WM 2026

In der Euphorie verloren: Türkei enttäuscht beim WM-Comeback

Die türkischen Fans in der Heimat waren früh aufgestanden und mussten mitansehen, wie ihre ambitionierte Mannschaft einen krachenden Fehlstart in die WM hinlegte.

Die türkische Fußball-Nationalmannschaft musste sich gegen Australien geschlagen geben

Die türkische Fußball-Nationalmannschaft musste sich gegen Australien geschlagen geben Foto: AFP/Dean Mouhtaropoulos

Hoffnung in der Dämmerung, Bestürzung am Morgen! Die türkischen Fans schlugen sich zunächst die Nacht um die Ohren und dann die Hände über dem Kopf zusammen. Mit diesem Fehlstart in die WM hatte kaum jemand gerechnet. Nach dem 0:2 (0:1) gegen Australien bangt die Türkei bereits um die K.o.-Runde der WM, dabei war die Mannschaft um Jungstar Arda Güler und Kapitän Hakan Calhanoglu so euphorisch ins Turnier gestartet.

Für Ex-Nationalspieler Halil Altintop womöglich ein Teil des Problems. „Wir verlieren uns schnell mal in der Euphorie, auch durch unsere Kultur“, sagte der langjährige Nationalspieler. „Die Mannschaft hat extrem viel Qualität, sie hat Erwartungen geweckt“, fügte Altintop hinzu. Umso enttäuschter waren die Fans nach der unerwarteten Niederlage.

Kein Durchkommen gegen starke Australier

Die Enttäuschung war auch in den Katakomben des BC Place in Vancouver zum Greifen. „Es gibt keine Ausreden, wir hätten gewinnen müssen. Es tut uns sehr leid, wir haben alles versucht“, sagte Verteidiger Merih Demiral zerknirscht. Demiral weiß: „Unsere Landsleute haben Erwartungen an uns. Jeder ist sich der Lage bewusst, aber es gibt gute und schlechte Tage.“

An diesem Samstag erwischte die türkische Nationalmannschaft zum Entsetzen ihrer Anhänger in der Heimat und in Kanada – Tausende hatten die Stadt vor dem Spiel auf ihrem Fanmarsch in Rot und Weiß getaucht – einen schwachen Abend. Die Australier, sagte Trainer Vincenzo Montella, hätten allerdings auch „sehr gut verteidigt und ein starkes Spiel gemacht“. Recht hatte der Italiener, dass seine Mannschaft gegen dieses einfache Stilmittel aber kaum ein Durchkommen fand, gehörte ebenso zur bitteren Wahrheit.

Druck schon im nächsten Spiel hoch

Güler mühte sich sichtlich, doch der Mittelfeld-Hoffnung von Real Madrid war die Last der Verantwortung anzumerken, seine gefährlichste Aktion war ein direkter Freistoß in der zweiten Halbzeit, den Australiens Torwart Patrick Beach stark parierte. Nestory Irankunda (27.) traf dagegen für die Australier, Abdülkerim Bardakci (30.) wenig später nur den Pfosten. Die Türken rannten vergeblich an und nach 75 Minuten in den entscheidenden Konter, den Connor Metcalfe abschloss.

Für die Türkei war es nach 1954 und 2002 im dritten Auftaktspiel einer Fußball-WM die dritte Niederlage, doch noch lebt in der Mannschaft die Hoffnung auf die K.o.-Phase. „Wir haben noch Zeit und werden unser Bestes geben, um das zu erreichen, was wir erreichen wollen“, sagte Montella.

Im nächsten Spiel gegen Paraguay am Samstag, das die Fans wieder zu nachtschlafender Zeit aus den Betten zwingt, dürfte der Druck bereits immens sein. Eine weitere Enttäuschung und das Comeback der Türkei nach 24 Jahren Abwesenheit auf der WM-Bühne könnte schneller vorbei sein als erwartet, immerhin wartet der in der Gruppe D auch noch der euphorisch und erfolgreich gestartete Hauptgastgeber USA.

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