Abschlusswochenende des Cyclocross-Weltcups
Gemischte Gefühle: Schreiber nicht vorne dabei, Bettendorff 31. und Papi stürzt
Für die luxemburgischen Radsportler war das Weltcup-Abschlusswochenende eines mit gemischten Gefühlen. Eine Woche vor der WM in Hulst belegte Marie Schreiber in Maasmechelen nach einem Kettensprung Platz 20, in Hoogerheide wurde sie 23. Lennox Papi überzeugte am Samstag, musste das Rennen am Sonntag nach einem frühen Sturz jedoch vorzeitig aufgeben. Loic Bettendorff hingegen zeigte am Sonntag eine ansprechende Leistung.
Marie Schreiber verpasste eine Woche vor der WM eine vordere Platzierung Foto: FSCL/Hugo Barthélemy
Es heißt im Volksmund, dass eine misslungene Generalprobe eine gelungene Vorstellung verspricht. Eine Woche vor dem WM-Rennen in Hulst war Marie Schreiber vor allem am Samstag vom Pech verfolgt: In Maasmechelen sprang ihr nach nur zwei Minuten die Kette ab, am Sonntag musste sie ihrer kräftezehrenden Aufholjagd vom Vortag Tribut zollen. Mit den Platzierungen 20 und 23 blieb das erhoffte Top-Resultat eine Woche vor dem WM-Rennen im niederländischen Hulst aus.
In Maasmechelen startete Schreiber aus der dritten Reihe. Auf der schnellen Strecke bei sonnigen Bedingungen arbeitete sie sich rasch bis auf Platz acht vor. Doch nach nur zwei Minuten sprang die Kette ab – sämtliche Hoffnungen auf eine gute Platzierung waren dahin. Die Landesmeisterin fiel auf Rang 51 zurück und startete eine Aufholjagd von ganz hinten.
Dominatorin Brand mit Problem
Schritt für Schritt kämpfte sie sich nach vorne; nach der dritten Runde lag sie bereits auf Platz 28. In der letzten Runde musste sie einen weiteren Schreckmoment überstehen, als sie in einer Sandpassage stürzte, jedoch ohne schwerwiegende Folgen. Am Ende belegte sie Platz 20 mit 2:14 Minuten Rückstand auf die Siegerin Puck Pieterse aus den Niederlanden.
Ganz vorne im Rennen gab es eine Überraschung: Lucinda Brand, die sich den Gesamtsieg im Weltcup bereits gesichert hatte, hatte offenbar Probleme und kam nur auf Platz zehn. Die Gelegenheit nutzte Pieterse zu ihrem ersten Weltcup-Sieg in dieser Saison. Ceylin Carmen del Alvarado wurde Zweite, die Französin Amandine Fouquenet komplettierte das Podest. Maïté Barthels belegte Platz 44 mit 5:36 Minuten Rückstand, ihre Schwester Layla wurde 50. auf 5:55 Minuten. Liv Wenzel gab das Rennen vorzeitig wegen Rückenproblemen auf.
Liv Wenzel mit starkem Auftritt am Sonntag
Auch in Hoogerheide startete Schreiber am Sonntag aus der dritten Reihe. Nicht am Start waren Lucinda Brand, die über Wadenschmerzen klagte und sechs Tage vor der WM kein Risiko eingehen wollte, sowie Alvarado, die sich eine Pause gönnte. Schreiber lag nach dem Start zunächst auf Rang sechs, fiel jedoch nach der ersten Runde auf Platz zwölf zurück. Bereits früh konnte sie nicht mit der Spitzengruppe mithalten und musste sich am Ende mit Platz 23 zufriedengeben. Die 22-Jährige hatte 2:10 Minuten Rückstand auf die Siegerin – erneut Puck Pieterse, die damit den Doppelschlag am Wochenende feierte. Kristyna Zemanova aus Tschechien wurde Zweite, Fouquenet Dritte.
Liv Wenzel belegte Rang 34 mit 2:50 Minuten Rückstand und verpasste damit nur knapp ihr bestes Weltcup-Ergebnis – im Dezember wurde sie in Namur 29. „Es war ein sehr schnelles Rennen“, sagte sie. „Ich habe etwas gebraucht, um reinzukommen. Aber dann habe ich meinen Rhythmus gefunden und bin in einer großen Gruppe für die Top 30 angekommen. In der letzten Runde hatte ich allerdings Probleme mit dem Rücken. Für das WM-Rennen der Espoirs am kommenden Wochenende bin ich aber optimistisch. Meine Form ist richtig gut, die Beine auch. Doch wenn der Rücken nicht mitmacht, bringen auch gute Beine nichts. Ich werde in der kommenden Woche nach dem Rücken schauen, dann sollte es gehen.“ Maïté Barthels wurde 52. mit 5:43 Minuten Rückstand, Layla Barthels 60. auf 7:18 Minuten.
Bettendorff stark in Hoogerheide
Bei den Männern bleibt Mathieu van der Poel hingegen das Maß aller Dinge. Seit zwei Jahren im Cyclocross ungeschlagen, gewann der Niederländer sowohl in Maasmechelen als auch in Hoogerheide. Am kommenden Sonntag strebt er seinen achten Weltmeistertitel an – ein Rekord. Mit sieben Titeln halten Van der Poel und der 2015 verstorbene Belgier Eric De Vlaeminck aktuell zusammen den Rekord.
Am Samstag wurde es zumindest kurzzeitig spannend: In der sechsten Runde fuhr van der Poel in einer Gruppe mit Tibor del Grosso, Thibau Nys und Niels Vandeputte. Zwei Runden vor Schluss zog er jedoch das Tempo an und überquerte den Zielstrich drei Sekunden vor del Grosso und vier Sekunden vor Vandeputte. Bester Luxemburger wurde Lennox Papi auf Rang 43, Landesmeister Loïc Bettendorff belegte Platz 47.
Landesmeister Loïc Bettendorff überzeugte in Hoogerheide Foto: FSCL/Hugo Barthélemy
Am Sonntag war die Entscheidung noch klarer: Van der Poel benötigte nur eine schnelle Runde, um sich entscheidend abzusetzen. Mit 1:20 Minuten Rückstand kam del Grosso als Zweiter ins Ziel, knapp vor Vandeputte. Bettendorff wurde 31. mit 5:13 Minuten Rückstand. „Der Parcours hier hat mir gelegen“, sagte der Landesmeister. „Er ist breit, schnell und nicht zu technisch. Der Start ist sehr wichtig, ich starte aber immer weit hinten. Wenn ich in Zukunft Punkte holen möchte, starte ich weiter vorne – das wäre von Vorteil.“ Papi musste das Rennen nach einem Sturz in der ersten Runde vorzeitig beenden.
Papi stürzt am Sonntag
Am Sonntag waren zudem luxemburgische Juniorinnen, Junioren und Espoirs in den verschiedenen Altersklassen in Hoogerheide am Start. Den Auftakt machten die Junioren am Vormittag. Sieger wurde der Franzose Soren Bruyère Joumard vor dem Italiener Patrik Pezzo Rosola und dem Spanier Benjamín Noval. Bester FSCL-Fahrer war Landesmeister Ben Fleming, der als 27. mit 2:28 Minuten Rückstand ins Ziel kam. Dawson Fehlen Pereira belegte Rang 44 auf 4:18 Minuten, Ben König wurde 50. mit 6:01 Minuten Rückstand.
Bei den Juniorinnen beendete June Nothum das Rennen auf Platz 38 mit 4:28 Minuten Rückstand auf die Siegerin Giorgia Pellizotti aus Italien. Bei den Espoirs siegte der Franzose Aubin Sparfel. Rick Meylender wurde 33. mit 3:57 Minuten Rückstand, Lennox Papi musste das Rennen nach einem Sturz in der ersten Runde vorzeitig aufgeben.
Ben Fleming wurde bei den Junioren 27. Foto: FSLC/Hugo Barthélemy