Damen-Handball
HBD dreht das Spitzenspiel gegen Red Boys
Der HBD hat am Samstag das Spitzenspiel gegen Tabellenführer Red Boys gewonnen. Nachdem die Düdelingerinnen lange Zeit einem Rückstand nachgelaufen waren, machten sie in der Schlussphase den knappen 33:32-Sieg perfekt. Davor hatte eine Szene für Aufregung gesorgt.
Sharon Dickes erzielte zehn Tore Foto: Editpress/Jeff Lahr
Am Ende eines intensiven Spiels sorgte die letzte Aktion für Aufregung. Zwölf Sekunden vor Schluss nahm HBD-Trainer Mikel Molitor nochmal ein Timeout, seine Mannschaft führte knapp mit 33:32. Doch der folgende Angriff misslang. Die Düdelingerinnen machten wenige Sekunden vor Schluss einen Fehler und verloren noch einmal den Besitz. Ciufoli legte den Ball dabei aber nicht zu Boden, sondern warf ihn hinter sich weg, womit die Differdingerinnen nicht mehr rechtzeitig ausführen konnten.
„Der Ball wurde weggeworfen und damit die Ausführung des Freiwurfs verhindert. Laut Regelwerk hätte das eigentlich einen Siebenmeter für uns und eine Rote Karte für die Spielerin zur Folge haben müssen“, ärgerte sich Red-Boys-Trainer Michel Scheuren nach der Partie. Unsportliches Verhalten in den letzten 30 Sekunden eines Spiels ist entsprechend streng zu ahnden. Doch die Schiedsrichter sahen das anders. „Am Ende ist es eine Tatsachenentscheidung, an der wir nichts ändern können“, so Scheuren.
Seine Mannschaft hatte aber schon lange davor das Spiel aus der Hand gegeben. Bis zur 44. Minute schienen die Red-Boys-Damen alles im Griff zu haben. Zu dem Zeitpunkt lagen sie mit 23:27 in Führung. Doch in der Schlussphase schlichen sich Fehler im Angriff ein, dazu haderten sie mit vielen Zeitstrafen. „Das war am Ende ausschlaggebend, dazu haben wir einige klare Torchancen nicht reingemacht.“
Nach dem 23:27 in der 44. Minute startete der HBD einen 5:0-Lauf und übernahm damit erstmals im gesamten Spiel die Führung (28:27). Vor allem Torhüterin Emeline Hoe glänzte in dieser Phase mit einigen sehenswerten Paraden und legte damit den Grundstein für die Aufholjagd. In der entscheidenden Phase bewiesen die Gastgeberinnen schließlich die stärkeren Nerven und brachten den Sieg über die Zeit.
Wichtig für die Moral
„Wir haben am Anfang nicht ins Spiel gefunden, in der Kabine bekamen wir dann den Kopf gewaschen“, so Sharon Dickes, mit zehn Toren beste HBD-Schützin: „Durch unseren Teamgeist, vor allem in der Defensive, haben wir dann reingefunden und uns gesagt: Dieses Spiel zu Hause dürfen wir nicht verlieren. Wir müssen gewinnen. Das war unser Ziel – und das haben wir heute erreicht.“
Mit dem Sieg schließt der HBD auch tabellarisch wieder zur Spitze auf. Käerjeng, Differdingen und Düdelingen sind nun erneut punktgleich. „Vor allem mental war der Sieg extrem wichtig für uns. Jeder Erfolg hilft uns, Selbstvertrauen zu tanken, damit wir zum Start der Finalserien im März bereit sind“, so Dickes abschließend.
Statistik
HBD: Hoe (1-21‘, 30-60‘, 12 Paraden), Sequeira (21-30‘, 2 P.), Fangueiro (bei 1 7m) - K. Wirtz 2, Ciufoli 4, Mputu 5, Dickes 10/3, Jominet, Willems 3, Steffen 3, Dautaj 2, Gambini, Krier, J. Wirtz 2, Borrelli, Caruso 2
Red Boys: Servant (1-52‘, 10 P.), A. Cilovic (52-60‘, 1 P., davon 1 7m) - Petit de Sousa, Kupke 10/5, Sinani 1, R. Cilovic 3, Oliveira, Avallone, Teko 5, La. Melchior 1, Li. Melchior 4, Scheuren 5/1, Gran 1, Skenderovic, Goncalves 2
Schiedsrichter: Linster/Rauchs
Zeitstrafen: HBD 2 - Red Boys 8
Siebenmeter: HBD 3/4 - Red Boys 6/6
Zwischenstände: 5‘ 1:4, 10‘ 4:6, 15‘ 7:11, 20‘ 10:14, 25‘ 13:16, 30‘ 16:19, 35‘ 19:22, 40‘ 21:24, 45‘ 24:27, 50‘ 28:27, 55‘ 30:30
Zuschauer: 117 (offizielle Angaben)
Final Four ausgelost
In der Halbzeitpause des Damen-Spitzenspiels zwichen dem HBD und Red Boys wurden am Samstag die Begegnungen des Final Four im Pokal ausgelost. Bei den Damen kommt es im Halbfinale zum erneuten Duell zwischen Düdelingen und Differdingen. Im zweiten Spielt trifft Käerjeng auf Museldall. Bei den Herren bekommt es der HBD mit dem Sieger der Partie Standard gegen Diekirch, die am 13. Februar stattfindet, zu tun. Titelverteidiger Berchem muss gegen den HB Esch ran. Das diesjährige Final Four findet vom 23. bis zum 26. April in der Coque statt.