Fußball
Licht und Schatten im Ausland: Sinani mit Punkt im Derby, enttäuschendes Startelfdebüt für Thill
Vincent Thill muss in seiner neuen Heimat noch immer auf das erste Erfolgserlebnis warten. Besser erging es Danel Sinani im Hamburger Derby und Laura Miller beim Rückrundenauftakt mit Nürnberg.
Sowohl im Stadion als auch in den Kabinen ging es beim Hamburger Derby teilweise etwas hitziger zu Foto: AFP/Ibrahim Ot
Familiäre Unterstützung: Vincent Thill konnte sich bei seiner Startelf-Premiere im neuen Klub über eine solide Fanreihe freuen – allerdings nicht über das Ergebnis. Bruder Olivier ist derzeit auf Klubsuche und sah, wie der 25-Jährige sich in der 25. eine Gelbe abholte und nach der Pause in den Kabinen blieb. Waldhof Mannheim war zu diesem Zeitpunkt bereits gegen Hansa Rostock in Unterzahl, Trainer Luc Holtz wollte kein Risiko eingehen. Nach 45 Minuten beim 2:5 gegen Verl und 45 Minuten beim 0:4 gegen die Rostocker hofft Thill am kommenden Samstag bei Viktoria Köln auf das erste Erfolgserlebnis in der dritten Liga. In der Tabelle rutschte Mannheim auf Platz zwölf ab. Oder wie die Fans es in den sozialen Medien beschrieben: „Ein Nachmittag voller Fassungslosigkeit.“
Gemischte Gefühle: Die anderen Nationalspieler, die in Deutschland unter Vertrag stehen, hatten ebenfalls nicht alle Grund zur Freude. Immerhin stand Danel Sinani nach überstandenen Wadenproblemen wieder im Kader bei St. Pauli (17.). Der Luxemburger Stürmer kam im Derby gegen den HSV (14.) in der 65. auf den Platz, es blieb beim torlosen Remis. Nach Spielende kochten die Emotionen dann bei einigen hoch – Grund dafür sollen die Fanlager gewesen sein.
„Respektlose Beleidigungen“ beim Hamburger Derby
Diese trostlose Nullnummer sei wirklich „kein Leckerbissen“ gewesen, sagte HSV-Trainer Merlin Polzin, kaum jemand werde das Spiel „lange in Erinnerung“ behalten. Doch das Hamburger Stadtderby war nur auf dem Platz ein Langweiler, hinterher sorgte ein Scharmützel um HSV-Verteidiger Luka Vuskovic für Aufregung: Der Kroate fühlte sich von den St.-Pauli-Fans provoziert und gekränkt, die Kiezkicker konterten kühl.
„Ich weiß nicht, was sich die St.-Pauli-Fans denken, aber ich finde es sehr respektlos, dass sie meinen Bruder und meine Familie beleidigen“, sagte Vuskovic, der sich wegen der Dopingsperre seines Bruders Mario Sprüche und Transparente gefallen lassen musste, bei Sky. Der 18-Jährige war so aufgebracht, dass er auf dem Weg in die Kabine in den Katakomben lautstark gegen eine Wand spuckte.
St. Pauli zeigte sich hingegen „irritiert“, dass sich der HSV und Vuskovic in der Opferrolle offenbar ganz wohl zu fühlen schienen – schließlich habe es im Fanblock des Erzrivalen etwa unter anderem auch sexistische Banner gegeben. Deshalb sei man verwundert, dass angeblich „nur eine Seite provozierend oder verursachend gewesen sei, während andere Vorfälle ausgeblendet werden“, hieß es in einer Stellungnahme. (SID)
Eine Etage tiefer, in der 2. Bundesliga, wird die Lage bei Greuther Fürth aufgrund der dichten Konkurrenz immer schwieriger für Mathias Olesen. Während Winterneuzugang und FLF-Kollege Aiman Dardari immerhin für ein paar Minuten der Schlussphase eingewechselt wurde, schmorte die Nummer 8 beim Unentschieden gegen Eintracht Braunschweig erneut auf der Bank.
Eldin Dzogovic fehlt weiterhin im Aufgebot von Magdeburg: Er hatte sich im Dezember schwer am Knie verletzt.
Guter Start ins Jahr: In der Damen-Bundesliga stand für Laura Miller und Nürnberg die Rückkehr in den Liga-Alltag auf dem Programm. Das Team, das mit der Bahn nach Bremen gereist war, holte sich beim Tabellendritten einen wichtigen Punkt ab. Beim 1:1 stand die Kapitänin der „Roten Löwinnen“ in der Startelf und wurde kurz vor Schluss ausgewechselt. Aufsteiger Nürnberg steht auf Platz neun.
Alles beim Alten: Die Personallage hat sich für Enes Mahmutovic bei NAC Breda nicht verändert. Nach einem einzigen Einsatz im Dezember gehört er 2026 wieder zu den Reservisten. Der Tabellen-17. holte ohne den FLF-Verteidiger diesmal einen Punkt gegen Leader PSV. Marvin Martins hat in diesem Jahr noch keine Minute für den FC Winterthur gespielt. Bei der 1:4-Pleite gegen Lugano stand er nicht im Kader.
Eine komplizierte Saison: Florian Bohnert und der SC Bastia hatten in der Ligue 2 eigentlich wieder etwas Aufwind bekommen und zuletzt zwei Siege in Serie eingefahren. Nach dem 0:2 gegen Montpellier, der zwölften Saisonniederlage, war von Aufbruchsstimmung nichts mehr zu spüren. Bohnert wurde in der 73. ausgewechselt. Trotzdem hat das Team aus Korsika noch Hoffnungen, den Klassenerhalt irgendwie zu schaffen: Der Rückstand auf Barragist Amiens beträgt fünf Punkte.
„Clean sheet“: Ein torloses Unentschieden gab es für Torhüter Anthony Moris. Al-Khaleej steht auf Platz acht der Saudi Pro League.
Eine Vorlage in Italien: In der Serie B hat Seid Korac bislang eine Saison der Höhen und Tiefen erlebt. Nachdem er wochenlang nicht zur ersten Wahl gehörte, stand er vergangene Woche 77 Minuten auf dem Platz. Gegen Mantova waren es zwar nur 25, dafür steuerte er allerdings die Vorlage zum 3:1 für Venezia bei.
Ohne Vertrag: Vahid Selimovic, Mica Pinto und Olivier Thill befinden sich aktuell noch auf Vereinssuche.