WM-Qualifikation
Erneut deutliche Niederlage gegen Belgien: „Rote Löwinnen“ verabschieden sich aus Liga B
Die „Roten Löwinnen“ haben am letzten Spieltag auch das Rückspiel der WM-Qualifikation gegen Belgien verloren. Nach 90 Minuten stand es auf der Escher „Grenz“ 0:7. Es war der Abschied aus der Liga B und zugleich der letzte internationale Auftritt für Andreia Machado und Amy Thompson, die vor der Partie geehrt worden sind.
Es hätte der spielverändernde Moment werden können: Die Luxemburgerinnen hatten zum Auftakt des Duells zwei Großchancen Foto: Editpress/Fernand Konnen
Gegen einen starken Gegner aus Belgien hatte die FLF-Auswahl sogar die Führung auf dem Fuß – und hätte den Gegner wohl ins Grübeln gebracht. Auch im zweiten Durchgang hatte man die Gelegenheit, wenigstens den Anschlusstreffer zu erzielen. Trotzdem sollte es für das zweite Tor in dieser WM-Qualifikation nicht reichen.
Das Trainerduo Daniel Zirbes und Cristina Correia nahm im Vergleich zum Hinspiel vor vier Tagen eine Veränderung in der Startelf vor. Für Catarina Lavinas rückte Andreia Machado auf die Rechtsverteidigerposition.
Gleich zu Beginn der Begegnung wollte Luxemburg die Gegnerinnen aus Belgien überraschen. In der 4. Minute hatte Dietrich die Riesenchance zur Führung, schaffte es aber nicht, den Ball über die Linie zu drücken. Nach dem direkt darauffolgenden Eckball schoss Laura Miller den Ball an die Latte.
Nach dieser ersten Drangphase der Hausherrinnen nahm Belgien mehr und mehr das Heft in die Hand und drückte Luxemburg in die eigene Hälfte. Die beste Chance zur Führung hatte Kapitänin Wullaert nach einem schönen Spielzug über die rechte Seite (15.). In aussichtsreicher Position wurden sowohl Schmit als auch Dos Santos aus Abseitspositionen zurückgewunken.
Die Führung der Gäste ließ nicht mehr lange auf sich warten. Janssens auf dem rechten Flügel brachte eine Flanke auf Wullaert, die von der Strafraumgrenze schön zur Führung einnetzte (20.). Die Mannschaft von Trainerin Gunnarsdottir diktierte in der Folgezeit das Geschehen, konnte sich aber keine hochkarätigen Torgelegenheiten herausspielen. Kapitänin Wullaert hämmerte noch einen Freistoß in der 27. Minute ans Gebälk. Als man sich dem Pausenpfiff näherte, schlugen die „Red Flames“ noch einmal zu. Eine Ecke von Mittelstürmerin Wullaert köpfte Abwehrspielerin Tysiak im Fünfmeterraum stehend zu einfach ins Netz.
Im zweiten Durchgang waren es die Belgierinnen, die Luxemburg weitgehend in die eigene Hälfte drückten. Klare Torgelegenheiten blieben aber aus. Die Heimelf lief dem Ball und den Gegnerinnen hinterher. In der 61. Minute war es dann Detruyer, die freistehend am zweiten Pfosten zur Drei-Tore-Führung abschloss. Kurz zuvor erlebten die Zuschauer den emotionalsten Moment des Abends, als Amy Thompson in ihrem letzten Spiel für Dietrich eingewechselt wurde und unter Applaus das Spielfeld betrat.
Dos Santos hatte den Anschluss auf dem Fuß, wollte es aber zu künstlerisch machen und fand in der belgischen Torfrau ihre Meisterin (64.). Belgien bekam nun Oberwasser und die Beine im Luxemburger Lager wurden zunehmend schwerer. Belgien war auf keinen Fall nach Luxemburg gereist, um Geschenke an die scheidenden Spielerinnen zu verteilen, und brauchte Treffer für die Tordifferenz in der Tabelle. Noch lag Schottland in Führung.
Der Torhunger war noch nicht gestillt, und so legten die Belgierinnen zum Schluss noch eine Schippe drauf. Der Druck auf das Tor von Schlimé ließ nicht nach. Die „Red Flames“ spielten sich in einen Rausch, und von den Luxemburgerinnen kam kaum noch Gegenwehr. In den Schlussminuten des Spiels legte Belgien der Luxemburger Nationalmannschaft noch drei Eier ins Netz.
Obwohl die Luxemburgerinnen es schafften, gravierende individuelle Fehler wie im Hinspiel abzustellen, die zu Gegentoren führten, konnten die Belgierinnen sich diesmal über viele schön herausgespielte Tore freuen.
Statistik
Luxemburg: Schlimé – Machado, Faria, Estevez, Kremer (46. Freymann), Miny (70. Leite) – Miller, Kocan, C. Schmit (82. Alves) – Dietrich (60. Thompson), Dos Santos (70. Lavinas)
Belgien: Evrard – Mertens, Cayman, Tysiak, Iliano – Janssens (90. Ampoorter), Detruyer (80. Dhont), Janssen (46. Toloba) – Eurlings, Wullaert, Reynders (80. Teulings)
Schiedsrichterinnen: Cesan – Buh, Duric (alle SVN)
Gelbe Karten: Machado, Faria, Leite, Dos Santos
Torfolge: 0:1 Wullaert (29.), 0:2 Tysiak (45.), 0:3 Detruyer (61.), 0:4 Tysiak (67.), 0:5 Eurlings (84.), 0:6 Iliano (87.), 0:7 Eurlings (88.)
Beste Spielerinnen: Estevez, Miller – Janssens, Wullaert
Zuschauer: 1.053 zahlende
Stimme
Daniel Zirbes (Trainer Luxemburg): „Die erste Hälfte war ordentlich, ich würde sogar sagen, dass es noch einen Ticken besser war als in Belgien. Allerdings haben wir wieder einmal Tore hergeschenkt. Belgien kam mit voller Wucht und hat am Ende alles nach vorne geworfen. Sie hatten nichts mehr zu verlieren. Körperlich hat man den Unterschied am Ende deutlich gesehen. Aufgrund der zweiten Hälfte bin ich enttäuscht. WIr haben zu viele einfache Torgelegenheiten zugelassen.“
Im Überblick
Spieltag 6:
Luxemburg - Belgien 0:7 (0:2)
Israel - Schottland 1:5 (0:2)
Die Tabelle, Liga B, Gruppe 4:
1. Schottland 6 Spiele, 24:2 Tore, 14 Punkte
2. Belgien 6, 22:1, 14
3. Israel 6, 10:20, 6
4. Luxemburg 6, 1:34, 0