Cyclocross-WM

Ein Beweis von Quantität und Qualität: FSCL-Team startet am Freitag in der Staffel

Zum ersten Mal wird eine luxemburgische Mannschaft bei der Cyclocross-WM in der Staffel starten. Insgesamt stellen 13 Nationen ein konkurrenzfähiges Team von sechs Fahrern auf. Das Tageblatt stellt den 2023 eingeführten Wettbewerb vor.

Luxemburgische Staffel-Mannschaft feiert Erfolg bei WM-Premiere am Freitag beim Staffel-Rennen

Die luxemburgische Mannschaft feiert am Freitag beim Staffel-Rennen der WM Premiere Foto: UCI Cyclocross/X

Bedeutung der Staffel

Ein Blick auf die Zahlen der diesjährigen Cyclocross-Weltmeisterschaft unterstreicht die Bedeutung der Staffel: Insgesamt nehmen 27 Nationen an den verschiedenen Rennen des Wochenendes teil, jedoch melden nur 13 davon eine Mixed-Staffel. Luxemburg zählt dabei zu lediglich elf Nationen, die in jeder Kategorie mindestens einen Starter oder eine Starterin stellen – ein starkes Zeichen für die Breite und Entwicklung des nationalen Cyclocross. Die Meldung einer Team-Staffel bei einer Cyclocross-Weltmeisterschaft ist weit mehr als ein bloßes Zeichen von Quantität – sie steht auch für Qualität und Breite im nationalen Kader. Denn selbst wenn große Stars wie Mathieu van der Poel oder Joris Nieuwenhuis bei den Herren sowie Lucinda Brand oder Puck Pieterse bei den Damen auf einen Start verzichten, ist das Niveau in der Mixed-Staffel durchweg hoch.

Regeln und Teamzusammensetzung

Insgesamt drei Radsportlerinnen und drei Radsportler bilden ein Team. Jeder Fahrer absolviert einmal den 3,3 Kilometer langen Parcours – selbstverständlich so schnell wie möglich. Der Wechsel erfolgt in einer eigens eingerichteten Wechselzone und wird durch eine Berührung zwischen dem ankommenden und dem startenden Teammitglied vollzogen, etwa an Hand, Arm oder Schulter. Wichtig dabei: Ein „fliegender“ Wechsel ohne Anhalten ist nicht erlaubt, der Wechsel muss kontrolliert stattfinden.

Jede Mannschaft besteht also aus drei Damen und drei Herren. Pro Geschlecht darf maximal ein Elite-Fahrer bzw. eine Elite-Fahrerin eingesetzt werden. Diese müssen dann durch Nachwuchsfahrer ergänzt werden. Erlaubt sind mehrere Kombinationen: ein Elite, ein Espoir und ein Junior/eine Juniorin. Oder: ein Espoir und zwei Junioren/Juniorinnen. Auch möglich: zwei Espoirs und ein Junior/eine Juniorin. Die luxemburgische Mannschaft setzt bei beiden Geschlechtern auf eine ausgewogene Mischung aus einem Elite-Fahrer, einem Espoir und einem Junior bzw. einer Juniorin.

Diese Zusammensetzung ist auch international die gängigste, dennoch gibt es interessante Abweichungen. Die Titelverteidiger aus Großbritannien gehen bei den Herren beispielsweise klassisch mit Elite, Espoir und Junior an den Start. Bei den Damen hingegen startet mit Zoe Backstedt eine Espoir-Fahrerin, die von zwei Juniorinnen ergänzt wird.

Im Überblick

Cyclocross-WM 2026 in Hulst, Team-Staffel am Freitag um 13.30 Uhr:
Die Startaufstellungen:
1. Großbritannien: Zoe Backstedt (Espoir), Milo Wills (Junior), Peggy Knox (Juniorin), Cameron Mason (Elite), Zoé Roche (Juniorin), Amey Oscar (Espoir)
2. Italien: Filippo Grigolini (Junior), Stefano Viezzi (Espoir), Sara Casasola (Elite), Elisa Ferri (Espoir), Giorgia Pellizotti (Juniorin), Filippo Fontana (Elite)
3. Frankreich: Célia Gery (Espoir), Romain Debord (Espoir), Soren Joumard Bruyere (Junior), Laly Pichon (Juniorin), Hélène Clauzel (Elite), Martin Groslambert (Elite)
4. USA: Henry Coote (Espoir), Ethan Brown (Junior), Lidia Cusack (Espoir), Ada Watson (Juniorin), Alyssa Sarkisov (Espoir), Andrew Strohmeyer (Elite)
5. Tschechien: Frantisek Hojka (Espoir), Katerina Hladikova (Espoir), David Svoboda (Junior), Eva Drhova (Juniorin), Kristyna Zemanova (Elite), Maxmilian Kerl (Espoir),
6. Belgien: Fleur Moors (Espoir), Kay de Bruyckere (Espoir), Julie Brouwers (Elite), Jari van Lee (Junior), Zita Peeters (Juniorin), Niels Vandeputte (Elite)
7. Kanada: Emilien Belzile (Junior), Rhett Bates (Espoir), Sidney McGill (Elite), Alexa Haviland (Juniorin), Dorothee Perron (Espoir), Farland Lamont (Junior)
8. Spanien: Sofia Revert Rodriguez (Elite), Raul Mira Bonastre (Espoir), Mirari Gotxi Olartekoetxea (Juniorin), Lorena Patini Villanueva (Espoir), Benjamin Noval Suarez (Junior), Felipe Orts Lloret (Elite)
9. Japan: Shogo Mikami (Junior), Kasuga Watabe (Elite), Shingen Yunoki (Espoir), Zenshin Nozaki (Espoir), Nanami Ishikawa (Juniorin), Ayaka Hiyoshi (Juniorin)
10. Niederlande: Guus van den Eijnden (Espoir), Delano Heeren (Junior), Isis Versluis (Juniorin), Leonie Bentveld (Espoir), Shirin van Anrooij (Elite), Tibor del Grosso (Elite)
11. Slowakei: Michal Sichta (Junior), Peter Soltes (Espoir), Viktoria Chladonova (Espoir), Milan Husenica (Junior), Lujza Bartosikova (Juniorin), Karolina Bortelova (Juniorin)
12. Luxemburg: Loïc Bettendorff (Elite), Liv Wenzel (Espoir), Ben Koenig (Espoir), June Nothum (Juniorin), Lennox Papi (Espoir), Marie Schreiber (Elite)
13. Dänemark: Mille Nielsen (Espoir), Johannes Breadstrup-Holm (Junior), Jonas Posselt Gamborg (Espoir), Ann-Dorthe Lisbygd (Elite), Ida Mahlert (Juniorin), Mads Jorgensen (Espoir)

Historie der Staffel

Für Luxemburg ist die Teilnahme an der Mixed-Staffel eine Premiere. Der Wettbewerb ist noch relativ jung: 2022 wurde er bei der Weltmeisterschaft im US-amerikanischen Fayetteville zunächst als Test ausgetragen. Seit 2023 gehört die Mixed-Staffel offiziell zum WM-Programm. Den ersten offiziellen Titel sicherten sich die Niederlande in Hoogerheide, 2024 gewann Frankreich in Tábor und zuletzt ging der Weltmeistertitel in Liévin an Großbritannien.

Organisation und Taktik

Dass nur 13 der insgesamt 27 teilnehmenden Nationen eine Mixed-Staffel melden, ist kein Zufall. Eine Teilnahme erfordert nicht nur eine gewisse Kaderbreite, sondern auch organisatorischen Aufwand und eine gezielte Planung über mehrere Altersklassen hinweg. Viele Nationen konzentrieren sich daher auf Einzelrennen oder verfügen nicht über genügend konkurrenzfähige Fahrerinnen und Fahrer in allen Kategorien, um eine schlagkräftige Staffel aufzustellen.

Gleichzeitig besitzt die Mixed-Staffel einen hohen Unterhaltungswert. Das Rennen ist kurz, intensiv und geprägt von schnellen Wechseln sowie häufigen Positionsverschiebungen. Fehler wirken sich unmittelbar auf das gesamte Team aus, während gelungene Wechsel oder taktisch kluge Entscheidungen sofort belohnt werden. Dadurch ist das Format nicht nur sportlich anspruchsvoll, sondern auch besonders attraktiv für Zuschauer vor Ort und am Bildschirm.

Parcours in Hulst mit Hindernissen und Naturlandschaft für Outdoor-Sport und Fitnesstraining

Der Parcours in Hulst Grafik: UCI

Luxemburgs Aufstellung

In welcher Reihenfolge die sechs Radsportler starten, bleibt allen Teams selbst überlassen. Am Donnerstag musste man die Reihenfolge melden. Die FSCL-Auswahl startet mit Elite-Fahrer Loïc Bettendorff. Es folgen Liv Wenzel, Ben Koenig, June Nothum und Lennox Papi – ehe Marie Schreiber als letzte Radsportlerin auf die Strecke gehen wird. Die luxemburgische Nationalmannschaft ist dabei das einzige Team, das zuerst seinen männlichen Elite-Fahrer ins Rennen schickt.

Das Programm

Cyclocross-WM 2026 in Hulst (Niederlande):
Am Freitag:
13.30 Uhr: Team-Staffel mit Loïc Bettendorff, Liv Wenzel, Ben Koenig, June Nothum, Lennox Papi und Marie Schreiber
Am Samstag:
11.00 Uhr: Juniorinnen mit June Nothum
13.00 Uhr: Espoirs (m) mit Lennox Papi
15.00 Uhr: Damen-Elite mit Marie Schreiber
Am Sonntag:
11.00 Uhr: Junioren mit Ben Fleming und Ben Koenig
13.00 Uhr: Espoirs (w) mit Liv Wenzel und Layla Barthels
15.00 Uhr: Männer-Elite mit Loïc Bettendorf

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