Editorial

Die Sache mit der Verantwortung

Sportlicher Erfolg geht mit Investitionen einher – sei es zeitlich, mental oder finanziell. Eine Abkürzung ist möglich, geht aber mit Risiken einher. Da bildet die BGL Ligue keine Ausnahme.

Die BGL Ligue hat einen neuen Ball – aber alte Probleme

Die BGL Ligue hat einen neuen Ball – aber alte Probleme Foto: Gerry Schmit

Kaum ist die Weltmeisterschaft vorbei, rollt der Ball auch wieder in der BGL Ligue. Tage ohne Fußball kann man in der heutigen Zeit ohnehin an beiden Händen abzählen. Bei Redaktionsschluss waren immerhin noch zwei Mannschaften in der Conference League vertreten, allerdings mit eher geringen Chancen auf ein Weiterkommen.

Diese Doppelbelastung bedeutet einen Balanceakt für die Trainerstäbe, aber ebenso anstrengende Tage und Nächte für die Vereinsverantwortlichen: Sie müssen letztlich für den geregelten Ablauf sorgen. Doch selbst ohne Champions-League-Reiseplanungen ist der Alltag als Sekretär oder Kassierer mittlerweile ein (oftmals unbezahlter) Vollzeitjob. Dass wenige Schultern einen Klub am Laufen halten, grenzt bei den administrativen Hürden fast schon an ein Wunder.

Mit der überfälligen Einführung der nationalen Lizenz werden nun diejenigen abgestraft, die sich in ihren Planungen grob verschätzt haben: Wer seine Spieler nicht rechtzeitig bezahlt, Verträge missachtet oder Rechnungen zu spät überweist, wird in der folgenden Saison mit einem Kloß am Bein ins Rennen gehen. Vorgemacht hat es u.a. der Swift Hesperingen, der mit einem Minus von zwölf Punkten in die Saison startet.

Der Vorstadtklub ist bekanntlich nicht der erste (und vielleicht nicht einmal der letzte), der nach einer gescheiterten Zusammenarbeit mit einem Investor am Rande des Ruins steht. Der Wunsch nach schnellem Erfolg ist nachvollziehbar. Dass man deswegen alles aufs Spiel setzt, was freiwillige Helfer jahrelang in unzähligen Stunden aufgebaut haben, nicht.

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