BGL Ligue
Bissen stoppt Käerjenger Höhenflug
Der FC Atert Bissen konnte sich im Verfolgerduell bei der UN Käerjeng mit 2:0 durchsetzen. Den Grundstein zu diesem Sieg legte der amtierende Meister im ersten Durchgang, als man zwei Offensivaktionen mit der nötigen Cleverness zu Ende spielte. Von der UNK kam insgesamt über 90 Minuten zu wenig, um etwas Zählbares davonzutragen.
Roman Ferber war wieder einmal der entscheidende Faktor Foto: Editpress/Jean-Jacques Patricola
Im Vergleich zum 2:1-Auswärtssieg in Niederkorn gab es zwei Veränderungen in der Käerjenger Startelf: Barbaro und Maison ersetzten Mabwati (verletzt) und Kabungwe (Bank). Beim Meister aus Bissen startete Mannone in der Innenverteidigung anstelle von Marasi.
Die erste Gelegenheit ging auf das Konto der Gäste aus Bissen. In der 4. Minute nahm sich Zeghdane nach Seitenwechsel von Correia auf Höhe vom Sechzehnmeter ein Herz, sein Schuss ging allerdings knapp vorbei. Bei den Hausherren war es Barbaro mit einem ersten zackhaften Abschluss in der 9. Minute, der Ivanov vor keine Probleme stellte.
Der zweite nennenswerte Angriff des Meisters sollte dann gleich einen Foulelfmeter zufolge haben. Einen Schuss von Correia von der rechten Seite konnte Da Cruz im Käerjenger Tor noch abwehren, im anschließenden Luftduell wird Ferber von Moutschen gefoult. Mittelfeldakteur Zeghdane verlud Da Cruz und besorgte somit die Führung.
Vorentscheidung nach 35 Minuten
Eine UNK-Reaktion blieb vorerst aus. In der 35. Minute gab es einen Zweikampf zwischen Ferber und T. Ewert auf Höhe der Mittellinie, den der Bissener Stürmer für sich entscheiden konnte. Flügelstürmer Vaz startete in die Tiefe, setzte sich gegen Klein durch und sorgte mit dem 2:0 fast schon für eine Vorentscheidung. Käerjeng zeigte sich zunehmend nervös, leistete sich zu viele Fehlpässe im Spielaufbau und konnte sich keine Torgelegenheiten herausspielen.
In der zweiten Hälfte waren gerade einmal sieben Minuten gespielt, als Correia völlig alleinstehend vor Da Cruz knapp danebenschoss. Nach einer schönen Eckballvariante hämmerte Zeghdane in der 56. Minute aus vollem Lauf weit über das Tor.
UNK-Trainer Vandenbroeck reagierte in der 58. Minute mit einem Doppelwechsel: Kabungwe und Lourenço ersetzten Maison und Kapitän Barbaro. Kurze Zeit später ersetzte Albanese Flügelspieler Dieye. Doch vor allem Stürmer Kabungwe hatte nicht die nötige Bindung zum Spiel. Bissen verwaltete die Führung.
Die Begegnung wurde ab der 60. Minute etwas hitziger. Almada und Grbic flogen nach ihrer zweiten Verwarnung mit Gelb-Rot vom Platz. Zwischenzeitlich hatte Bissen-Trainer Pereira wegen zu heftigen Meckerns glatt Rot gesehen. Mit weniger Feldspielern wurde die Partie nicht ansehnlicher. Man konnte den Käerjengern das Bemühen um den Anschlusstreffer nicht abstreiten, allerdings spielte Bissen die Begegnung im Stile eines amtierenden Meisters ohne große Mühe herunter. Nach einem Handspiel von Correia im Strafraum erzielte Gerson in der Nachspielzeit den Anschluss per Elfmeter. Dieses Tor war allerdings nur Ergebniskorrektur: Für den Ausgleich sollte es nicht mehr reichen.
Statistik
UNK: Da Cruz – Moutschen, Gerson, Grbic, Ubaldini (85. Intini) – Klein, T. Ewert (85. Dias) – Dieye (70. Albanese), Perrey, Barbaro (58. Lourenço) – Maison (58. Kabungwe)
Bissen: Ivanov – Veiga, Mannone, Louriz – Correia (69. T. Rodrigues), Almada, Pimentel, Zeghdane (90.+1 Cabral) – Guimaraes, Ferber (85. Mendes), Vaz (69. Abi Ramzi)
Schiedsrichter: Hansen – Morim, Glesener
Gelbe Karten: T. Klein – Zeghdane, Mendes
Gelb-Rote Karte: Almada (61., wdh. Foul), Grbic (72., wdh. Foul)
Rote Karte: Pereira (61. Trainer Bissen, wegen Meckerns)
Torfolge: 0:1 Zeghdane (21., Foulelfmeter), 0:2 Vaz (35.), 1:2 Gerson (90.+1, Foulelfmeter)
Zuschauer: 570 zahlende
Das Schlitzohr: Roman Ferber hatte seinen großen Anteil an den beiden ersten Toren des Meisters. Zuerst holte er im Zweikampf mit Robin Moutschen einen Foulelfmeter heraus. Vor dem zweiten Tor gewann er den entscheiden Zweikampf gegen Tim Ewert, der ihm den Steilpass auf Miguel Vaz erlaubte.
Doppelsechs: Mit Diogo Pimentel und Lenny Almada spielte Bissen im Mittelfeld. Während Pimentel diese Position immer bekleidet, war es für den Zweitgenannten eine Umstellung.
Der Wiederholungstäter: Lenny Almada sah in der 61. Minute nach wiederholtem Foulspiel die Ampelkarte. Eigentlich unverständlich, wie man bereits vorbelastet so in den Zweikampf gehen kann. Das Gleiche kann man von Jason Grbic sagen, der zehn Minuten später ebenfalls nach seiner zweiten Verwarnung vorzeitig zum Duschen musste.
Trainerstimmen
David Vandenbroeck (UNK): „Der Spielausgang wurde durch den Schiedsrichter und einige strittige Entscheidungen beeinflusst. Ich habe eigentlich nicht viel zu kritisieren. Ich bin allerdings noch so aufgebracht, dass es mir schwerfällt, eine wirklich klare Analyse des Spiels abzugeben. Ein Unentschieden wäre bei einem solchen Spielverlauf und insbesondere angesichts der Schlussphase durchaus verdient gewesen. Wir haben den Meister ins Zittern gebracht und das ist schon einmal positiv.“
Vitor Pereira (Bissen): „Ein Sieg, der meiner Meinung nach verdient war. Es hat uns ein wenig die emotionale Ausgeglichenheit gefehlt. Ich bin der Erste, der sich beim Linienrichter entschuldigt. Ich bin etwas aus der Haut gefahren, weil ich finde, dass die zweite Gelbe Karte keine zweite Gelbe Karte war. Am Ende wurde es mit dem 2:1 noch einmal knapp, vor allem durch die langen Bälle. Aber der Sieg war absolut verdient.“