Conference League
Kraftakt in Unterzahl: Bissen erkämpft sich 1:1 in Ungarn und scheidet erhobenen Hauptes aus
Für den Luxemburger Meister ist der Europapokal beendet. Nach dem klaren Ergebnis des Hinspiels war es bei Györi ETO (HUN) vor allem darum gegangen, sich ehrenvoll zu verabschieden. Das taten die Spieler von Trainer Vitor Pereira, die über eine Stunde zu zehnt alle Kraftreserven auf dem Platz ließen.
Der Pechvogel des Abends: Erst legte er zum 1:0 auf, dann musste Zeghdane vom Platz Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Mit ihrem Vier-Tore-Vorsprung im Rücken konnten es die Ungarn zu Hause eigentlich etwas entspannter angehen lassen. Taten sie dann auch: In den ersten 45 Minuten war Bissen die Mannschaft, die sich hervortun konnte – sehr zum Unmut der lokalen Anhänger.
In der 6. Minute bot sich Bissen bereits die erste Konterchance, doch Eddaraj musste erst einmal auf Mitspieler warten. Beim Versuch, Abi Ramzi über links zu schicken, gab es kein Durchkommen. Auch Lucas Correia stürmte nach Balleroberung alleine nach vorn (8.), was aufgrund der Anzahl an Gegenspielern aussichtslos war.
Die schnellen Offensivläufe sollten aber später belohnt werden. Nach Eddaraj (18.) und Correia (22.) war es der routinierte Mittelstürmer, der seine Bissener Truppe in Führung brachte.
Erst Vorlage, dann Rot
Dies geschah mit freundlicher Unterstützung der Gastgeber: Ferber und Co. profitierten von einem Ausrutscher des gegnerischen Keepers. Auf dem Flügel hatte Zeghdane blitzschnell reagiert, als sich der Torhüter ungewollt hinlegte. Die Flanke kam perfekt in den Sechzehner, wo sich der Kapitän mit einer Direktannahme bedankte (1:0, 28.).
Es sollte die vorletzte Aktion des Algeriers gewesen sein. Beim Versuch, den heranstürmenden Nije zu bremsen, traf Zeghdane den Stürmer in der Defensivbewegung am Schienbein. Der Schiedsrichter zückte sofort die Rote Karte. Die harte Entscheidung stand fest, die Proteste der Bissener halfen nichts. Es blieben über 60 Minuten in Unterzahl zu überstehen. Correia wurde infolgedessen geopfert, Verteidiger Marasi feierte sein Europapokaldebüt.
Wer Bissen nun komplett abgeschrieben hatte, lag falsch. Eddaraj hätte sogar in der 45. einen drauflegen können. Der Spielfluss, mit den wenigen Akzenten der Heimelf, gefiel ihren Fans überhaupt nicht. Die Statistiken sprachen eine klare Sprache: Sieben Angriffe stammten aus dem Luxemburger Lager, hingegen kam nur ein Kopfball auf das Tor von Gourari.
Bissen wehrt sich
Györi kam wie ausgewechselt aus der Pause und erhöhte sofort die Schlagzahl. Bei einem Freistoß flog der Ball Mannone in der Drehung gegen den Arm (48.). Es gab Elfmeter: Dukanovic hatte Pech, denn er lenkte den Schuss gegen den Pfosten. Trotzdem brannte es im Bissener Strafraum, denn die Standardsituationen häuften sich. Es dauerte weitere zehn Minuten, ehe sich die Auswärtself wieder von ihrer besten Seite zeigen konnte – allerdings verpasste es Pimentel, abzuziehen (59.).
Nachdem Bissen eigentlich wieder gut im Spiel war, ließ sich der eingewechselte Fernandes zu einem Foul im Strafraum hinreißen. Wieder stand Gourari im Fokus – allerdings konnte er den Elfmeter von Krpic nicht entschärfen (1:1, 76.).
Wenig beeindruckt wollten zehn Bissener weiterhin mehr als elf Györi-Profis. Mit einer toll herausgespielten Chance über links versuchte es Fernandes zehn Minuten vor Schluss. Cabral wollte es in der 90. +1 auf eigene Faust wissen, Eddaraj gab noch einen Distanzschuss ab – doch es blieb beim 1:1 und der Bestätigung, dass Bissen sich an diesem Donnerstagabend absolut nichts vorzuwerfen hatte.
Statistik
Györi ETO (HUN): Megyeri – Stefulj, Krpic, Umathum, Biro – Bumba (64. Mass), Décsy, Vitalis (46. Szep) – Schön (61. Selyem), Dukanovic (69. Banati), Njie (46. Huszar)
Bissen: Gourari – Veiga (80. Cabral), Mannone, Louriz – Almada (69. Rodrigues), Pimentel, Eddarraj, Zeghdane – Correia (42. Marasi), Ferber (80. Djalo), Abi Ramzi (69. Fernandes)
Schiedsrichter: Kubriak – Tsmokanych, Striletska (alle UKR)
Gelbe Karten: Njie, Selyem, Huszar - Almada, Louriz, Rodrigues
Rote Karte: Zeghdane (31., grobes Foul)
Torfolge: 0:1 Ferber (28.), 1:1 Krpic (69., Foulelfmeter)