Handball
„Noch ist gar nichts entschieden“: Red-Boys-Coach Breser mahnt zur Konzentration
Seit 377 Tagen ohne Niederlage und Tabellenführer mit fünf Punkten Vorsprung: In der AXA League läuft alles für die Red Boys. Doch Trainer Marc Breser mahnt vor dem zweiten Spieltag der Titelgruppe zur Wachsamkeit.
Marc Breser hat die Red-Boys-Mannschaft im Sommer als Cheftrainer übrnommen Foto: Editpress/Fernand Konnen
Der erste Spieltag der Titelgruppe hätte für die Red Boys kaum besser laufen können. Selbst haben die Differdinger ihre Pflichtaufgabe gegen Käerjeng erledigt – und profitierten zugleich von der Schützenhilfe des HC Berchem, der dem ersten Verfolger Düdelingen Punkte abnahm. Der Vorsprung des Tabellenführers wuchs damit auf fünf Zähler an. „Das war wirklich ideal“, bilanzierte Trainer Marc Breser mit Blick auf das vergangene Wochenende.
In der Meisterschaft bleiben die Red Boys damit weiterhin ungeschlagen. Saisonübergreifend ist Differdingen seit 24 Spielen in der AXA League ohne Niederlage. Die letzte Pleite datiert vom 15. Februar 2025, als zum Auftakt der damaligen Titelgruppe ein 25:29 gegen den HBD zu Buche stand. Seitdem sind 377 Tage vergangen – mit 20 Siegen und vier Unentschieden.
„Das ist schon eine starke Leistung, die letzte Saison mit Nikola Malesevic als Trainer begonnen hat und mit der Mannschaft, die jetzt da ist, fortgeführt wird“, so Breser. Als entscheidenden Faktor nennt er vor allem den „enormen Zusammenhalt“ innerhalb des Teams. „Natürlich stimmt auch die Qualität der Spieler. Wenn wir das weiter durchziehen können, wäre das nicht schlecht.“
Trotz des nun komfortablen Polsters in der Tabelle mahnt der Coach zur Wachsamkeit. „Der Titelkampf ist noch nicht entschieden“, sagt Breser. „Es sind zwar fünf Punkte – es sind aber auch nur fünf Punkte. Noch ist gar nichts entschieden. Wenn wir drei Spiele verlieren, sind wir nicht mehr Erster. Und es bleiben noch neun Spieltage.“
Entsprechend gilt es, den Vorsprung nicht leichtfertig aus der Hand zu geben. Besonders in Spielen wie dem am Sonntag gegen den HC Standard. Die Red Boys gehen als klarer Favorit in das Duell, doch „wir haben uns bislang gegen die vermeintlich leichteren Gegner immer schwergetan“, gibt Breser zu.
Konzentriert weiterarbeiten
Wie schnell es eng werden kann, zeigte unter anderem das Rückspiel der Qualifikationsrunde gegen Standard. In der 48. Minute lagen die Hauptstädter noch mit 22:21 vorne, fünf Minuten vor Schluss stand es 25:25 – ehe sich Differdingen doch noch mit 29:27 durchsetzte.
„Wir machen es manchmal unnötig spannend“, räumt Breser ein. „Wir haben immer wieder Phasen, in denen wir den Gegner zurückkommen lassen.“ Ähnlich verlief das letzte Spiel der Qualifikationsrunde gegen Berchem: Nach einer zwischenzeitlichen Neun-Tore-Führung mussten die Red Boys am Ende um einen knappen 39:38-Erfolg zittern.
„Das ist nicht ideal, dem sind sich die Spieler bewusst“, sagt Breser. „Das ist vor allem eine Kopfsache. Man ist komfortabel vorne und schaltet dann einen Gang zurück. Die Konzentration lässt nach. Dann passieren immer die gleichen Fehler.“ Unpräzise Anspiele an den Kreis oder überhastete Abschlüsse sind die Folge. „Danach fällt es dann natürlich schwer, wieder hochzuschalten“, so der Trainer. „Wir haben das klar angesprochen. Wir müssen konzentriert bleiben, auf uns schauen und unser Spiel durchziehen. Wir haben jetzt ein Polster, aber es gilt, fokussiert weiterzuarbeiten.“
Wer holt das zweite Halbfinalticket?
Ein Direktticket für das Halbfinale ist am letzten Spieltag der Damen-Play-offs noch zu vergeben. Um dieses kämpfen am Samstag die Red Boys und der HBD im direkten Duell. Alle drei bisherigen Vergleiche in dieser Saison haben die Düdelingerinnen für sich entschieden. Diese Serie hoffen sie am Samstag fortzusetzen. Der Sieger des Duells qualifiziert sich neben Käerjeng direkt für das Halbfinale der Liga, der Verlierer muss neben Museldall erst noch ein Viertelfinale gegen die zwei besten Mannschaften aus der Relegation, Diekirch und Standard, bestreiten.