Cyclocross-Landesmeisterschaft
Espoirs: Augen auf das Duell zwischen Morang und Papi
Wenn die Espoirs am Sonntag um 15.16 Uhr, eine Minute nach der Elite, auf die Meisterschafts-Strecke der Cyclocrosser in Diekirch geschickt werden, kann sich Mil Morang (Lotto Kren-Haus PSD Bank) gute Chancen ausrechnen, um sich rund 50 Minuten später seinen ersten Landesmeistertitel zu holen. Sein härtester Widersacher dürfte Lennox Papi (CT Toproad Roeserbann) sein, der den Titel bei den Junioren im vergangenen Jahr nur knapp verpasst hatte.
Mil Morang (links) ist Favorit auf den U23-Titel, doch Lennox Papi will im Kampf um den Titel ein Wörtchen mitreden Montage: Tageblatt-Grafik
In Cessingen war der 18-jährige Papi im vergangenen Jahr als Favorit ins Rennen gegangen, musste sich Jonah Flammang-Lies (VCU Schwenheim) am Ende jedoch um eine Sekunde geschlagen geben. In seinem ersten Jahr in der U23-Kategorie geht Papi in der Rolle des Herausforderers an den Start. „Meine Form stimmt. Ich gehe davon aus, dass es zu einem Duell mit Mil (Morang) kommen wird. Wenn es mir gelingt, einen guten Start hinzulegen, glaube ich, dass ich in der Lage bin, ihm zu folgen. In meinem ersten Jahr bei den Espoirs muss ich nicht gewinnen, glaube aber, dass ich das Zeug dazu habe. Ich bin bislang eine gute Saison gefahren und habe mich weiterentwickelt“, so der Youngster vor dem Saisonhöhepunkt.
Papi war neben den nationalen auch bei insgesamt 14 internationalen Wettbewerben im Einsatz. Sein bestes Ergebnis erzielte er in Contern (C2), wo er als starker Siebter ins Ziel kam. Als einer der jüngsten Starter fuhr er bei der EM im belgischen Middelkerke auf Rang 37. Sein bestes U23-Weltcup-Resultat erreichte er in den benachbarten Dünen von Koksijde, wo, unter 61 Konkurrenten, Platz 40 heraussprang. Beim Neujahrsquer in Petingen (C2), seinem siebten Rennen binnen zehn Tagen, konnte er mit Rang zwölf überzeugen.
Morang klarer Sieger bei der Generalprobe
Bei der Generalprobe auf dem Hesperinger „Holleschbierg“ überquerte er den Zielstrich als Vierter, mit einem Rückstand von 1:07 auf Morang. „Ich hatte nicht den besten Start erwischt. In den ersten zwei Runden hatte ich Probleme, meinen Rhythmus zu finden, danach lief es dann von Runde zu Runde besser. Zum Schluss ist mir ein Fahrfehler unterlaufen, den Elio (Clarysse) ausnutzen konnte, um sich Platz drei zu sichern. Dennoch bin ich mit meiner Leistung zufrieden“, so Papi, der die weiteren Medaillenanwärter nur allzu gut kennt: „Es gilt, auf Rick (Meylender) aufzupassen, der vor allem in den ersten Runden schnell unterwegs ist. An einem guten Tag sind auch Jonah (Flammang-Lies) und Yannis (Lang) in der Lage, vorne mitzufahren. Mir würde es entgegenkommen, wenn die Strecke auftauen würde und dadurch etwas schlammiger wäre. Ich habe mir die Strecke bereits angeschaut. Am Sonntag werden die Bedingungen nicht die gleichen sein. Es ist schwierig zu sagen, wie das Rennen verlaufen wird.“
Im Gegensatz zu Papi, der bis zur WM in Hulst (NL) weiterfahren wird, sitzt Morang in Diekirch zum letzten Mal auf dem Cross-Rad. „Mein Fokus liegt jedoch zu 100 Prozent auf der Straßensaison“, so der 21-Jährige, der vor vier Monaten bei der Luxemburg-Rundfahrt vollauf überzeugt hatte. In seinem bislang besten Rennen hatte er sich mit dem Gewinn des Berg-Trikots belohnt. Mit guten Ergbnissen will Morang, der auch in dieser Saison noch bei der Mannschaft Lotto Kern-Haus PSD Bank unter Kontrakt ist, den Aufstieg ins Profi-Lager schaffen. Der ambitionierte Athlet ist deswegen erst spät in die Cross-Saison eingestiegen: „Ich habe kein spezifisches Cyclocross-Training absolviert, da mir die Zeit dazu fehlt. Von Rennen zu Rennen lief es immer besser. Der Körper hat sich mittlerweile an die 50-minütige Vollgas-Anstrengung gewöhnt. Dadurch hat sich auch mein Gefühl auf dem Cross-Rad während des Rennens verbessert.“
Morang sehnt sich nach Schlamm
Den Beweis hat er spätestens mit seinem starken neunten Platz beim Neujahrsquer geliefert. Obwohl er die Anstrengungen drei Tage später noch nicht ganz weggesteckt hatte, kam er in Hesperingen als Zweiter ins Ziel, nur 32 Sekunden hinter Loïc Bettendorff (Hrinkow Advarics), dem Titelverteidiger bei der Elite.
„Nach zwei Runden habe ich den Neujahrs-Cross von Petingen deutlich in den Beinen gespürt, da die Erholungszeit doch sehr kurz war. In der dritten Runde musste ich etwas Tempo rausnehmen und bin das Rennen dann in meinem Rhythmus zu Ende gefahren. Ich habe festgestellt, dass ich auf einigen Streckenabschnitten etwas schneller unterwegs war als Lennox. Loïc (Bettendorff) war nicht in Petingen am Start und war dadurch sicherlich etwas frischer. Da er um den Titel bei der Elite fährt, brauche ich mich am Sonntag nicht um ihn zu kümmern. Bei den letzten drei Espoirs-Meisterschaften stand ich jeweils auf dem Podium. Zum Titel hat es noch nicht gereicht. In meinem letzten Jahr in der Altersklasse der U23 will ich mir den Titel jetzt unbedingt holen“, so der 21-Jährige, der nichts gegen eine Schlammschlacht einzuwenden hätte: „Ich war bislang noch nicht auf der Strecke. Die Meisterschaft ist immer ein besonderes Rennen. Ich bin optimistisch und ganz zufrieden mit meiner Form. Es ist möglich, dass die Temperaturen ansteigen, eventuell etwas Regen fällt und wir dann im Matsch unterwegs sein werden, wogegen ich nichts einzuwenden hätte“, so der U23-Titelfavorit, der gleich am Montag zur Saison-Vorbereitung nach Spanien fährt.
Das Programm
Cyclocross-Landesmeisterschaft 2026, in Diekirch:
Am Sonntag:
11.00 Uhr: Masters
12.00 Uhr: Débutants
12.01 Uhr: Débutantes
13.00 Uhr: Junioren
14.00 Uhr: Elite Damen
14.01 Uhr: Espoirs Damen
14.02 Uhr: Juniorinnen
14.03 Uhr: Masters Damen
15.15 Uhr: Elite Herren
15.16 Uhr: Espoirs Herren