French Open

Der neue „Rafa“: Shootingstar Jodar ist auch für Rodesch kein Unbekannter

Rafael Jodar sorgt bei den French Open für Furore: Der 19-Jährige gilt als Shootingstar und fordert im Viertelfinale nun Alexander Zverev heraus. Auch Luxemburgs Chris Rodesch kennt den Spanier bestens.

Rafael Jodar trifft im Viertelfinale der French Open auf Alexander Zverev

Rafael Jodar trifft im Viertelfinale der French Open auf Alexander Zverev Foto: AFP/Thomas Samson

Alexander Zverev geriet vor dem Duell der Generationen regelrecht ins Schwärmen. „Unglaublich“ sei er, dieser erst 19 Jahre alte Rafael Jodar, „ein enormes Talent“. Auf dem Weg zum ersehnten Grand-Slam-Triumph trifft Zverev im Viertelfinale am Dienstag auf Spaniens Jungstar. Der 19-Jährige Jodar stellt gerade gemeinsam mit dem gleichaltrigen Joao Fonseca aus Brasilien bei den French Open die Tennis-Welt auf den Kopf.

„Er hat großes Lob verdient. Er spielt fantastisches Tennis“, sagte Zverev über seinen zehn Jahre jüngeren Gegner. Der Spanier könne den Ball „von beiden Seiten beschleunigen, was unglaublich bemerkenswert ist“, erklärte der Weltranglistendritte: „Er ist ein sehr aggressiver Spieler. Er ist noch sehr jung und hat ein enormes Talent.“

Jodar spielte bis Ende des vergangenen Jahres noch im amerikanischen College-System für die Virginia University – die Mannschaft, für die auch der Luxemburger Chris Rodesch aufschlug. Beide spielten dort während kurzer Zeit gemeinsam Seite an Seite und kennen sich gut. Bei den Australian Open im Januar trafen beide außerdem in der zweiten Qualifikationsrunde aufeinander. „Das Match war auf Top-50-Level“, sagte Rodesch damals. „Er ist ein extrem guter Spieler.“ Am Ende musste sich der Luxemburger, der derzeit in der Weltrangliste auf dem 165. Platz steht, mit 6:7 (10:12), 3:6 geschlagen geben.

„Ein Geschenk“

Jodar war zu dem Zeitpunkt noch nicht lange Profi. Erst Ende des vergangenen Jahres hatte er entschieden, die Uni abzubrechen und ab 2026 in Vollzeit auf der Tour zu spielen – eine Entscheidung, die sich bisher komplett auszahlt. Vor einem Jahr stand er noch auf Weltranglisten-Position 707 – jetzt wird er als Mitfavorit in Roland Garros gehandelt.

Möglich ist das durch seine herausragende Sandplatzsaison mit einer 19:3-Bilanz, die sogar besser ist als die von Zverev (17:4). Der Madrilene wird „Rafa“ genannt, genau wie sein Vornamensvetter Rafael Nadal. Sein Spiel ist anders als das des 2024 zurückgetretenen Sandplatz-Königs, funktioniert auf dem Belag aber auch. Die Hoffnungen auf einen Nadal-Nachfolger sind in Spanien groß.

Zverev sieht sich für Jodar gerüstet. „Ich muss mir selbst vertrauen und ich werde dafür bereit sein“, sagte der 29-Jährige. Er weiß: Schafft er auch diesmal die Krönung bei einem Grand-Slam-Turnier nicht, wird er wohl als der große Verlierer das Turnier verlassen. Und nicht die bereits ausgeschiedenen Konkurrenten Jannik Sinner und Novak Djokovic.

Im Achtelfinale hielt Zverev dem großen Titeldruck nach anfänglichen Schwierigkeiten gut stand. Am Ende stand ein 7:6 (7:3), 6:4, 6:1-Sieg gegen Außenseiter Jesper de Jong aus den Niederlanden. Den Hype um seinen nächsten Gegner hat auch er mitbekommen.

Das sei „eine tolle Zeit“ für einen so jungen Spieler, meinte Zverev, „wenn man am Anfang seiner Karriere steht, weil man keinen Druck verspürt. Man kann frei spielen. Man erlebt all diese wichtigen Dinge zum ersten Mal.“

Anders als Zverev kann Jodar befreit aufspielen. „Ich versuche, den Moment zu genießen“, sagte der Spanier. Auf der Grand-Slam-Bühne zu sein und so weit zu kommen, sei für ihn „ein Geschenk“. Und so spielt er auch: unbekümmert und mutig. (jw/dpa)

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