Handball

Luxemburg als Co-Gastgeber einer EM? FLH zeigt Interesse

Die FLH zeigt Interesse, Co-Gastgeber einer Handball-Europameisterschaft zu werden. Präsident Dr. Romain Schockmel spricht von einer frühen Phase mit vielen offenen Fragen. Im Fokus steht derzeit vor allem die sportliche Entwicklung der Nationalteams, die ein EM-Niveau erreichen sollen.

FLH-Auswahlteam mit Luxemburg als EM-Co-Gastgeber automatisch für Fußball-Europameisterschaft qualifiziert

Die FLH-Auswahl wäre mit Luxemburg als EM-Co-Gastgeber automatisch für die Endrunde qualifiziert Foto: Editpress/Gerry Schmit

Als der Verwaltungsrat der FLH am 11. April tagte, wurde auch ein ambitionierter Blick in die Zukunft gewagt: Der Handball-Verband erwägt, bei der EHF (European Handball Federation) Interesse anzumelden, als Co-Gastgeber für ein oder zwei Gruppen einer Europameisterschaft aufzutreten. Das geht aus dem Bericht hervor, den die FLH am Freitag veröffentlichte.

„Es ist viel zu früh, um über konktrete Details zu sprechen“, sagt Präsident Dr. Romain Schockmel am Montag im Gespräch mit dem Tageblatt. Grundsätzlich besteht für jedes Land die Möglichkeit, ein Dossier einzureichen und sich damit als Teil einer EM-Organisation zu bewerben. So auch für Luxemburg.

„Wir haben Interesse, uns als Partner an eine Organisation dranzuhängen. Das ist das Ziel, das wir uns setzen“, so Dr Schockmel. „Allerdings gibt es noch zahlreiche offene Fragen.“ Dazu zählen etwa die Entscheidung zwischen einer Frauen- oder Männer-Endrunde sowie potenzielle Partnerländer usw. Auch ein konkretes Turnierjahr steht bislang nicht fest. Die im Verwaltungsratsbericht genannte Jahreszahl 2034 versteht sich eher als zeitlicher Rahmen denn als fixes Datum.

„Wir müssen selbst an uns arbeiten und schauen, was wir anbieten können. Sobald diese Grundlagen stehen, werden wir schauen, welches Organisationsszenario und Partner infrage kommen und ob wir eine Kandidatur einreichen.“

Dr. Romain Schockmel Portraitfoto, professioneller Arzt in weißem Kittel, freundliches Lächeln, medizinisches Thema

Dr. Romain Schockmel Foto: Editpress/Gerry Schmit

Parallel dazu hat mit der angestrebten Weiterentwicklung der Nationalmannschaften aber bereits ein Prozess begonnen. „Wir haben erste Umstrukturierungen eingeleitet und sind dabei, unseren Trainerstab anders aufzustellen“, erläutert Dr. Schockmel. Ziel sei es, ein Leistungsniveau zu erreichen, das einer Teilnahme an einer Europameisterschaft im genannten Zeitraum gerecht wird. Denn als Co-Gastgeber wäre Luxemburg automatisch qualifiziert.

Wir haben ambitionierte Ziele und wollen uns die Möglichkeit geben, sportlich wie organisatorisch ein Niveau zu erreichen, um Teil einer Kandidatur zu sein

Dr. Romain Schockmel

FLH-Präsident

„Wir können aber nicht einfach sagen: Super, jetzt sind wir dabei. Wir müssen auch annähernd auf ein Leistungsniveau kommen, um bei einer EM mitzuhalten“, betont der FLH-Präsident. „Dieser Prozess beginnt heute.“ Denn die Entwicklung der Nationalteams geht Hand in Hand mit einer möglichen Bewerbung. „Wir wollen unseren Damen und Herren die nötigen Voraussetzungen geben, um auf ein solches Niveau zu kommen.“

Die strategische Ausrichtung ist damit klar. „Wir haben ambitionierte Ziele und wollen uns die Möglichkeit geben, sportlich wie organisatorisch ein Niveau zu erreichen, um Teil einer Kandidatur zu sein“, fasst Dr. Schockmel zusammen.

„Ein Traum“

Innerhalb der Nationalmannschaft stößt eine mögliche Bewerbung auf positive Resonanz. „Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn sich das konkretisieren würde“, sagt etwa Nationalspieler Raphael Guden. „Das wäre eine sehr coole Chance. Auch wenn wir es dann nicht aus eigener Kraft dahin geschafft hätten, würden wir das trotzdem alle gerne mitnehmen. Für jeden Spieler der Nationalmannschaft ist es ein Traum, einmal an einem großen Turnier teilzunehmen.“ Guden sagt aber auch: „Langfristig ist es unser Ziel, das aus eigener Kraft zu schaffen.“

Die FLH ist zurzeit nicht der einzige luxemburgische Verband, der Interesse daran zeigt, eine Europameisterschaft nach Luxemburg zu holen. Die FLBB plant eine Kandidatur für die Austragung von Gruppenspielen der Frauen-Basketball-EM 2029, die FLGym will 2028 ein zweites Mal die Europameisterschaften im TeamGym in die Coque holen. Der Leichtathletik-Verband (FLA) würde gerne im Jahr 2031 die Hallen-Europameisterschaft in Kirchberg austragen, während die FLTri 2028 Gastgeber der allerersten Indoor-Aquathlon-EM sein möchte.

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Liège-Bastogne-Liège der Espoirs

„Habe mich selten so gut gefühlt““: Mil Morang über Platz sechs

Basketball

Tom Welter zwischen Vertragsverlängerung und Krimi-Sieg