Enovos Ladies Open

Ein Fest des Basketballs: Viele Zuschauer, Comebacks und überraschend starke Außenseiter

Es war ein Fest des Damenbasketballs: Beim zweiten Enovos Ladies Open, das dieses Mal in Oberanven ausgetragen wurde, gab es Comebacks, überraschend starke Außenseiter und auch das Publikum war zur Stelle.

Es bedurfte eines ziemlichen Kraftaktes, damit sich Meister T71 gegen Esch durchsetzen konnte

Es bedurfte eines ziemlichen Kraftaktes, damit sich Meister T71 gegen Esch durchsetzen konnte Foto: Editpress/Gerry Schmit

Der Neue

Einen kurzfristigen Einstieg in die Enovos League gab es für Alain Schaeffer in Steinsel. „Für mich ist das eine ganz neue Situation. Aber es ist ja nicht so, als hätten die Mädchen keine Vorbereitung gehabt. Wir möchten den eingeschlagenen Weg weitergehen.“ Im Freundschaftsspiel gegen ASP Sainte-Marie-aux-Chênes tat sich die Amicale schwer. Schaeffer nannte dafür mehrere Gründe. „Wegen der begrenzten Rotationsmöglichkeiten ermüdete das Team schnell. Unter normalen Umständen hätten wir diesen Gegner schlagen müssen. Es gab eine Phase, in der wir mehr Biss zeigten und auch in Führung gingen.“ Schaeffer ist überzeugt, dass die beiden Missavage-Schwestern zurückkehren werden, die nach der Entlassung ihres Vaters als Head-Coach nicht im Kader standen. „Sie brauchen eine gewisse Eingewöhnungszeit. Für mich als neuen Trainer gehören sie zum Kader.“

Ein komplettes Team

Contern, Finalist der vergangenen Saison, verfügt diesmal über einen besonders ausgeglichenen Kader. Neun Spielerinnen bewegen sich auf einem ähnlichen Leistungsniveau – eine Stärke, die zugleich zur Herausforderung werden kann. „Ein Luxus, aber man muss stets die richtige Konstellation finden“, erklärt Nationalspielerin Esmeralda Skrijelj. „Dank unserer breiten Rotation können wir jedoch die Intensität hochhalten.“ Schon zu Saisonbeginn zeigt Contern Größe, Schnelligkeit und Treffsicherheit als seine Stärken. „Wir sind ein vielseitiges Team und bringen von allem etwas mit. Nun müssen wir diese Qualitäten von Spiel zu Spiel gezielt einsetzen. Von dieser großen Auswahl müssen wir profitieren.“ Gegen Wiltz offenbarte die Mannschaft dennoch einige Schwierigkeiten. „Wir müssen lernen, über 40 Minuten konzentriert zu bleiben.“

Gute Ansätze

Der Wiltzer Trainer João Guerra zeigte sich nach dem ersten Auftritt seiner Mannschaft insgesamt zufrieden, wenn auch mit Einschränkungen: „Vielleicht nicht so sehr mit der ersten Halbzeit.“ Die Partie lieferte dem jungen Team dennoch wichtige Erkenntnisse. „Jetzt wissen wir, dass wir mit den anderen Teams mithalten können und konkurrenzfähig sind. Unsere Mannschaft ist noch sehr jung und verfügt über großes Entwicklungspotenzial.“ Mit Blick auf die weitere Saison bleibt Guerra deshalb zuversichtlich: „Bis zum Saisonende können wir noch einen großen Schritt nach vorn machen. Es fehlt uns noch etwas an Organisation im offensiven Bereich. Aber der Fighting-Spirit hat uns heute zum richtigen Rhythmus verholfen.“ Gegen Contern, ein Top-Team der Liga, konnte Wiltz nach der Pause mithalten und den zweiten Durchgang gar für sich entscheiden.

Ein Fest des Basketballs: Viele Zuschauer, Comebacks und überraschend starke Außenseiter
/
Magaly Meynadier vorerst zurück im Pikes-Trikot

© Fotos: Editpress/Gerry Schmit

Ein Fest des Basketballs: Viele Zuschauer, Comebacks und überraschend starke Außenseiter
/
Die Damen standen am Sonntag in Oberanven im Fokus
Ein Fest des Basketballs: Viele Zuschauer, Comebacks und überraschend starke Außenseiter
/
Tanzeinlagen in den Viertelpausen
Ein Fest des Basketballs: Viele Zuschauer, Comebacks und überraschend starke Außenseiter
/
Lena Mersch und Esch verlangten dem T71 alles ab
Ein Fest des Basketballs: Viele Zuschauer, Comebacks und überraschend starke Außenseiter
/
Jubel bei den Musel Pikes, die ihre Auftaktpartie gewannen
Ein Fest des Basketballs: Viele Zuschauer, Comebacks und überraschend starke Außenseiter
/
Die junge Gréngwald-Truppe um Maé Manti gestaltete ihre Partie ausgeglichen
Ein Fest des Basketballs: Viele Zuschauer, Comebacks und überraschend starke Außenseiter
/
Harter Fight zwischen Lauren Van Kleunen (l.) und Mara Chaumont (r.)

Starke Reaktion

Der Titelverteidiger wurde zum Saisonauftakt stärker gefordert als erwartet. Bis zur 25. Minute lief Düdelingen einem Rückstand hinterher. „Überrascht waren wir schon, dass Esch so klar den Ton angegeben hat. Wir waren auf jeden Fall nicht auf dem gleichen Tempo. Wir waren einfach nicht präsent“, analysiert Catherine Mreches die Partie. Nach der Pause zeigte der T71 jedoch eine deutliche Reaktion. „Es war klar, dass wir in der zweiten Hälfte genau das Gegenteil liefern mussten. Wir haben in der Pre-Season viel gearbeitet und wollten nun liefern. Es ist wichtig, gleich zu Beginn zu zeigen, wer der Chef auf dem Parkett ist.“ Mit einem beeindruckenden 48:12-Lauf nach der Pause stellte Düdelingen seine Dominanz schließlich eindeutig unter Beweis.

Versprechen für die Zukunft

Esch zeigte in der ersten Halbzeit eine herausragende Leistung. „Aber leider dauert ein Spiel 40 Minuten“, bedauert Trainer Vincent Gevrey. Nach der Pause verlor die Mannschaft jedoch völlig den Faden. „Da gingen bei uns die Lichter aus. Es ist ein wenig unverständlich. Wir dachten, wir hätten den Schlüssel zum Erfolg in der Hand. Die erste Halbzeit stand ganz im Zeichen von Intensität und Kampfgeist. In der zweiten Halbzeit haben wir zu viel geredet und zu wenig gespielt.“ Auf die äußerst positiven ersten 20 Minuten kann Esch dennoch aufbauen. Zugleich gilt es, den deutlichen Rückschlag mental zu verarbeiten. Gevrey blickt deshalb zuversichtlich nach vorn: „Dabei ist der Start in die Partie immer das Schwierigste. Das verspricht auf jeden Fall einiges für die Zukunft.“

Gut geschlagen

Dem Aufsteiger Hostert hatte man zunächst eine gewisse Eingewöhnungszeit zugestanden. Doch die junge Mannschaft startete vor heimischem Publikum mit viel Mut und Elan in die Saison. Trotz deutlicher Rückstände im zweiten und dritten Viertel hielten Manti und Co. die Partie bis in die Schlusssekunden spannend. „Ich hatte mir ein solches Auftreten erhofft“, sagte die zufriedene Trainerin Andrea Haris. „Unsere Leistung war ordentlich, obwohl wir erst spät mit der Vorbereitung auf die neue Saison begonnen haben. Alle haben gut gekämpft. Ich hoffe, dass es so weitergeht.“ Wenn der Neuling Gréngewald noch einige Leichtsinnsfehler abstellt, kann er in dieser Saison eine interessante Rolle in der Liga spielen.

Gefordert

Mitte des zweiten Viertels deutete vieles auf eine vorzeitige Entscheidung zugunsten der Musel Pikes hin. Doch bis zum Schluss musste das Team um den Sieg kämpfen und gegen Hostert sogar eine mögliche Verlängerung abwenden. Magaly Meynadier, die vorerst für ihren Jugendverein aufläuft, sah den Grund vor allem in der Spielweise nach der Pause: „In der zweiten Halbzeit haben wir zu sehr auf Einzelaktionen gesetzt. Das entspricht nicht unserem Spiel.“ Die Stärke der Mannschaft liege vielmehr im Zusammenspiel: „Wir haben gezeigt, dass wir den Ball gut laufen lassen und uns dadurch einfache Würfe erarbeiten können. Noch befinden wir uns in einer Eingewöhnungsphase. Wenn alle Abläufe greifen, wird es für unsere Gegner schwer, denn mit unserer Aggressivität und Energie können wir über das gesamte Feld Druck ausüben.“

Statistik

Steinsel - ASP Sainte-Marie 61:67 (26:33)
Viertel: 20:20, 6:13, 15:14, 20:20
Steinsel: Flowers 24, Ramos 16, Mangen 10, Stoffel 9, Strauel 2, Rasolofo 0, Boayue 0, Gloden 0
Sainte-Marie: Steller 18, Puech 15, Ory 11, Leid 9, Kneib 8, Delpierre 3, Tellier 3, Basic 0, Audinet 0
Schiedsrichter: Richartz/Pesché

Contern - Wiltz 84:72 (46:27)
Viertel: 24:10, 22:17, 20:25, 18:20
Contern: Stines 19, Skrijelj 18, Coulon 12, Mathieu 11, Dykstra 9, Fapranzi 6, Irthum 4, Bourg 3, Lavandier 2
Wiltz: Green 38, Hodzic 12, Niehues 10, Graglia 6, Biver 2, Giorgio 2, Mosgrove 2, Lieffrig 0
Schiedsrichter: Öztürk/Blum

Esch - Düdelingen 61:84 (49:36)
Viertel: 25:17, 24:19, 5:26, 7:22
Esch: Likhtarovich 20, Jaksic 13, Nibbelink 7, Baum 7, Mersch 6, Fonseca 5, Hasanovic 3, Schulté 0, M. Chaumont 0
Düdelingen: Mreches 25, Van Kleunen 19, Winton 14, Jemming 6, Irthum 5, Gomes 5, Guedes 6, Wies 4, Havé 0, Bassegio 0
Schiedsrichter: P. Weiwers/Fernandez

Hostert - Musel Pikes 83:87 (42:53)
Viertel: 21:26, 21:27, 23:23, 18:11
Hostert: Bethel 28, Olsen 21, Manti 13, Liska 12, Von Arx 5, Thill 2, Burridge 2, Strelen 0, Abessolo 0
Musel Pikes: Meynadier 20, Nolan 19, Platte-Behnke 15, Gallatin 13, Nilles 7, Weber 6, Beffort Neuman 5, Leches 2, Kleuls 0, Fischer 0
Schiedsrichter: Graglia/Pascolini

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

Rad-WM

Evenepoel fliegt zum vierten Zeitfahr-Titel – Kluckers wird 30.