Fußball
Bedingungen und Konsequenzen: Wieso die FLF ihren Talenten eine Charta vorlegen will
Es war an Symbolik kaum zu überbieten: Ausgerechnet am Tag, an dem FLF-Präsident Paul Philipp den Luxemburger Fußballvereinen die Pläne einer Charta für junge Talente mit doppelter Staatszugehörigkeit beim Kongress vorstellte, bestritt Brian Madjo seine ersten Minuten für Aston Villa in der Premier League.
Brian Madjo kam ausschließlich bei Testspielen zum Einsatz – weshalb er laut Regelwerk keinen Verbandswechsel vollziehen musste, um für England spielen zu dürfen Foto: Editpress/ Jeff Lahr
Selbst persönliche Krisengespräche mit FLF-Präsident Paul Philipp konnten sie nicht mehr umstimmen: Innerhalb kürzester Zeit hatte der Luxemburger Verband 2025 zwei Toptalente verloren. Gil Neves entschied sich für Portugal, Brian Madjo für England. In diesem Jahr gab es den nächsten Schock: Fabio Domingos bevorzugte es, für Kap Verde aufzulaufen.
Es sind die prominentesten Beispiele der vergangenen Monate, doch sie fassen die Problematik der doppelten Staatsbürgerschaften sehr gut zusammen: Die Spieler werden während mehrerer Jahre in Monnerich ausgebildet, können der FLF aber noch zu jedem Zeitpunkt den Rücken drehen – sofern sie kein offizielles Pflichtspiel (WM- oder EM-Qualifikation) für die „Roten Löwen“ bestritten haben. Madjo beispielsweise hatte drei Testspiele im FLF-Dress absolviert, aber keinen offiziellen Wettbewerb.