Radsport

„Hatte mental eine schwierige Woche“: Nina Berton wird bei der Flandern-Rundfahrt 34.

Nina Berton (EF Education-Oatly) hat die Flandern-Rundfahrt am Sonntag als 34. beendet. Nach zwei Stürzen am vergangenen Wochenende hatte die 24-Jährige vor allem mentale Schwierigkeiten. Der Sieg ging an die Niederländerin Demi Vollering

Nina Berton beim Zieleinlauf der Flandern-Rundfahrt 2026, Platz 34 im Radrennen

Nina Berton beendete die Flandern-Rundfahrt 2026 auf dem 34. Platz Foto: Editpress/Anouk Flesch

Dass die 164,1 Kilometer rund um Oudenaarde bei den Damen viele Kräfte kosteten, war rund um die Teambusse deutlich zu sehen. Einige Radsportlerinnen brauchten Minuten, um sich von den Strapazen zu erholen, andere waren von körperlichen Problemen geplagt. Eine von ihnen war Nina Berton, die sich minutenlang mit Schmerzen am Fuß plagen musste. „Mein Fuß war verkrampft“, gab sie nach dem Rennen schnell Entwarnung. „Es ist nichts Schlimmes. Ich denke, ich habe einfach nicht genug getrunken. Es ist besser, dass es nach dem Rennen als im Rennen passiert.“

So ganz zufrieden war Berton mit ihrem vierten Auftritt bei der Flandern-Rundfahrt nicht. Platz 34 war nicht ganz das, was sie erwartet hatte. 2023 wurde sie bei der „Ronde“ einmal 19. „Ich hatte nach dem Rennen am letzten Sonntag (49. bei In Flanders Fields) mental eine schwierige Woche“, erklärt sie. „Mein Ergebnis heute (Sonntag) liegt nicht an den Beinen, sondern am Kopf. Ich bin letzten Sonntag zwei Mal gestürzt, deswegen hatte ich Schwierigkeiten. Ich habe dennoch heute meinen Job erledigen können.“

Sprung an die Spitze

Berton fuhr bei der Flandern-Rundfahrt für die Leaderin Noemie Rüegg aus der Schweiz. 61 Kilometer vor dem Ziel, als Berton noch Teil der 25-köpfigen Führungsgruppe war, setzte sie sich zusammen mit der Polin Agnieszka Skalniak-Sójka (CANYON//SRAM zondacrypto) ab. „Ich habe es versucht und wollte dann mit Vorsprung in den Koppenberg hineinfahren. Wenn Noemie (Rüegg) dann kommen würde, hätte ich ihr besser helfen können. Das war der Plan. Aber niemand wurde gehen gelassen, es war nichts mit einer Ausreißergruppe.“ Nur einen Kilometer nach der Attacke wurde das Duo wieder eingeholt.

Vollering gewinnt die „Ronde“

Demi Vollering hat am Sontnag die Flandern-Rundfahrt der Frauen gewonnen. Sie siegte mit 42 Sekunden Vorsprung vor der Französin Pauline Ferrand-Prévot, die im Sprint um Platz zwei die Niederländerin Puck Pieterse schlug.

Als Favoritin in das Rennen gestartet, nutzte die 29-Jährige ein ähnliches Erfolgsrezept wie Tadej Pogačar, der zuvor bei den Männern gewonnen hatte: Sie setzte auf ein zermürbendes Rennen, unterstützt von der starken Teamarbeit einer beeindruckenden FDJ-United-Mannschaft. Vollering setzte sich 18 Kilometer vor dem Ziel am Oude Kwaremont an der Spitze ab und distanzierte dabei Meter für Meter die hartnäckige Ferrand-Prévot aus ihrem Hinterrad, um ihren fünften Saisonsieg einzufahren. Ein Triumph, der ihre ohnehin schon gut gefüllte Trophäensammlung weiter vergrößert. Nach ihren Siegen bei Liége-Bastogne-Liége, den Strade Bianche, der Flèche Wallonne und dem Amstel Gold Race gewann sie nun erstmals die „Ronde“. „Ich finde keine Worte. Ich habe davon geträumt und hart dafür gearbeitet. Das Rennen war extrem schwierig, vor allem wegen des Windes“, kommentierte die Europameisterin. „Wir waren im Finale mit meinen Teamkolleginnen in der Überzahl. Es kommt nicht oft vor, dass man diesen Luxus hat. Es lag an mir, das zu nutzen“, fügte sie hinzu.

Für Berton enden damit zumindest die Flandern-Klassiker. In Erinnerung bleibt ein neunter Platz beim Omloop Het Nieuwsblad, doch insgesamt zieht die 24-Jährige eine Bilanz mit gemischten Gefühlen. „Es gab einige Auf und Abs. Ich habe gemerkt, dass mein physischer Zustand in den Rennen sehr gut ist. Ich habe gar keine Angst mehr, dass ich mich im Peloton nicht behaupten könnte. Wenn der Kopf jetzt wieder stimmt und die Angst wieder weg ist, sollte es wieder sehr gut gehen. Aber wenn man mental einmal raus ist, ist es schwer, wieder schnell reinzukommen.“

Nächster Schritt

Berton hat also wahrlich einen Schritt in ihrer Entwicklung gemacht und beim Omloop Het Nieuwsblad gezeigt, dass sie Ergebnisse auf höchstem Niveau einfahren kann. „Leader eines Teams zu werden, ist ein Projekt auf lange Zeit“, erklärt Berton, die seit 2025 bei EF Education-Oatly fährt. „Momentan bin ich mit der Rolle, die ich habe, zufrieden. Ich lege den Fokus darauf, für andere zu arbeiten, bekomme aber auch Freiheiten. Für die Zukunft ist ein Ziel, mal bei solchen Rennen als Leader an den Start zu gehen und somit All-in auf ein Podest zu gehen.“

Ob Berton dies bei der US-amerikanischen Mannschaft tut, ist offen. Ihr Vertrag läuft Ende der Saison aus. „Über die Zukunft kann ich noch nicht viel sagen. Es steht noch nichts fest. Ich bin aber in einem coolen Team und die Stimmung ist gut.“ Nächsten Sonntag steht mit Paris-Roubaix das nächste große Highlight an. „Ich hoffe, dass es mental dann schon besser geht“, sagt Berton.

Im Überblick

23. Flandern-Rundfahrt der Damen, Eintagesrennen in Belgien rund um Oudenaarde (164,1 km):
1. Demi Vollering (Niederlande/FDJ – SUEZ) in 4:16:37 Stunden, 2. Pauline Ferrand-Prévot (Frankreich/Visma) 0:42 Min, 3. Puck Pieterse (Niederlande/Fenix-Premier Teech) gleiche Zeit, 4. Lotte Kopecky (Beglien/SD Worx-Protime) 1:04, 5. Zoe Bäckstedt (Großbritannien/Canyon), 6. Karlijn Swinkels (Niederlande/UAE) gleiche Zeit, 7. Silvia Persico (Italien/UAE) 1:07, 8. Elisa Longo Borghini (Italien/UAE) gleiche Zeit, 9. Mischa Bredewold (Niederlande/SD Worx Protime) 1:58, 10. Franziska Koch (Deutschland/FDJ – SUEZ) gleiche Zeit, ... 34. Nina Berton (Luxemburg/EF Education-Oatly) 6:53
DNF Gwen Nothum (Luxemburg/Minimax)

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Radsport

Kluckers vor der „Ronde“: „Das schönste und zugleich schwerste Rennen des Jahres“