Cyclocross
Achter WM-Titel: Van der Poel steht in den Rekordbüchern
Der Kaiser der Schlammschlachten, Mathieu van der Poel, ist am Sonntag vor heimischem Publikum in Hulst zum achten Mal Cyclocross-Weltmeister geworden und hat seinen Status als bester Crossfahrer der Geschichte weiter gefestigt.
Mathieu van der Poel ließ am Sonntag in Hulst nichts anbrennen Foto: AFP/Iris van den Broek
„Als ich angefangen habe, war mein größter Traum, eines Tages Weltmeister in der Elite zu werden. Und jetzt stehe ich hier mit acht Titeln. Das ist einfach außergewöhnlich“, erklärte der niederländische Superstar nach dem Abstieg vom Podium, wo er soeben von König Willem-Alexander der Niederlande geehrt worden war.
Elf Jahre nach seinem ersten WM-Titel in Tabor setzte sich der „Oranje“-Star in einem Soloritt vor seinem Landsmann Tibor Del Grosso und dem Belgier Thibau Nys durch. Damit ist er nun alleiniger Rekordhalter für die meisten Weltmeistertitel, ein Rekord, den er bis zu diesem Wochenende noch mit dem Belgier Eric De Vlaeminck geteilt hatte.
„Der erste Titel hat immer einen ganz besonderen Geschmack, aber dieser achte Triumph steht für jahrelange Dominanz. Niemand hätte gedacht, dass der Rekord von De Vlaeminck eines Tages gebrochen würde“, erklärte der Enkel von Raymond Poulidor.
Der Belgier, der 2015 verstarb, hatte seine Titel in den 1960er- und 1970er-Jahren gewonnen. Van der Poel zieht mit diesem Erfolg außerdem mit seiner Landsfrau Marianne Vos gleich, die ebenfalls achtmal Weltmeisterin bei den Frauen wurde.
Beeindruckende Statistiken
Spannung kam auf dem 3,35 Kilometer langen Rundkurs, der achtmal entlang der Festungsgräben der Stadt Hulst absolviert wurde, kaum auf.
„MVDP“ übernahm bereits nach drei Rennminuten die Führung, gab sie nicht mehr ab und siegte mit einem Vorsprung von über 30 Sekunden.
Die Statistiken des 31-jährigen Fahrers sind beeindruckend. In dieser Saison gewann er alle 13 Crossrennen, an denen er teilnahm. In den letzten drei Cross-Saisons wurde er nur ein einziges Mal geschlagen – am 21. Januar 2024 in Benidorm vom Belgier Wout Van Aert, der am Sonntag verletzungsbedingt nicht am Start war. Ebenfalls nicht am Start war der einzige gemeldete Luxemburger Loïc Bettendorff. Der 24-Jährige hatte sich im Teamhotel eine Lebensmittelvergiftung zugezogen und reiste bereits am Samstag ab.
Von 11 Weltmeisterschaften, an denen Van der Poel teilnahm, stand er zehnmal auf dem Podium, davon achtmal ganz oben. Das macht ihn zum „besten Cyclocross-Fahrer der Geschichte“, sagt der Belgier Sven Nys (Vater von Thibau), der selbst eine der großen Cross-Legenden mit 140 Siegen Anfang der 2000er-Jahre ist. Eine Einschätzung, die vor wenigen Tagen auch Van Aert teilte – dreifacher Weltmeister und langjähriger Rivale des Niederländers.
Neben seinen Erfolgen im Cyclocross verfügt Van der Poel auch auf der Straße über eine beeindruckende Erfolgsbilanz: Weltmeistertitel 2023 in Glasgow sowie Siege bei Mailand–Sanremo (2023, 2025), Paris–Roubaix (2023, 2024, 2025) und der Flandern-Rundfahrt (2020, 2022, 2024).
Diese Erfolgsliste will der Kapitän des Teams Alpecin im kommenden Frühjahr weiter ausbauen. Kein Geheimnis macht er aus seinem Ziel, einen vierten Sieg bei der „Ronde“ zu erringen, nachdem er im vergangenen Jahr in den flämischen Hügeln vom slowenischen Phänomen Tadej Pogačar dominiert worden war.
Im Überblick
Cyclocross-Weltmeisterschaft 2026 in Hulst:
Rennen der Elite (38 Teilnehmer):
1. Mathieu van der Poel (Niederlande) in 1:00:25 Stunden, 2. Tibor Del Grosso (Niederlande) 0:35 Minuten zurück, 3. Thibau Nys (Belgien) 0:46, 4. Joris Nieuwenhuis (Niederlande) 0:55, 5. Filippo Fontana (Italien) 0:55, 6. Gerben Kuypers (Belgien) 0:58, 7. Felipe Ortz (Spanien) 1:04, 8. Toon Aerts (Belgien) 1:04, 9. Jente Michels (Belgien) 1:04, 10. Michael Vanthourenhout (Belgien) 1:35, DNS Loïc Bettendorff (Luxemburg)