Basketball
Für Bridget Yoerger sind aller guten Dinge drei
Es war sicherlich die Überraschung im nationalen Damenbasketball: Neun Monate, nachdem sie mit der Sparta ihr letztes Meisterschaftsspiel bestritten und ihre Schuhe an den berühmten Nagel gehangen hatte, feierte Bridget Yoerger ihr Comeback und will nun endlich ihren ersten Titel gewinnen.
Bridget Yoerger stand vergangenes Jahr mit der Sparta im Pokal- und Meisterschaftsfinale Foto: Editpress/Gerry Schmit
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei – so auch für Bridget Yoerger: Zweimal hatte sich die 38-Jährige bereits in die „Basketballrente“ verabschiedet. Zweimal – 2023 und 2025 – bestritt sie mit der Sparta Bartringen schon einmal ein Pokalendspiel in der Coque, zweimal musste sie jedoch dem Gegner beim Jubeln zuschauen. Warum also nicht doch einen dritten Versuch wagen?
Und so feierte die 38-Jährige vor knapp drei Wochen ein weiteres Comeback. Auf die Frage, ob sie seither häufiger den Satz „Ich habe es dir doch gesagt“ gehört hätte, antwortet die hauptberufliche Lehrerin lachend: „Nein.“
Dass sie endgültig mit dem Basketball Schluss machen würde, hatten ihr bei ihrem allerletzten Auftritt mit dem Luxemburger 3x3-Team bei den Spielen der Kleinen Staaten in Andorra im Mai bei Weitem nicht alle geglaubt. „In den letzten Wochen habe ich aber ganz oft die Frage ‚Warum?‘ gehört“, sagt die Bartringerin. Ihre frühere 3x3-Teamkollegin Nadia Mossong brachte es gleich auf den Punkt, wie Yoerger weiter erklärt: „Mit Blick auf ein drittes Comeback schrieb sie mir sofort: ‚There’s never two without three.‘“
Sprüche, mit denen Yoerger aber gut zurechtkommt, wie sie scherzhaft bemerkt: „Ich sage dann einfach, dass ich gar nicht zurückgetreten bin, sondern nur zu Beginn der Saison keinen Basketball gespielt habe.“
Der Körper schmerzte
Die Gründe, warum sie sich für eine Rückkehr entschieden hat, sind vielfältig. „Ich hatte diese Auszeit, die mir auch gutgetan hat. Ich habe meinen Lebensgefährten und viele Freunde in Luxemburg, aber nicht meine Familie. Ohne Basketball hatte ich einfach nicht viel zu tun“, erklärt sie. Immerhin war ihr Alltag als ehemalige Profispielerin über viele Jahre hinweg von Training und Spielen am Wochenende geprägt.
Auch wenn sie in den letzten Monaten gerne die Spiele ihres Lebensgefährten Claudio Contardi, einem der besten luxemburgischen Pétanque-Spieler, verfolgt hat, fehlte ihr doch etwas. „Von hundert auf null – das mochte ich nicht. Ich hatte Probleme, mich noch für etwas zu motivieren, das klappte nicht einmal mehr für Fitness“, gibt sie zu. Etwas, das ihrem Körper ebenfalls nicht guttat, wie Yoerger erklärt: „Mental tat diese Pause wirklich gut, doch was meinen Körper betrifft, hatte ich noch nie solche Schmerzen.“ Der plötzliche Trainingsstopp sorgte nämlich dafür, dass sich die Muskeln verkürzten. „Es waren wirklich fürchterliche Schmerzen. Der Arzt meinte, ich müsste weiterhin schwere Gewichte stemmen oder Ähnliches tun.“
Von hundert auf null - das mochte ich nicht. Ich hatte Probleme, mich noch für etwas zu motivieren ...
Bridget Yoerger
Der endgültige Wendepunkt kam, als Yoerger sich Anfang Januar das Pokalhalbfinale ihrer ehemaligen Teamkolleginnen gegen Esch ansah. „Ich habe mich danach mit Lena (Mersch) unterhalten und meinte, dass der alte Kader mit den neuen US-Spielerinnen richtig gut ist. Daraufhin sagte sie, dass ich doch mitmachen sollte – ich würde es sicherlich mögen.“ In der darauffolgenden Woche war sie mit dem Schulbasketball unterwegs und Mike Jones, ein weiterer ehemaliger Basketballer, meinte dort lachend, dass er ihren Namen sicherlich beim Pokalfinale in der Zeitung lesen würde. „Ich dachte nur: Ja, ja. Aber danach bin ich wirklich zum Training gegangen, fühlte mich gut und es machte Spaß. Es war kein Druck da und es war etwas, das ich wirklich tun wollte.“
Bei Coach Mike Feyder und ihren Teamkolleginnen, zu denen der Kontakt nie abgerissen ist, war die Freude über ihre Rückkehr riesig.
Nicht chancenlos
Denn mit dem Comeback der routinierten Spielerin gewinnt die Mannschaft einiges an Erfahrung und Kampfgeist hinzu. „Ich hoffe, mit meiner Erfahrung weiterhelfen zu können und den Druck etwas herausnehmen zu können – vor allem bei den jüngeren Spielerinnen, die erstmals dabei sind.“
Dass die Sparta gegen den großen Favoriten T71 nicht chancenlos sein wird, dessen ist sich Yoerger sicher – nicht zuletzt nach der letzten Woche, als Düdelingen sein erstes Saisonspiel verlor. „Ich bin überzeugt, es wird ein interessantes Spiel. Es gibt viele unbekannte Faktoren: Ich habe in dieser Saisoj noch nicht gegen sie gespielt, sie noch nicht gegen unsere neue US-Spielerin. Alles kann passieren.“
Eines steht jedenfalls fest: Egal, wie das Finale am Samstag ausgehen wird, Bridget Yoerger ist froh, zurück zu sein, und genießt es sichtlich.