Fußball
Die fünf Erkenntnisse des ersten Rückrundenspieltags
Die Rückrunde der BGL Ligue läuft seit Sonntag. Wir haben uns auf die Suche nach den Erkenntnissen aus den ersten 90 Minuten gemacht.
Kann Bissen (in Gelb: Eldin Rastoder) weiter vorne mitmischen? Foto: Editpress/Jeff Lahr
Dem Meister geht es besser: Die Überlegenheit und Effizienz, die Differdingen in den vergangenen beiden Jahren auszeichneten, schienen am Ende der Hinrunde abhandengekommen zu sein. Die Mannschaft wirkte lustlos und müde. Die Auftritte waren schwerfällig. Die Folge waren vier Spiele ohne Sieg. Eine ungewohnte Situation für den amtierenden Meister. Trainer Pedro Silva stand auf der Kippe, bekam jedoch im Winter das Vertrauen ausgesprochen. Ein Spieltag ist zu früh, um ein Urteil zu fällen, doch bei D03 scheint die Lust am Spiel wieder auf den Platz zurückgekehrt zu sein. Obwohl Gegner Mamer bei der 0:5-Niederlage 45 Minuten in Unterzahl agierte, merkte man Differdingen an, dass die Mannschaft wieder besser dreht, die Angriffe wieder spritziger sind und der Wille da zu sein scheint, zum dritten Mal in Folge Meister zu werden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der erste Eindruck sich bestätigt.
Kaltblütigkeit nicht verlernt: Wer oft in der Schlussphase Spiele entscheidet, hat meist nicht nur Glück, sondern die Qualität und vor allem den Willen, sich in entscheidenden Momenten durchzusetzen. Der F91 hat an diesem Wochenende wieder einmal bewiesen, dass er seine Kaltblütigkeit nicht verlernt hatte. Kino Delorge entschied mit seinem Tor in der 89. Minute die Partie gegen Käerjeng (1:0). Es ist bereits zum siebten Mal in dieser Saison, dass die Düdelinger in der Schlussphase treffen und so eine Partie zu ihren Gunsten entscheiden oder zumindest ein Unentschieden holen. Dass Trainer Mika Pinto vorher Fitnesstrainer im Profibereich war, ist wohl kein Zufall. Späte Tore schweißen bekanntlich auch eine Mannschaft zusammen. Wie lange der Atem der Düdelinger im Meisterschafts- bzw. Europapokalrennen sein wird, werden die nächsten Monate zeigen.
Kann die Höhenluft verdaut werden? Atert Bissen hat einen unglaublichen Höhenflug hinter sich. Der Aufsteiger lieferte in der Hinrunde teils überragende Leistungen und überwinterte als erster Verfolger von Meister FC Déifferdeng 03. Am ersten Spieltag der Rückrunde gab es einen kleinen Dämpfer gegen die Jeunesse. Das Glück war Bissen diesmal nicht hold. In der Nachspielzeit fiel der Ausgleich. Die Mannschaft von Trainer Vitor Pereira musste aber auch eine Rote Karte verkraften. Dieses Spiel sagt nichts über die Form des Aufsteigers aus, aber es wird interessant zu sehen ob Bissen die Leichtigkeit und die Effizienz aus der Hinrunde beibehalten und wirklich bis zum Schluss oben mitspielen kann.
Ein Zünglein an der Waage: Mondorf hatte keiner so richtig auf der Rechnung, aber jetzt lauern sie auf Platz fünf und haben nur drei Punkte Rückstand auf den Viertplatzierten Bissen. Die USM hat die Qualität und die Erfahrung im Kader, um die Top-Mannschaften herauszufordern. Wie konstant das Team von Trainer Jérémy Deichelbohrer sein kann, wird sich zeigen. In der Hinrunde fiel Mondorf ein paar Mal in ein Loch und steht deshalb „nur“ auf Platz fünf. Zudem gibt es bei dieser Mannschaft nur hop oder top. Bisher steht kein Unentschieden zu Buche. Entweder wird gewonnen oder verloren. Um langfristig vorne mitschwimmen zu können, muss auch mal zwischendurch ein Unentschieden eingebaut werden.
Frisches Blut, neue Hoffnungen: Nach der Hinrunde sah es in Petingen düster aus. Nur elf Punkte holte der Fusionsverein und überwinterte auf dem zweitletzten Platz. Die Stimmung änderte sich am Sonntag schlagartig. Ausgerechnet auswärts in Rosport holte Petingen einen deutlichen 3:0-Sieg und landete damit auch seinen höchsten Erfolg in dieser Saison. Hoffnung machen gleich ein paar Namen. Die Mannschaft wird seit Anfang Januar vom völlig unbekannten ghanaischen Trainer Chris Baffour angeführt. Dieser scheint der Mannschaft bereits frischen Wind verliehen zu haben. Er kann aber auch auf zwei neue Spieler und zwei Überraschungen setzen. Adham El Idrissi verletzte sich zwar am Sonntag, könnte aber im Schlussspurt mit seinen Toren Gold wert sein. Das 20-jährige kamerunische Talent Marcel Mbida wechselte im Sommer zur UTP, war aber erst jetzt spielberechtigt. Till Hermandung verließ den Verein im Sommer, hatte aber noch eine Lizenz und konnte so ohne Problem einen neuen Vertrag unterschreiben und gegen Rosport auflaufen. In der Abwehr soll Mustafa Kourouma den bisherigen Abwehrchef Wilson Kamavuaka ersetzen.