Champions League
Rendezvous mit der Vergangenheit: Mourinhos Königsklassen-Mission startet
José Mourinho weinte. Meister, Pokalsieger – und dann auch noch die finale Krönung mit dem Triumph in der Champions League. „The Special One“ war ganz oben angekommen. Die Fans von Inter Mailand trugen Mourinho auf Händen. Doch plötzlich war er weg und erlag dem Werben von Real Madrid.
Nach zwei titellosen Saisons will Real Madrid mit Coach José Mourinho endlich wieder was zum Feiern haben Foto: AFP/Miguel Riopa
16 Jahre später kommen all die alten Geschichten wieder hoch, denn: Am Dienstag startet Mourinhos Königsklassen-Mission mit Real. Ausgerechnet gegen seine alte Liebe. Ausgerechnet im Bernabéu. An jenem legendären Ort also, wo er am 22. Mai 2010 mit dem Sieg gegen Bayern München Fußball-Geschichte schrieb und Inters damals 45 Jahre währende Königsklassen-Durststrecke beendete. Mourinho blieb, so besagt es die Legende, seinerzeit direkt in Madrid, anstatt die Rückreise mit seinem Team nach Italien anzutreten.
„Als ich 2010 zu Real Madrid gekommen bin, hatte ich gerade mit Inter das Triple gewonnen. Ich hatte mit Inter die Champions League und alles andere gewonnen sowie den ersten FIFA Ballon d’Or für Trainer erhalten. Ich kam nach einer überragenden Saison“, erzählt Mourinho rückblickend. Dieses Mal, sagt er, „habe ich vor meinem Wechsel nichts gewonnen“. Wohl auch deswegen steht der Portugiese bei seinem alten, neuen Arbeitgeber unter genauester Beobachtung.
Zwei titellose Saisons
Nach zwei titellosen Spielzeiten lechzen sie in Madrid nach Erfolgen. Das 0:1 am Wochenende bei Betis Sevilla, die erste Niederlage unter Mourinho, sorgt dafür, dass beim kniffligen Champions-League-Auftakt am Dienstag nun wirklich alle Augen auf den Star-Trainer gerichtet sein werden. Der Respekt vor den Italienern ist groß, Mourinho sieht seinen Ex-Klub, für den er von 2008 bis 2010 arbeitete, gar als Titelkandidaten. Inter würde wie der kommende Gegner Arsenal „in dieser Saison um den Gewinn der Champions League kämpfen“, prognostiziert er.
Der Henkelpott soll, nein muss, so die einhellige Meinung unter den Madridistas, in dieser Saison über Real gehen. Geradezu wohltuend klingen in den Ohren da die Worte, die Mourinho dieser Tage im UEFA-Interview anschlug. „Ich möchte mich nicht von meiner Arroganz hinreißen lassen und behaupten, dass wir auf jeden Fall weiterkommen werden“, sagte der 63-Jährige, er glaube jedoch, „dass wir es schaffen werden, aber ich denke auch, dass es schwer werden wird und wir jedes Spiel einzeln angehen und versuchen müssen, die Punkte zu holen.“
Was nur noch wenige auf dem Zettel haben: Mourinho gewann in seiner ersten Real-Amtszeit zwischen 2010 und 2013 zwar drei Titel, der ersehnte Triumph in der Champions League blieb ihm mit den Königlichen jedoch verwehrt. Beim Rendezvous mit der Vergangenheit beginnt am Dienstag der zweite Anlauf mit den Madrilenen. Ausgerechnet dort, wo seine erste ihren Ursprung hatte. Gegen Inter. Im Bernabéu.