HBD vs. Red Boys
Heiß auf dem Spielfeld, kühl im Kopf: Nikola Malesevic blickt auf das Pokalduell
Bereits im Pokal-Viertelfinale kommt es am Samstag zum Duell der derzeit beiden besten Handball-Mannschaften des Landes. Nikola Malesevic hat in der Vergangenheit sowohl den HBD als auch die Red Boys trainiert und blickt auf den Pokalfight voraus.
Nikola Malesevic hat in der Vergangenheit sowohl den HBD als auch die Red Boys trainiert Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Mehr Topspiel geht kaum. Wenn der HB Düdelingen am Samstag im Pokal die Red Boys empfängt, treffen die beiden derzeit stärksten luxemburgischen Handball-Mannschaften aufeinander. Doch das Duell kommt zu früh. Eigentlich wollten beide erst in der Coque um den Titel kämpfen. Stattdessen wird einer der großen Favoriten nun bereits in der Runde der letzten acht ausscheiden und das Final Four verpassen.
Einer, der einschätzen kann, wie eng und spannend das Duell am Samstag werden könnte, ist Nikola Malesevic. Der Trainer kennt beide Teams aus erster Hand. Von 2016 bis 2022 stand er beim HBD an der Seitenlinie, von 2023 bis 2025 bei den Red Boys.
„In Düdelingen war es eher ein Trainer-Projekt mit Fokus auf Ausbildung und Aufbau“, blickt Malesevic auf seine Zeit beim HBD zurück. Ergebnisse seien wichtig gewesen, aber nicht das alleinige Ziel. Vielmehr ging es darum, junge Spieler auf höhere Aufgaben vorzubereiten. „Ergebnismäßig haben wir keinen Titel gewonnen“, bilanziert Malesevic, betrachtet die Arbeit dennoch als Erfolg. Heute übernehmen junge Akteure von damals – etwa Ojié Etute oder Fynn Köller – tragende Rollen im Team.
Ganz anders stellte sich die Ausgangslage später in Differdingen dar. Dort war der Auftrag eindeutig: Titel gewinnen. Mit einem erfahrenen und ambitionierten Kader holten die Red Boys unter Malesevic sowohl den Pokal als auch die Meisterschaft.
Prognose „unmöglich“
In dieser Saison sind beide Mannschaften nun die stärksten im luxemburgischen Handball. „Wenn man sich die Kadergröße und die individuelle Qualität anschaut, führt an diesen beiden Teams kein Weg vorbei“, sagt der ehemalige Nationaltrainer.
Der Ausgang des Duells am Samstag? Kaum vorhersehbar, „unmöglich“, betont Malesevic – und verweist auf die beiden bisherigen Liga-Begegnungen, die jeweils unentschieden endeten (28:28 und 32:32).
„Die Red Boys verfügen über eine sehr interessante Rotation, vor allem im Rückraum. Sie ist deutlich breiter geworden als in der vergangenen Saison. Fast alle Positionen sind doppelt hochwertig besetzt“, so Malesevic. Dass das Team bis Dezember weitgehend ohne den wichtigen und erfahrenen Elledy Semedo auskommen musste und dennoch stabil blieb, spreche für sich. „Das zeigt, dass sie selbst beim Ausfall eines Spielers dieses Kalibers ihr Niveau halten können.“ Auch auf der Torhüterposition sei Differdingen stark aufgestellt. „Vor allem die Nummer eins, Jarrar, aber auch Felici dahinter, leisten sehr solide Arbeit.“
Zwei Duelle gab es in dieser Saison schon zwischen den Red Boys um Ilian Goedert und dem HBD um Loris Labonté und Itua Etute. Beide endeten unentschieden Foto: Editpress/Fernand Konnen
Beim HB Düdelingen sieht Malesevic die Rotation etwas weniger ausgeglichen. „Wenn Ojié oder Itua Etute fehlen, ist es eine andere Mannschaft. Man muss aber sagen, dass sie den Kader, den sie haben, sehr gut nutzen. Mit großer Kampfbereitschaft und einem Mika Herrmann im Tor ‚on fire‘ können sie viel erreichen. Was sie in dieser Saison zeigen, ist wirklich bemerkenswert.“
Die bisherigen direkten Duelle haben gezeigt, dass sich beide Mannschaften sowohl physisch als auch technisch und taktisch kaum etwas nehmen. Haben beide defensiv und offensiv einen guten Tag, gibt es für niemanden Vorteile – und auch dem Heimvorteil des HBD am Samstag misst Malesevic keine große Bedeutung bei. „Zwischen Heim- und Auswärtsspielen gibt es in Luxemburg fast keinen Unterschied“, sagt er. „Ich bin mir sicher, dass die Halle voll sein wird mit Anhängern von beiden Teams. Für beide ist es ein extrem wichtiges Spiel, denn im Frühjahr in der Coque zu spielen, ist immer etwas Besonderes.“
Mentale Komponente
Eine Schlüsselrolle könnten im Pokal-Viertelfinale nun die Torhüter einnehmen. „Wenn die Abwehr funktioniert, folgen die Torhüter – und umgekehrt.“ Doch auch andere individuelle Akteure könnten den Unterschied machen. „Die Qualitäten der Etute-Brüder sind bekannt“, sagt Malesevic. „In wichtigen Spielen treten oft auch andere Spieler aus dem Schatten und zeigen sehr interessante Dinge.“ Gleiches gelte für die Red Boys: „Ilian Goedert hat große Qualität, Elledy Semedo ist ein erfahrener Routinier und Enzo Jean Louis ist in großen Spielen immer präsent.“
Neben den spielerischen Aspekten wird aber vor allem die mentale Komponente entscheidend sein. „Beide Mannschaften werden sicherlich nervös sein, weil viel auf dem Spiel steht. Die Erfahrung kann daher ein Faktor sein“, so Malesevic. „Wichtig wird es sein, auf dem Spielfeld heiß zu sein, aber einen kühlen Kopf zu wahren. Das wird meiner Meinung nach das Spiel in die ein oder andere Richtung kippen lassen. Ich hoffe, wir bekommen ein richtiges Spektakel zu sehen.“
Programm
Loterie Nationale Coupe de Luxembourg, Viertelfinale:
Männer:
Am Samstag:
20.15: Käerjeng - Berchem
20.15: HBD - Red Boys
Am Sonntag:
18.00: Petingen - Esch
noch nicht terminiert: Diekirch - Standard
Damen:
Am Samstag:
18.00: Redingen - Red Boys
18.00: Standard - HBD
18.00: Esch - Museldall
Am Sonntag:
16.30: Diekirch - Käerjeng