Enovos League
Kordall Steelers machen Riesenschritt Richtung Play-off
Mit dem hart erkämpfen Sieg gegen den direkten Konkurrenten Mamer gelang den Kordall Steelers ein Big Point im Kampf um Platz acht. Damit hat der Aufsteiger die erste Play-off-Teilnahme der Vereinshistorie nicht nur in der eigenen Hand, sondern profitiert zudem vom leichteren Restprogramm.
Robertas Jonaitis war der entscheidende Mann auf dem Parkett Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Auch wenn noch zwei Spiele ausstehen, hatte diese Partie bereits Finalcharakter, da die beiden Teams vor diesem Duell auf den Plätzen acht und neun die gleiche Punktzahl aufwiesen und damit direkt um den letzten Play-off-Rang konkurrierten. Daher ging es nicht nur darum, dem Kontrahenten um einen Punkt zu enteilen, sondern auch den direkten Vergleich für sich zu entscheiden, um im Fall einer Punktgleichheit die Nase vorn zu haben. Das Hinspiel hatte Mamer noch mit fünf Zählern Vorsprung gewonnen, jedoch gelang den Steelers nun ein Sieg mit sieben Punkten Differenz. „Dies war ein erster wichtiger Schritt Richtung Play-off, indem wir Mamer auf Abstand halten und auch den direkten Vergleich im Rücken haben. Nun stehen noch zwei Spiele aus, und davon müssen wir mindestens gegen die Musel Pikes gewinnen“, gab Steve Kuhlmann die Marschrichtung vor.
Beide Teams müssen noch gegen Walferdingen antreten, während Mamer mit Pokalsieger Fels ein dickes Brett vor sich hat, aber Kordall mit den Musel Pikes auf den vermeintlich einfacheren Gegner trifft. Für den 35-jährigen Routinier, der erneut auf rund 30 Minuten Spielzeit kam, erscheint die mögliche Play-off-Teilnahme im Spätherbst seiner Karriere unerwartet. „Das war an sich Wunschdenken, aber jetzt sind wir in einer perfekten Ausgangssituation. Daher bin ich froh und stolz, diesen Punkt erreicht zu haben, und hoffe, spätestens im letzten Spiel alles klar zu machen“, so Kuhlmann, der in den vergangenen Jahren eher bei kleineren Vereinen aktiv war.
Perfekte Ausgangssituation
Die Partie gegen Mamer war jedoch alles andere als ein Selbstläufer, obwohl die Hausherren den optimalen Start erwischten (7:0, 3‘). Die Gäste sollten sich aber im Laufe des ersten Viertels wieder zurückkämpfen und nach einem Dreier von Adrovic auf einen Zähler herankommen (21:20, 9‘).
Beide Teams versuchten zwar, aggressiv zu verteidigen, jedoch fehlte des Öfteren die letzte Konsequenz, sodass der Gegner zu einfachen Punkten eingeladen wurde. Besonders in der Mamer Defensive klaffte so manche Lücke, wodurch sich die Steelers die erste zweistellige Führung des Abends besorgen konnten (45:35, 16‘). Einen Spieler bekam Mamer dabei einfach nicht in den Griff: Der Litauer Jonaitis war alleine in der ersten Hälfte mit 25 Punkten, vier von fünf verwandelten Dreierversuchen und acht Rebounds der dominierende Akteur auf dem Parkett. Die Gäste hatten es jedoch hauptsächlich ihrer überlegenen Physis zu verdanken, dass sie sich immer wieder durch die Steelers-Abwehr durchtanken konnten und so den Schaden zur Pause noch einigermaßen in Grenzen hielten (55:47).
Einzelaktionen
Alan Bedirhanoglu und Mamer haben das schwierigere Restprogramm Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Nach dem Seitenwechsel gelang es Mambra-Coach Ristic, seine Defensive zu stabilisieren, sodass Kordall in der Folge nicht mehr zu einfachen Punkten kam. Dies hatte jedoch auch die Konsequenz, dass der Spielfluss auf beiden Seiten zum Erliegen kam. In einem sehr zähen dritten Viertel gelang es daher Mamer, den Rückstand wieder zu verringern (63:60, 27‘). Das Rezept, mit Einzelaktionen Richtung Korb zu ziehen, blieb nicht ohne Erfolg, besonders da mit dem US-Amerikaner Reynolds ein wichtiger Kordall-Akteur frühzeitig in Foul-Trouble geriet. Jedoch stieß Mamer im Laufe der Partie mit dieser Taktik an seine Grenzen, auch weil US-Profi Winn zu viele mögliche Punkte liegen ließ. Die Steelers zogen wieder davon und konnten sich in einer spannenden Schlussphase neben dem Sieg auch den direkten Vergleich sichern.
„Wir müssen nun unsere beiden Spiele gewinnen, und dann sind wir wieder im Rennen“, versuchte Maid Adrovic im Anschluss noch, Hoffnung zu schöpfen. Der 18-Jährige bedauerte es jedoch, dass sein Team den Ball zu wenig drehen ließ und zu oft die Eins-gegen-eins-Situationen gesucht hatte.
Statistik
„T“-Bestnote: Robertas Jonaitis (Kordall Steelers)
Viertel: 25:22, 30:25, 16:16, 20:2
Kordall: Jonaitis 35, Timko 29, Reynolds 12, Pellegrino 6, Kuhlmann 4, Schmit 3, De Brito 2, Kemmer 0, Borbon
Mamer: Sleva 28, Bedirhanoglu 17, Adrovic 15, Winn 14, Muth 10, Mikalauskas 0, H. Murray, Bourgoigne 0
Schiedsrichter: Muho/Hermann/Colella
Zuschauer: 314 zahlende