Radsport
Arrieta und Ballerini siegen beim Giro d‘Italia
Während Igor Arrieta (UAE) am Mittwoch bim Giro jubelte, durfte Davide Ballerini (Astana) am Donnerstag die Arme heben. Neuer Gesamtführender ist seit Mittwoch der Portugiese Afonso Eulálio (Bahrain-Victorious)
Davide Ballerini siegte am Donnerstag in Neapel AFP
Der spanische Radprofi Igor Arrieta (UAE) hat trotz einer Irrfahrt und eines Sturzes auf den letzten Kilometern die Regenschlacht auf der 5. Etappe des 109. Giro d’Italia für sich entschieden. Bei seiner zweiten Italien-Rundfahrt gewann der 23-Jährige das Duell der Ausreißer am Mittwoch im Zielsprint mit dem Portugiesen Afonso Eulálio, der sich die Gesamtführung sicherte.
Rund 14 Kilometer vor der Zieleinfahrt in Potenza war der nun Gesamtzweite Arrieta als Verfolger gestürzt. Weil danach auch Eulálio auf der rutschigen Straße die Balance verlor, konnte Arrieta wieder aufschließen. Wenig später trotzte Arrieta noch einem weiteren Rückschlag: Zwei Kilometer vor dem Ziel nahm er eine falsche Kurve.
„Ich habe nicht gedacht, dass ich verloren habe“, sagte ein sichtlich durchgefrorener Arrieta bei Eurosport mit Blick auf seinen Sturz: „Man darf einfach nicht aufgeben. Ich war auf den letzten Kilometern total leer. Wir hätten beide den Sieg verdient gehabt.“
Top-Favorit Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) kam mit dem Hauptfeld ins Ziel, der Däne ist mit 6:22 Minuten Rückstand auf die Spitze 15. des Gesamtklassements.
Am Donnerstag wurde die Etappe von einem Massensturz überschattet, während Davide Ballerini (Astana) einen Heimsieg in Neapel bejubelte. Am Tag vor der gewaltigen Kraftprobe nutzte der 31-Jährige die Chance nach dem Malheur in der letzten Kurve vor der Ankunft und setzte sich im Schlussspurt nach 142 km von Paestum an den Fuß des Vesuvs gegen den Belgier Jasper Stuyven (Soudal-Quick-Step) durch.
Das Drama auf den letzten Metern nahm in der abschließenden 180-Grad-Kehre seinen Lauf. Der Niederländer Dylan Groenewegen (Unibet Tietema Rockets) verlor bei einsetzendem Regen auf dem glitschiger gewordenen Kopfsteinpflaster die Kontrolle über sein Rad, rutschte weg und riss bei seinem Sturz mehrere Teamkollegen und Rivalen mit sich zu Boden. Ballerini und Stuyven konnten sich an der Innenseite der Kurve aus dem plötzlichen Chaos heraushalten und machten den Sieg wenige Sekunden später unter sich aus.
In der Gesamtwertung führt weiter der Portugiese Afonso Eulálio (Bahrain Victorious) mit 2:51 Minuten Vorsprung auf den Spanier Igor Arrieta (UAE Team Emirates).
Nach dem relativ kurzen Teilstück nach Neapel steht am Freitag die mit Abstand längste Etappe (244 km) der Italien-Rundfahrt an, zu der die knackige Bergankunft auf dem Blockhaus (13,6 km, durchschnittlich 8,4 und maximal 14 Prozent steil) gehört. Die Favoriten um den zweimaligen Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard (Dänemark/Visma-Lease a Bike) könnten sich erstmals im Kampf um das Rosa Trikot entscheidend in Szene setzen.
Im Überlbikc
109. Giro d‘Italia, 5. Etappe: Praia a Mare - Potenza (203 km):
1. Igor Arrieta (Spanien/UAE Emirates-XRG) 5:07:51 Stunden, 2. Afonso Eulálio (Portugal/Bahrain-Victorious) 0:02 Minuten zurück, 3. Guillermo Thomas Silva (Uruguay/XDS Astana) 0:51, 4. Lorenzo Milesi (Italien/Movistar) 1:29, 5. Christian Scaroni (Italien/XDS Astana) 1:30, 6. Gianmarco Garofoli (Italien/Soudal Quick-Step) gleiche Zeit
6. Etappe: Paestum - Neapel (141 km):
1. Davide Ballerini (Italien/XDS Astana) 3:19:30 Stunden, 2. Jasper Stuyven (Belgien/Soudal Quick-Step), 3. Paul Magnier (Frankreich/Soudal Quick-Step), 4. Jensen Plowright (Australien/Alpecin-Premier Tech), 5. Ben Turner (Großbritannien/Netcompany INEOS), 6. Alec Segaert (Belgien/Bahrain Victorious) alle gleiche Zeit
Stand in der Gesamtwertung nach 6 von 21 Etappen:
1. Eulálio 24:47:13 Stunden, 2. Arrieta 2:51 Minuten zurück, 3. Scaroni 3:34, 4. Gianmarco Garofoli (Italien/Soudal Quick-Step) 3:39, 5. Johannes Kulset (Norwegen/Uno-X Mobility) 5:17, 6. Giulio Ciccone (Italien/Lidl-Trek) 6:12
Berton in Spanien Fünfte
Nina Berton (EF Education-Oatly) ist am Mittwoch beim Navarra Women’s Elite Classic (1.Pro) Fünfte geworden. Nach 133,4 Kilometern rund um Pamplona setzte sich die Engländerin Cat Ferguson (Movistar) im Sprint vor der Australierin Ruby Roseman-Gannon (Liv AlUla Jayco) durch. Die Italienerin Fiona Mangan (Mayenne) wurde Dritte, vor der Belgierin Fleur Moors (Lidl-Trek) und Nina Berton. Die Spitzengruppe bestand aus insgesamt 16 Fahrerinnen. Nach ihrem dritten Platz beim Festival Elsy Jacobs (1.1) hat Berton somit das nächste Top-Resultat eingefahren. Die Luxemburgerin wird ab Freitag erneut im Einsatz sein, bei der dreitägigen Itzulia Women (2. WWT). In Belgien ist Mathieu Kockelmann (Lotto-Intermarché) auf den 12. Platz beim Circuit de Wallonie (1.1) gefahren. Er kam in der gleichen Zeit wie Sieger Riley Sheehan (NSN Development) ins Ziel.