Cyclocross-WM
Marie Schreiber: „Ich will diese Saison nicht vergessen“
Marie Schreiber wird am Samstag bei der Cyclocross-WM in Hulst zum ersten Mal bei der Elite starten. Nach einer Saison, die aufgrund von Krankheit und Verletzungen nicht so lief, wie es sich die 22-Jährige vorgestellt hat, geht sie am Samstag als Außenseiterin ohne großen Druck in das Rennen. Am vergangenen Montag hat sich Schreiber, die am Freitag auch mit der Staffel startet, bei der Pressekonferenz der FSCL den Fragen der Journalisten gestellt.
Marie Schreiber wird am Samstag zum ersten Mal die Cyclocross-WM der Elite bestreiten Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Tageblatt: Marie Schreiber, wie fühlen Sie sich?
Marie Schreiber: Meine Form ist da, aber mein körperlicher Zustand ist heute (Montag) nicht ganz so gut. Am Samstag und Sonntag bin ich insgesamt drei Mal gestürzt. Am Sonntag bin ich bei der Streckenbesichtigung nicht allzu schlimm gefallen, aber es schmerzt dennoch. Deswegen war das Rennen am Sonntag auch nicht gut. Samstag war an sich nicht schlecht. Meine Kette ist in der ersten Runde abgesprungen und ich war Letzte. Ich war 20 Sekunden hinter allen anderen. Das war hart. Das Resultat sagt am Ende nicht das aus, was ich verdiene. Aber die Form ist da und ich stresse mich nicht. Die Saison war so hart, dass alles was jetzt noch kommt, okay ist.
Gehen Sie mit weniger Druck als beispielsweise im letzten Jahr in die WM?
Es ist ein anderer Druck. Ich bin in meinem ersten Jahr bei der Elite. Druck habe ich nicht, weil ich nichts zu verlieren habe. Und mit der Saison, die ich bis jetzt hatte, habe ich weniger Druck. Vielleicht ist es besser, am Start zu sein und die Leute denken, dass ich kein gutes Resultat hinbekomme, auch in den Tagen vor dem Wettbewerb, weil ich nicht zu den Favoriten gehöre.
Hulst ist aber immer Hulst. Es geht hoch und runter, das mag ich
Marie Schreiber
Was ist Ihr Ziel mit der Staffel?
Da starte ich aus Spaß. Jempy (Drucker) hat mich gefragt und ich habe zugesagt. Im Endeffekt musst du sowieso mal ein „Pre-Race“ von sechs bis acht Minuten auf der Runde machen. Ob ich es dann mit der Staffel mache oder nicht, das macht keinen Unterschied. Es geht darum, eine schnelle Runde auf dem Parcours zu schaffen. Dann macht es immer Spaß, im Team zu starten.
Letzte Saison haben Sie das Weltcup-Rennen in Hulst gewonnen. Was sagen Sie zum Parcours?
Wie Jempy schon erklärt hat, hat sich der Parcours verändert. Ich war seit dem letzten Weltcup-Rennen nicht mehr dort. Hulst ist aber immer Hulst. Es geht hoch und runter, das mag ich. Vielleicht ist es jetzt etwas mehr „roulant“ und weniger technisch. Insgesamt mag ich den Parcours. Ich will Spaß haben und das werde ich auch.
Wissen Sie bereits, aus welcher Reihe Sie starten?
Ich hoffe, aus der zweiten, aber ich glaube, aus der dritten. Ich habe Anfang des Jahres alle Punkte verloren. In den anderen Rennen hatte ich nicht die Resultate, die ich in der letzten Saison hatte. Ich bin 22. im UCI-Ranking, es gibt aber noch ein paar Espoirs vor mir. Vielleicht starte ich aus der zweiten Reihe. Aber am Sonntag bin ich auch in der dritten Reihe gestartet und der Start war gut. Das Rennen geht immer noch über 50 Minuten.
Marie Schreiber wurde im letzten Jahr Vizeweltmeisterin bei den Espoirs Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Wen sehen Sie als Favoritin auf das Rennen?
Ich denke, Lucinda (Brand), auch wenn sie am Samstag nicht gut war und Sonntag nicht am Start. Aber auch Puck (Pieterse) hat in Hulst schon zwei Mal gewonnen. Dann kommen auch Ceylin (del Carmen Alvarado) und die Französin Amandine Fouquenet infrage. Ich weiß nicht, wie die Französinnen es machen, aber für die WM sind sie immer da. Fouquenet ist aber insgesamt eine starke Saison gefahren.
Es ist immer einfach, nur die Resultate zu sehen und zu sagen: Marie war nicht gut
Marie Schreiber
Könnte ein gutes Ergebnis die verpatzte Saison für Sie vergessen machen?
Ich werde diese Saison nicht vergessen. Es ist immer einfach, nur die Resultate zu sehen und zu sagen: Marie war nicht gut. Aber wenn ich an die ganze Scheiße aus den letzten Monate denke, dann war es nicht schlecht. Ich kam von weit her. Der zweite Platz in Diegem war kein Zufall. Auch das Rennen am Samstag in Maasmechelen war gut. Das Resultat ist schlecht (20. Platz), aber es war eins der besten Rennen in den letzten Monaten. Das Gefühl war fast wie letztes Jahr bei der WM, das bedeutet, dass die Form da ist. Aber ich will diese Saison nicht vergessen, denn sie wird mir helfen für das, was noch kommt. Ich habe viel gelernt. Natürlich hoffe ich am Samstag auf ein gutes Resultat. Aber wenn es das nicht wird, ist es auch nicht schlimm. Es kommen noch andere Sachen.
Denken Sie schon an die Straße?
Ja, die Straße kommt, aber es ist vor allem nicht mein letztes Jahr. Man kann nicht jedes Jahr top sein. Es wird immer Momente geben, die weniger gut sind. Die letzten Monate waren wirklich scheiße. Viele sagen mir aber, dass man daraus stärker zurückkommt.