Champions League

Münchner Titelträume: „Es muss unser Jahr werden!“

Der FC Bayern fühlt sich stärker als im Vorjahr und erklärt den Henkelpott selten offen zum Ziel.

Harry Kane sieht die Bayern nah am Titel

Harry Kane sieht die Bayern nah am Titel Foto: dpa/David Ebener

Harry Kane träumt. Vincent Kompany sowieso. Und auch Jan-Christian Dreesen spricht offen vom Henkelpott. So offensiv wie der Superstar, der Trainer und der Vereinsboss des FC Bayern vom Triumph in der Champions League als Ziel reden, tat dies kein Münchner, seit Jupp Heynckes den Fans 1990 vom Rathausbalkon zurief: „Ich verspreche euch: Nächstes Jahr holen wir den Europapokal!“

Heynckes sollte sein Versprechen erst 23 Jahre später einlösen, diesmal aber wähnt sich der deutsche Primus auf Augenhöhe mit Europas Fußball-Adel. „Wir sind sehr nah dran“, sagt Torgarant Kane vor dem Auftakt gegen den norwegischen Favoritenschreck FK Bodö/Glimt am Donnerstag (21.00 Uhr). „Vergangene Saison haben Kleinigkeiten den Unterschied ausgemacht. Wir gehen jetzt in diese Saison und sagen: Es muss unser Jahr werden!“

In der vergangenen Saison schnupperten die Bayern schon am dritten Triple nach 2013 und 2020, das bittere Halbfinal-Aus gegen den Titelverteidiger und späteren Champion Paris Saint-Germain (4:5/1:1) schmerzt bis heute. Umso größer ist die Gier nach dem siebten Triumph, im Endspiel am 5. Juni am Sehnsuchtsort Madrid.

„Wir wollen die Champions League gewinnen, daran gibt es keinen Zweifel“, sagt Kompany vor seinem dritten Anlauf mit den Bayern. Der Coach glaubt, das Rezept für den Coup zu kennen. Zunächst einmal müssten „alle Spieler fit sein“. Anders als beim ersten Anlauf, der 2025 im Viertelfinale gegen Inter Mailand (1:2/2:2) endete. Oder im Vorjahr, als gegen PSG der formstarke Serge Gnabry fehlte.

Knifflige Auftaktaufgabe

Dazu braucht es neben der „vollen Kapelle“ laut Kompany auch ein kluges Spieler-Management: „Wir müssen den Kader weiterhin so nutzen, wie wir es bisher getan haben.“ Auch wenn die Rotation wie auf Schalke mal auf Kosten des einen oder anderen Punktverlustes geht.

Kompanys dritter Punkt: kluge Transfers wie jene von Nathaniel Brown und Ismael Saibari, durch die seine Mannschaft „noch etwas verstärkt“ worden sei. All das zusammen „gibt uns hoffentlich die Chance, unsere Ziele zu erreichen“, sagt der Trainer, der weiß: „Es ist schwer, sich noch zu steigern – aber genau das muss unser Ziel sein.“

Boss Dreesen teilt die höchsten Ambitionen. „Es ist unser großes Ziel“, sekundiert auch Kapitän Manuel Neuer, „Champions-League-Sieger zu werden, ich glaube, dass wir das auch drin haben“.

In der Ligaphase mit den Krachern gegen den FC Arsenal, im Finalstadion bei Atlético Madrid und bei Manchester United sollte es ohne Dusel fürs Weiterkommen reichen – Bodö, Stavanger, Lille, Slavia Prag und Betis Sevilla sind allesamt machbare Gegner. Aber: Schon die Auftakthürde ist auch ein wenig knifflig, Bodö hat in der Vorsaison auf dem Weg ins Achtelfinale Manchester City, Atlético und Inter geschlagen.

„Sie haben keine Angst vor großen Namen, sie haben wenig zu verlieren“, mahnt Neuer. Die Champions League aber, weiß Kompany, „gewinnt man nicht im September oder Oktober“. Wichtig sei immer nur das nächste Spiel – bis zum Finale. (SID)

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