WM-Kolumne „Hasta la Visa“

Oldies but Goldies: Warum sich Sportredakteurin Jenny Zeyen wieder ganz jung fühlt

Zwei Wochen WM liegen hinter uns – und bislang verlief das Turnier bei uns fast schon ungewohnt entspannt. Während der „Deutschland-Fan“ nur wenig Input für eine WM-Kolumne liefert, tun dies die Oldies dieser Weltmeisterschaft umso mehr.

Oldies but Goldies: Warum sich Sportredakteurin Jenny Zeyen wieder ganz jung fühlt

Seit zwei Wochen läuft sie also nun schon, die größte WM aller Zeiten. Zwei Wochen, in denen es bei uns aber noch ziemlich ruhig zuging. Das liegt vor allem daran, dass „die Mannschaft“ besser spielt als bei den vorherigen Turnieren und mir der „Deutschland-Fan“ zu Hause bisher nur wenig Material für diese Kolumne geliefert hat. Mehr als ein „Oh Mann“ hat der Zweijährige bislang nicht aufgeschnappt – zum Glück! Doch was nicht ist, kann ja noch werden. Vor allem, da ein mögliches Achtelfinale am 4. Juli stattfinden würde. K.o.-Spiele und Geburtstag – das war für den „Deutschland-Fan“ zuletzt keine gute Kombination. 2006 is calling? Wobei: Da war ja auch noch der 4. Juli 1990. Das Elfmeterschießen gegen England ist dann doch in besserer Erinnerung geblieben.

Andererseits schaffe ich die Nachtspiele wirklich nicht. Zwischen Kindergeburtstagsmarathon, Hitzewelle, Fiebererkrankungen und dem „Miniwecker“, der zuverlässig irgendwann zwischen 5 und 6 Uhr morgens schreit, ist das Einschlafen auf dem Sofa vorprogrammiert.

Ja, das sind sie, die Probleme der Ü40-Generation. Da ist es doch beruhigend zu sehen, wie die Oldies bei dieser WM in den letzten Tagen abgeliefert haben. Da hätten wir Cristiano Ronaldo mit seinen 41 Jahren. Seit Sonntag ist er der erste Spieler, der bei sechs Weltmeisterschaften getroffen hat. Oder Lionel Messi, der am Mittwoch 39 wurde und sich mit seinem Doppelpack am Montag zum WM-Rekordtorschützen krönte.

Aber nicht nur die beiden „GOATs“ überzeugen im fortgeschrittenen Alter. Das Spiel seines Lebens hatte Kap Verdes Torhüter Vozinha mit 40 Jahren. Vor drei Wochen kannte ihn noch kaum jemand, doch mit seinen Glanzparaden gegen Spanien und seinem graumelierten Bart ist er zum heimlichen Star dieser WM avanciert – 15,8 Millionen Instagram-Follower (!) dürften sich schließlich kaum täuschen. In den 1980er-Jahren wurde auch ein weiterer Torhüter geboren – ja, auch Manuel Neuer, aber eben noch ein anderer, der bislang nur wenigen ein Begriff war. Curaçaos Schlussmann Eloy Room dürfte mit seinen 15 Paraden gegen Ecuador ebenfalls in den WM-Geschichtsbüchern landen.

Oldies but Goldies: Und da fühlt man sich auf einmal wieder ganz jung.

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