Handball

CLAS-Urteil: HBD darf nur Freiwurf gegen Esch wiederholen

Die „Commission luxembourgeoise d’arbitrage pour le sport“ (CLAS) hat ihr Urteil in der Affäre HB Esch gegen HB Düdelingen gefällt. Das Spiel wird nicht wiederholt – sondern nur der Freiwurf, der im Zentrum des Disputs steht.

Protest des HBD nach Niederlage gegen Esch am 27. September beim Handballspiel

Der HBD hatte nach der Niederlage am 27. September gegen Esch Protest eingelegt Foto: Editpress/Fernand Konnen

Mit dem ungewöhnlichen Urteil hatte wohl niemand gerechnet. Nicht das gesamte Spiel zwischen dem HB Esch und dem HB Düdelingen wird wiederholt, sondern lediglich der Freiwurf, der die seit Monaten andauernde Affäre ausgelöst hat. Das geht aus dem Schiedsspruch der CLAS hervor. „Die Annullierung des Spiels mit der Verpflichtung, es neu auszutragen, stellt aus Sicht des Schiedsgerichts eine übermäßige und unverhältnismäßige Konsequenz dar“, heißt es darin.

Der HBD hatte nach der knappen 29:30-Niederlage am 27. September in Esch Protest eingelegt. Konkret ging es um eine Szene nach Ablauf der regulären Spielzeit: Düdelingen erhielt mit der letzten Aktion einen Freiwurf, der erst nach der Schlusssirene ausgeführt werden sollte. Bevor es jedoch dazu kam, schickten die beiden Schiedsrichterinnen den Escher Spieler Lou Fancelli wegen einer blutenden Nase nach einem Ellbogenschlag vom Platz. Esch ersetzte ihn durch Ben Goehler. Genau darin sah der HBD einen Regelverstoß.

Während der Protest in erster Instanz abgewiesen wurde, bekam Düdelingen vor dem Berufungsgericht der FLH recht, das entschied, dass das Spiel wiederholt werden muss. Das Urteil basierte auf den IHF/EHF-Regeln (Artikel 2.4, 2.5 und 4.10) – wobei diese im konkreten Fall widersprüchlich wirken: Einerseits muss ein blutender Spieler zwingend vom Feld geschickt werden. Andererseits darf die abwehrende Mannschaft bei einem Freiwurf nach der Schlusssirene aber nur noch einen Feldspieler für einen Torwart auswechseln, wenn sie beim Ertönen des Schlusssignals ohne Torwart spielt.

Esch zog nach der Entscheidung des FLH-Berufungsgerichts vor die CLAS, die in ihrem Schiedsspruch nun schreibt, dass es eine „Regelverletzung“ gab und man „menschlich“ die Position des HBD nachvollziehen könne, das Spiel wiederholen zu wollen, „um eine zweite Chance zu bekommen, das zu realisieren, was im ersten Versuch nicht gelang“. „Es obliegt hingegen dem Schiedsgericht, die sportliche Ethik und Chancengleichheit zu schützen, indem es eine den Umständen entsprechende verhältnismäßige Lösung wählt“.

Klar definierte Vorgaben für die Wiederholung

Da der Freiwurf unter „gewissen Bedingungen“ zum Ausgleich hätte führen können, soll daher nur dieser wiederholt werden – unter klar definierten Vorgaben: Der ausführende Spieler des HBD muss am 27. September auf dem Platz gestanden haben – das bedeutet, weder Itua noch Ojié Etute, die beide die Partie aus privaten Gründen verpasst hatten, dürfen antreten. Die Mauer des HB Esch muss dazu aus denselben Spielern (Pol Kirsch, Theo Keiser, Moritz Barkow, Jo Vitali) bestehen wie im ursprünglichen Spiel, allerdings ohne den eingewechselten Goehler, und auch Fancelli darf nicht aufgestellt werden. Im Tor muss Hugo Figueira stehen. Sollte einer der Spieler aus nachweisbaren Gründen nicht verfügbar sein, darf er durch einen Spieler mit vergleichbarem Körperbau und ähnlichen Fähigkeiten ersetzt werden, der im Spielbericht vom 27. September 2025 aufgeführt ist.

„Wir sind zufrieden mit dem Urteil und akzeptieren es“, sagte HBD-Präsident Christian Schott am Dienstagabend gegenüber dem Tageblatt. „Für uns ist es wichtig, dass es keine Tatsachenentscheidung ist, sondern eine Regelwidrigkeit festgestellt wurde.“

Wann die Wiederholung des Freiwurfs ausgeführt wird, ist noch nicht bekannt. Fest steht aber, dass diese im Escher Hall Omnisports H. Schmitz stattfindet.

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