Basketball
Die Résidence Walferdingen und der fehlende Rhythmus
Es ist eine Saison, in der zuletzt der fehlende Rhythmus und die fehlende Konstanz zu schaffen machte. Doch Tom Schomer ist optimistisch, dass die Résidence Walferdingen für die Play-offs gerüstet sein wird. In der kommenden Woche wird er derweil zum Ettelbrück-Fan.
Tom Schomer (r.) findet nach Verletzungsproblemen immer mehr sein Form Foto: Editpress/Fernand Konnen
Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison von Tom Schomer und der Résidence Walferdingen: Der fehlende Rhythmus. Am besten wird dies anhand des Jahres 2026 deutlich. Während die meisten Mannschaften schon am 4. Januar wieder im Einsatz waren, wurde das Derby gegen Nachbar Steinsel auf Ende Januar verlegt. Weil danach schon die Pokalhalbfinalspiele auf dem Programm standen, zog sich der erste Einsatz der Männer im blauen Trikot hin. „Wir hatten wirklich einen kompletten Monat Weihnachtspause“, erklärt Schomer.
Was erst einmal gut klingt, hatte jedoch wesentlichen Einfluss auf die Spielpraxis der Mannschaft. „Die anderen Teams haben sich direkt nach den Feiertagen wieder intensiv vorbereitet. Wir haben dann auch noch Spieler verloren, da braucht es einfach wieder, bis man sich richtig findet.“ Schomer spricht hier insbesondere den Weggang von Non-Profi Fran Jarnjak an, den es aus beruflichen Gründen ins Ausland gezogen hat und der in den letzten anderthalb Jahren ein wichtiger Leistungsträger der Mannschaft war. Für den qualitativ zwar starken, aber doch sehr kleinen Résidence-Kader ein Rückschlag.
Fehlende Konstanz
Inzwischen haben der 29-Jährige und seine Teamkollegen im neuen Kalenderjahr drei Partien bestritten. Nach einem knappen Sieg gegen den Racing folgten zwei Niederlagen gegen Steinsel und den T71, wobei vor allem die fehlende Konstanz herausstach. „Gegen Düdelingen gab es gute Ansätze, aber dort gab es fünf Minuten im zweiten und gegen Steinsel fünf Minuten im dritten Viertel, in denen wir komplett eingebrochen sind und die uns das Match gekostet haben“, so die Analyse von Schomer.
Klar werde ich für Ettelbrück sein. Schon alleine wegen Tim, aber als alter Heffinger ist man natürlich nicht für Fels
Tom Schomer
über das Pokalfinale
Hinzu kommen die für diese Jahreszeit üblichen krankheitsbedingten Ausfälle, auch wenn Jarnjak zwischenzeitlich noch einmal zu Besuch im Großherzogtum war und ein letztes Mal für Walferdingen auf dem Platz stand. „Nach dem Steinseler Spiel waren wir gerade einmal zu sechst beim Training, das hat es natürlich auch nicht einfacher gemacht.“ Dass im Team jedoch das Potenzial steckt, um diesen Weggang kompensieren zu können, davon ist der ehemalige Heffinger überzeugt. „Marvin kann diese Rolle auf jeden Fall übernehmen“, hofft Schomer, dass beim 22-jährigen Marvin Saldana der Knoten in den kommenden Wochen platzen wird.
Viele Unterbrechungen
Derzeit belegt Walferdingen den siebten Tabellenplatz – vier Punkte Vorsprung auf den undankbaren neunten Rang – und es müsste schon sehr komisch zugehen, wenn das Team im Frühling nicht im Play-off antreten würde. Für die Résidence gilt es somit, endlich einen Rhythmus zu finden. Noch bleibt etwas Zeit, bis die entscheidende Saisonphase beginnt, doch auch in den kommenden Wochen wird Spielpraxis erst einmal Mangelware bleiben. „Jetzt hatten wir drei Spiele, dann kommt eine Pause wegen des Pokalfinals, danach noch ein Spiel und dann wird der Spielbetrieb wieder für drei Wochen unterbrochen“, fasst der Résidence-Spieler zusammen.
Denn ab Mitte Februar pausiert die Liga wegen der Länderspiele der Nationalmannschaft. „Es ist einfach schwer, so einen Rhythmus zu finden. Vor Weihnachten hatten wir einen kleinen Lauf. Die Siege waren zwar nicht immer schön, aber gewonnen ist gewonnen. Danach folgten nun immer wieder Pausen. Doch man muss einfach schauen, das Beste daraus zu machen.“ Zeit, das ein oder andere Wehwehchen auszukurieren, bleibt somit, wie der 29-Jährige versucht, etwas Positives zu sehen.
Wir haben dann auch noch Spieler verloren, da braucht es einfach wieder, bis man sich richtig findet
Tom Schomer
über den Weggang von Fran Jarnjak
Dass seine Mannschaft im Play-off ein Wörtchen mitreden kann, dessen ist sich Tom Schomer sicher. Seit dem Trainerwechsel Ende Oktober – Rainer Kloss für Dragan Stipanovic – konnte das Team aus dem Alzette-Tal etwa schon mit einem Sieg gegen Ettelbrück überraschen. „Er kannte ja schon die meisten Spieler. Oli (Vujakovic) und mich hatte er etwa beim Nationalteam. Da er auch schon als Teammanager in Walferdingen aktiv war, wusste er auch genau wie unsere Amis spielen und wo die Probleme lagen und wo die Stärken und Schwächen eines jeden sind.“ Seither ist im Alzette-Tal jedenfalls ein Aufwärtstrend spürbar.
Im Ettelbrücker Block
Nach Stationen bei den Musel Pikes, der Sparta und zuletzt in Heffingen, wo er mit Bruder Tim wiedervereint war, wechselte Tom Schomer im Sommer zur Résidence. Auch bei ihm persönlich fehlte lange Zeit der Rhythmus, wohl fühlte er sich im Alzette-Tal aber sofort: „Ich hatte insgesamt etwas mit Verletzungen zu kämpfen. Doch langsam komme ich wieder in Form.“ Derzeit spielt der 29-Jährige noch mit einer Schiene, nachdem er sich im Dezember gegen den Kordall einen Finger gebrochen hatte. „Ich habe zwar kein Spiel dadurch verpasst, musste mich trotzdem anpassen.“
Auf der Tribüne, da wird man Tom Schomer übrigens am nächsten Samstag sehen. Dann im Fanblock der Ettelbrücker Etzella, wenn Bruder Tim mit dem Klub aus der Pattonstadt im Endspiel der Coupe de Luxembourg um den begehrten Cup kämpfen wird. „Klar werde ich für Ettelbrück sein. Schon alleine wegen Tim, aber als alter Heffinger ist man natürlich nicht für Fels“, meint er mit einem großen Lachen. „Ich hoffe Tim kriegt die Chance, auf der großen Bühne zu zeigen, was er kann und dass sie den Titel gewinnen können.“
Im nächsten direkten Duell hätte Tom aber auch nichts gegen eine Wiederholung der Hinrunde, dann würde Walferdingen nämlich einen weiteren Big Point gegen die Etzella holen.