrohe
Dan Lorang stellt sich künftig einer neuen beruflichen Aufgabe außerhalb der Strukturen von Red Bull. Das teilte sein Team am Dienstag mit. Damit endet Ende Juli eine rund zehnjährige, äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit.
Zuletzt war der 46-Jährige als einer von acht Trainern beim Team Red Bull – BORA – hansgrohe tätig. Parallel dazu übernahm er in den vergangenen Monaten zusätzliche Aufgaben im Red Bull Athlete Performance Center.
Ralph Denk, CEO von Red Bull – BORA – hansgrohe, würdigte Lorangs Verdienste: Als erster Performance Coach des Teams habe er seit der Saison 2017 entscheidend dazu beigetragen, den Aufstieg in die Weltspitze der WorldTour voranzutreiben und zahlreiche Athleten in ihrer Entwicklung zu begleiten.
Denk zeigte Verständnis für den Schritt: Er bedauere die Entscheidung, respektiere jedoch Lorangs Wunsch nach Veränderung. Die Zusammenarbeit sei stets von Offenheit und Fairness geprägt gewesen. Für seinen weiteren Weg außerhalb des Coachings und der Teamstruktur wünsche man ihm alles Gute.
Im Überblick
65. Baskenland-Rundfahrt, 2. Etappe: Pamplona-Iruna-Astitz (164,1 km):
1. Paul Seixas (Frankreich/Decathlon - CMA CGM) 4:11,48 Stunden, 2. Mattias Skjelmose (Dänemark/Lidl-Trek) 1:25 Minuten zurück, 3. Primoz Roglic (Slowenien/Slowenien/Red Bull-Bora-hansgrohe), 4. Cian Uijtdebroeks (Belgien/Movistar), 5. Ben Tulett (Großbritannien/Visma-Lease a bike), 6. Alex Baudin (Frankreich/EF Education-EasyPost), … 114. Kevin Geniets (Luxemburg/Groupama-FDJ) 15:04
DNF Luc Wirtgen (Luxemburg/Tudor)
DNS Mathieu Kockelmann (Luxemburg/Lotto-Intermarché)
Stand in der Gesamtwertung nach 2 von 6 Etappen:
1. Seixas 4:28,47 Stunden, 2. Roglic 1:59 Minuten zurück, 3. Lipowitz 2:08, 4. Skjelmose 2:14, 5. Tulett 2:27, 6. Baudin 2:31, … 115. Geniets 19:05