Basketball
Fels beendet 56-jährige Durststrecke und holt den Pokalsieg
Es war ein Krimi in der Arena der Coque. Im Finale der Coupe de Luxembourg schlug die Arantia Fels am Samstagabend die Etzella Ettelbrück mit 87:83 und darf 56 Jahre nach dem bisher einzigen Titel der Vereinsgeschichte wieder jubeln.
Bei der Arantia darf erstmals seit 56 Jahren wieder ein Titel bejubelt werden Foto: Editpress/Gerry Schmit
Die Anfangsminuten gehörten ohne Zweifel dem Ettelbrücker Profi Nicholas Davis, der die ersten acht Punkte der Partie erzielte. Favorit Ettelbrück lag so nach drei Minuten bereits mit 8:0 in Führung. Langsam wachte nun aber auch die Arantia auf, für die Levickas erstmals punktete. Ein gutes Händchen aus der Distanz zeigte anschließend Godwin, der binnen knapp fünf Minuten gleich drei Würfe verwandelte. Da auch Heuschling von der Dreierlinie traf, war Fels plötzlich nicht nur wieder im Spiel, sondern übernahm in der 8. Minute erstmals in dieser Finalpartie die Führung (12:13).
Vor allem der eingewechselte Edson De Sousa Silva brachte Energie und Tempo in das Spiel des Außenseiters. Die Arantia dominierte in dieser Phase auch die Rebounds, sodass Fels mit einem Vorsprung von vier Punkten in die erste Viertelpause ging (16:20).
Es war die Erfahrung des eingewechselten Billy McDaniel, die dem Ettelbrücker Spiel nun guttat. Der Routinier sicherte nicht nur wichtige Rebounds, sondern verwandelte auch sofort einen wichtigen Dreier und brachte die Etzella wieder in Führung (26:25, 13.).
Das zweite Viertel entwickelte sich zu einem engen Schlagabtausch, bei dem Ettelbrück über weite Phasen einen knappen Vorsprung hielt. Vor allem Davis war für die Arantia nur schwer zu stoppen. Der Ettelbrücker Profi zog viele Fouls auf sich und verwandelte souverän von der Freiwurflinie. Kurz vor der Pause brachte Sturdivant Fels per Dreier erneut in Führung (36:39), doch Henkel und „Sticky“ Gutenkauf konterten umgehend, sodass die Etzella die Seiten mit einer Drei-Punkte-Führung wechselte (42:39).
Heuschling nicht zu stoppen
Am Ende reichte es für Nicholas Davis und die Etzella kanpp nicht zum 26. Pokalsieg der Vereinsgeschichte Foto: Editpress/Gerry Schmit
Weiterhin war es Davis, der bei der Etzella in der Offensive den Ton angab. Bei der Arantia übernahm unterdessen Heuschling Verantwortung. Nach 24 Minuten stand es wieder Unentschieden (47:47), und bei Fels-Trainer Abramavicius flog das Sakko in die Ecke. Alle schienen sich auf einen Krimi bis zum Ende einzustellen.
Zum zweiten Mal während des Finalspiels der Herren streikte dann jedoch die Uhr. Anders als im ersten Viertel, als dies zu einer zehnminütigen Verzögerung führte, war das Problem nun jedoch nach wenigen Momenten behoben.
Danach begann endgültig die Phase von Vic Heuschling, der innerhalb von drei Minuten gleich 14 Punkte erzielte – darunter vier Dreier – und so für eine Elf-Punkte-Führung der Arantia sorgte (47:58, 27.). Fels spielte nun wie entfesselt und baute den Vorsprung zwischenzeitlich auf 14 Zähler aus (49:63, 28.). Neun Minuten vor Schluss schraubte Philippe Gutenkauf mit seinem zweiten Dreier den Rückstand wieder unter die Zehn-Punkte-Grenze (62:71) aber einmal mehr hatte Heuschling direkt im Gegenzug die richtige Antwort parat (62:74). Als Sturdivant zwei Minuten später den nächsten Distanzwurf - den 14. für Fels in dieser Partie - verwandelte, glaubte kaum noch jemand an ein Ettelbrücker Comeback.
Ettelbrücker Comeback
Aus Sicht der Etzella fand „Sticky“ Gutenkauf nun endlich besser in die Partie, als im Gegenzug Henkel, Davis und McDaniel ebenfalls trafen, war der Favorit aber plötzlich wieder dran (75:78, 37.). Zudem waren mit Levickas und De Sousa Silva zwei wichtige Arantia-Spieler zu diesem Zeitpunkt mit vier Fehlern vorbelastet. Ein technisches Foul von Henkel bremste jedoch den Ettelbrücker Lauf vorerst (75:79) und schenkte Fels einen wichtigen Punkt.
90 Sekunden vor Schluss verschaffte Godwin seinem Team wieder etwas Luft (75:81). McDaniel und Gutenkauf verkürzten jedoch erneut (80:83, noch 16 Sekunden). Godwin traf anschließend nur einen von zwei Freiwürfen (80:84), bevor Delph mit einem Dreier auf einen Punkt verkürzte (83:84). Als DJ Wilson beide Freiwürfe vergab, begann bei noch sechs verbleibenden Sekunden das große Zittern bei der Arantia. Sturdivant konnte die Partie ebenfalls nicht sofort entscheiden, traf nur einen von zwei Freiwürfen (83:85). Schließlich sorgte er mit zwei weiteren sicheren Freiwürfen für den großen Triumph der Arantia.
Wie zuvor bei den Damen endete auch bei den Herren eine lange Durststrecke. Den letzten Pokal, den bisher einzigen Titel der Vereinsgeschichte, gewann die Arantia im Jahr 1970. 56 Jahre später darf in Fels nun wieder gefeiert werden. Ettelbrück muss hingegen weiter auf den 26. Pokalsieg der Vereinsgeschichte warten.