Conference League
Würdevoller Abschied aus Europa: Strassen verliert 0:1 gegen Partizan
Strassen hat sich würdevoll aus dem europäischen Wettbewerb verabschiedet. Bei der 0:1-Niederlage im Rückspiel gegen Partizan Belgrad war die Mannschaft von Jérémy Deichelbohrer vor allem im ersten Durchgang die spielbestimmende Elf. Bis zum Schluss verpasste es das Team jedoch, sich mit einem Tor für den couragierten Auftritt zu belohnen.
Strassen-Kapitän Nicolas Perez und sein Team verpassten es in der ersten Halbzeit, in Führung zu gehen Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Trainer Jérémy Deichelbohrer brachte Lamine Touré anstelle des rotgesperrten Ediz Agovic in die defensive Dreierkette, während Amine Zenadji für Babou Seye in die Sturmspitze rückte. Partizan-Legende und Trainer Sasa Ilic fühlte sich nach dem 4:0-Hinspielsieg offenbar auf der sicheren Seite und rotierte gleich fünfmal. Auch Ibrahim Zubairu, der im Hinspiel doppelt getroffen hatte, nahm auf der Bank Platz.
Strassen begann mutig, presste hoch und Nicolas Perez kam bereits in der 6. Minute zum ersten Abschluss der Partie, traf den Ball aber nicht richtig. Nur wenige Minuten später bot sich dem Kapitän nach einer Flanke von Zenadji die nächste Großchance, doch erneut traf er den Ball nicht sauber (12.). Offensiv spielte zunächst nur Strassen: Nach einem sehenswerten Kombinationsspiel zwischen Kino Delorge und Omar Natami ging Letzterer im Strafraum zu Boden, doch der nordirische Schiedsrichter ließ weiterspielen.
UNA in erster Halbzeit das bessere Team
Die Strassener waren über die gesamte erste Halbzeit die aktivere und bessere Mannschaft. Im letzten Drittel fehlten allerdings die nötige Präzision und Durchschlagskraft: Delorge spielte einen Pass auf Perez etwas zu steil und vergab damit eine aussichtsreiche Gelegenheit. Kurz darauf zögerte Natami im Strafraum einen Moment zu lange und verlor den Ball, anstatt den Abschluss zu suchen. Die Belgrader, die offensiv kaum Akzente setzten, durften dann doch kurz jubeln: In der 42. Minute landete der Ball nach einer Freistoßflanke aus dem Halbfeld im Netz der Strassener. Die nordirischen Unparteiischen entschieden jedoch auf Abseits.
Keine Unruhen in und ums Stadion
Noch vor der Partie hatte UNA-Präsident Luc Hilger Respekt vor möglichen Zwischenfällen. „Wir waren schon etwas besorgt, weil die Polizei Informationen aus Serbien bekommen hat“, sagte er. Da die Begegnung als Hochsicherheitsspiel eingestuft worden war, wurde vor dem Gästeblock im Stade de Luxembourg eine Art Käfig errichtet, um zu verhindern, dass Zuschauer auf das Spielfeld gelangen. Rund 400 Fans aus Serbien waren zur Partie nach Luxemburg gereist. Über die gesamten 90 Minuten sorgten sie für lautstarke Unterstützung ihrer Mannschaft, ohne dass es zu negativen Zwischenfällen kam. Auch im Vorfeld der Begegnung hatten sich die Anhänger in der Stadt unauffällig verhalten, sodass der Aufenthalt letztlich ohne Zwischenfälle verlief.
Nach der Pause kam Belgrad deutlich schwungvoller aus der Kabine. Nach einem gelungenen Spielzug legte Petrovic den Ball von der Grundlinie in den Rückraum, wo Kostic zum schmeichelhaften 1:0 für die Serben einschob (48.). Nur wenige Minuten später verlor Valentin Steinmetz den Ball im Spielaufbau, sodass Zekovic frei vor Kory Özcan auftauchte. Der UNA-Schlussmann blieb jedoch Sieger (55.)
Strassen kämpft bis zum Ende
Strassen gab sich nicht auf. Natami vergab in der 67. Minute die große Chance auf den Ehrentreffer, und auch Galaye Gueye hätte sieben Minuten später per Kopf ausgleichen können. Beide Male war jedoch der Partizan-Keeper zur Stelle. Zwischen diesen beiden Möglichkeiten bot sich den Gastgebern die große Gelegenheit zum 2:0: Nach einem Strassener Eckball startete Seck einen Konter über den gesamten Platz, legte für Lekic auf, doch erneut parierte Özcan stark.
Nach einer Flanke des eingewechselten Alen Agovic sorgte schließlich noch ein Querschläger von Mitrovic beinahe für ein Eigentor (83.). In der Schlussphase boten sich Jimmy Gonçalves gleich zwei Kopfballchancen: Zunächst setzte er einen Eckball neben das Tor (88.), ehe sein Treffer in der Nachspielzeit wegen einer Abseitsstellung aberkannt wurde. Trotz der Niederlage kann sich Strassen erhobenen Hauptes aus dem Europapokal verabschieden.
Statistik
Strassen: Özcan – Gueye, Touré, Hall – Delorge (58. Teixeira), Natami (81. Gonçalves), Rastoder (67. Dadashev), Steinmetz, Myre – Perez (58. De Souza), Zenadji (81. Agovic)
Partizan: Krunic – Durdevic, Simic, Mitrovic (85. Marinkovic), Petrovic – Zekovic (61. Lekic), Nwulu (61. Aleksic), Kostic – Seck, Kojzeck (61. Ninic), Traore (61. Alilovic)
Gelbe Karten: Rastoder, Dadashev
Schiedsrichter: McMaster – Bell, Doherty – Morrison (alle NIR)
Torfolge: 0:1 Kostic (48.)
Zuschauer: 2.283
Stimme
Tim Hall (UNA Strassen): „Wenn man sich ansieht, wie gut und wie dominant wir in der ersten Halbzeit waren, ist das Resultat natürlich enttäuschend. Im letzten Drittel waren wir nicht kaltschnäuzig genug. Das war auch das Problem im Hinspiel, als wir 4:0 verloren haben. Wenn man insgesamt 5:0 gegen sie verliert, ist es schlimm. Trotzdem haben wir vor allem heute ein besseres Ergebnis verdient. Wir waren sehr mutig heute. Es ist nicht einfach, gegen eine solche Mannschaft hinten herauszuspielen, was wir heute aber hinbekommen haben.